Interview Teufel & CD Review Teufel „Absinth“

Auf dem Summers End Open Air in Andernach trafen wir den Tanzwut und Corvus Corax Mastermind Teufel, der am 17.09.10 mit seinem Projekt „Teufel“ sein aktuellstes Werk „Absinth“ unter die Leute bringt…..

Ein überaus interessantes Machwerk wie wir nach einigen Hörproben befanden und was für ausreichend Gesprächsstoff sorgen dürfte…… Somit war eine Unterhaltung mit dem Teufel die logische Konsequenz……

Teufel musste an diesem Abend einen wahren Interviewmarathon bewältigen, standen doch die Vertreter der Schreiberzunft Schlange um ihn nach den neuesten Entwicklungen seines Projektes zu befragen und während unseres Gespräches offenbarte er sich als ein sympathischer und angenehmer Zeitgenosse – er stellte sich offen unseren Fragen nach dem „Wieso und Warum“ seines neuen Projektes…..

Schon gleich zu Beginn des Interviews weißt Teufel noch einmal dringlich auf das Release seines Soloprojektes  „Absinth“, welches er schon am Ende des Sets von Tanzwut der breiten Masse am heutigen Tage angekündigt hatte, hin. Die nagelneue Scheibe erscheint am 17.09.10 und sie trägt den Titel nicht zu Unrecht, entstanden doch ein Großteil der Songs unter dem Einfluss der Volksdroge Nr. 1 aus dem 19. Jahrhundert, Absinth, welche bekanntermaßen Halluzinationen und Wahnsinn nach sich zieht……

Verbunden mit dieser Begebenheit schickte Teufel eine Warnung an alle, den Genuss von  Absinth auf ein Minimum zu beschränken, um möglichst alle seine Gedanken beieinander zu haben.

Zu den wesentlichen Informationen zum neuen Album sagte Teufel, dass die Promotion zur Zeit gerade anläuft, er seinen Musikstil als „Mittelalter – Industrial“ bezeichnet und die in deutsch gehaltenen Texte das Hauptaugenmerk auf „Absinth“ darstellen. Die weitere Struktur der Songs wird von der E – Gitarre und in verschiedenen Songs durch den Einsatz von Dudelsäcken und Maschinensounds gebildet.

„Der Song „Hymnus Codex Gigas“ ist ein reines Instrumental Stück welches komplett von Dudelsäcken gespielt wird und eine Hommage an die berühmte Teufelsbibel darstellt. „Ansonsten sind die Songs doch sehr variabel gestaltet und ich habe versucht soviel Abwechslung wie möglich in mein Songmaterial zu integrieren – auch die Texte sind sehr düster und runden das Gesamtbild gut ab, wie ich finde “, sagt Teufel auf die Frage nach den Arrangements der Songs.

„Die Message der Texte beharrt auf dem Hintergrund des Genusses von Absinth…..welche Gedanken einem da so durch den Kopf gehen und welche persönlichen Erlebnisse man damit verbindet. Es gibt keine spezielle Message im Gesamten, die Texte sind dafür alle zu verschieden – angefangen von Geschichten bis hin zu ganzen normalen alltäglichen Erlebnissen ist alles darin enthalten“….

„Aber alles passiert unter dem Einfluss von Absinth von dem ich hin und wieder auch gerne mal ein Gläschen trinke – aber nicht zuviel sonst geht’s mir wie dem guten Mann da drüben   ( Teufel zeigt auf einen anderen Musiker…) der hat sich das Ohr abgeschnitten nachdem er Absinth getrunken hat und wiederholt abermals seine eindringliche Warnung nicht zuviel von dem guten Stoff zu sich zu nehmen.

Die Frage nach der Inspiration wird von Teufel also mit „Absinth“ beantwortet…. „Aber auch andere schräge Gedanken, die ein jeder von uns hat, spielten bei den Arbeiten um das Songwriting eine bedeutende Rolle und somit sage ich einfach mal, dass die tieferen Abgründe der Seele eine enorme Inspirationsquelle für mich gewesen sind – logisch und deswegen bin ich ja auch der Teufel.“

Zu dem weiteren Vorgehen mit seinem Projekt Teufel, sagt der Mastermind, dass bis Ende 2010 noch einige Konzerte mit Tanzwut anstehen bevor er sich im nächsten Jahr mit „Teufel“ eine Präsenz auf verschiedenen Festivals verschaffen möchte. „ Wir werden das Material von „Absinth“ mit einer guten Band live spielen und den Leuten eine tolle Show abliefern. Es gibt bereits einige Interessenten, die in „Absinth“ reingehört haben und uns gerne für diverse Auftritte im nächsten Jahr buchen wollen. Da wird eine Menge passieren – seid bereit…

„Ich möchte das Projekt Teufel auf jeden Fall im Musikbusiness etablieren und dass neben dem aktuellen Longplayer noch weitere Alben entstehen. Da muss ich nur vorsichtig sein, dass ich nicht jedes Album nach einer Schnapssorte benenne und ich hoffe, dass es bei den Fans gut ankommt“, fügt Teufel scherzhaft hinzu, als wir ihn nach seinen weiteren Zielen und Plänen mit seinem Projekt befragen.

„Es ist sehr schön, dass mir die 3 Bands in denen ich spiele, arbeitstechnisch die Möglichkeit geben alle verschiedenen Seiten meiner Persönlichkeit auszuleben und sozusagen eins ins andere fließen kann – musikalisch sowie auch textlich. Alle Menschen haben verschiedene Seiten – ich bin glücklich darüber, mich auf diese Art & Weise ausdrücken zu können und ich bin auch in allen meinen musikalischen Projekten zu 100% motiviert und habe großen Spaß an meiner Musik.

Ich habe einen Gedichtband geschrieben und auf dem Album befindet sich der dazu passende Titel “Phantasien“. Er enthält Auszüge aus dem Gedichtband, welches im Laufe des nächsten Jahres erscheinen wird. Da bin ich momentan noch auf der Suche nach einem Verlag – das Manuskript wird in Kürze fertig sein und es wird sehr geil werden.“ – Teufel steht mit totaler Hingabe und guten Mutes hinter dem, was ab 17.09.10 auf die Lauscher der Fans losgelassen wird und es wird eine großartige Sache werden, die Band Teufel im nächsten Jahr auf verschieden Festivals live genießen zu dürfen – soviel schon mal vorab und nun holt Euch schnellstens „Absinth“ und genießt die düsteren und bedrohlichen Klänge von Teufel……

„Und nicht zuviel von den grünen Teufelszeug trinken……denn „der Wahnsinn verbirgt sich in jedem Schluck“…….

Text:

Hanzi Herrmann / V.U.

Kerstin Tschöpe / V.U.

Fotos:

Hanzi Herrmann


CD Review Teufel  „Absinth“

Mit dem düsteren und bedrohlichen Intro „Tritt Ein“ beginnt Teufel seine 70minütige Zeitreise durch den Wahnsinn und Halluzinationen. Das Album besticht durch seine komplexe Eingängigkeit und die tiefgründigen Texte, die den Zuhörer in eine phantastische Welt narrenhafter Zweideutigkeit führen. Beispiellos behandelt Teufel die Realität, aber auch Träume und Visionen in seiner Musik und bringt sie in einem düsteren Gewand in die Ohren der Zuhörer.

Das Ergebnis der jahrelangen Mühe ist beachtlich:

„Absinth“ enthält neben harten und melodischen Gitarrenwänden, die für das Mittelalter – Industrial Genre typischen Instrumente wie Dudelsäcke  in Kombination mit Maschinensounds und hält den Zuhörer über die komplette Spielzeit dieses genialen Meisterwerkes in Atem.

Vor allem die Tatsache, das Teufel ein exzellenter Songwriter ist und eine ausgewogene Mischung  zwischen bedrohlichen Elektrosounds und melancholisch anmutenden Gitarren geschaffen hat, zeugt von seiner multiinstrumentalen Kompetenz und lässt mich auch nach mehrmaligen Durchläufen keinen Schwachpunkt in „Absinth“ erkennen. Songs wie das unter die haut gehende „Der Fährmann“ oder das etwas flottere „Neigt Euer Haupt“ sind das Ergebnis von intensivem Gespür für die richtige Mischung zwischen Industrial – Parts und Melancholie. Somit ist hier für jeden Anhänger von Tanzwut oder Corvus Corax eine fette und düstere Portion Musik entstanden, die man sich bedenkenlos zulegen kann.

Teufel hat auf „Absinth“ den Weg zwischen Narr und Teufel musikalisch geebnet und so neue Horizonte erschlossen die Ekstase, Rausch und Wahnsinn verinnerlichen und mit Teufels Kompositionen zum gemeinsamen Tanz laden.

Und jetzt das gute Teil schnell holen bevor es andere tun !!

9/10 Punkte

Hanzi Herrmann / V.U.

Genre: Mittelalter – Industrial Rock

VÖ: 17.09.10

Label: Teufel Records

Spielzeit: 69:06 min

Tracklist:

01. Tritt Ein (Intro)

02. Der Fährmann 4:33

03. Der Todesengel 4:47

04. Der Dürre König 5:12

05. Alles Nur Ein Traum

06. Den Speise Ich 4:18

07. Kalt Ist Mein Herz 4:49

08. Neigt Euer Haupt 6:01

09. Absinth 5:20

10. Die Moritat Vom Mackie Messer 4:41

11. Tick Tick Tack 5:25

12. Schwefel 3:01

13. Komm Näher 4:39

14. Hymnus Codex Gigas 4:20

15. Phantasien (Bonus)