Interview mit Marcus Siepen von Blind Guardian beim diesjährigen Rock am Härtsfeldsee 2012

Das Team von Visions Underground hatte beim diesjährigem Rock am Härtsfeldsee die Möglichkeit Marcus Siepen von Blind Guardian zu interviewen. 

Mike: Hier ist Papa-Mike für Visions Underground live von Rock am Härtsfeldsee 2012, neben mir steht Marcus Siepen von Blind Guardian, ich freue mich dich jetzt interviewen zu dürfen. Ihr werdet jetzt gleich, im Anschluss an Sodom die gerade spielen, das Festival headlinen. Seid ihr schon scharf darauf?

Marcus: Ja sicher, wir freuen uns darauf. Ist ne gute Location, viele Leute und wir haben glaube ich ein gutes Set zusammen gebaut. Dürft ihr jetzt nicht gucken (die Selist lag auf dem Tisch), sonst ist die Überraschung weg. Es kommt ne Nummer die wir seit, gut wir haben sie vor 2 Wochen mal gespielt, aber sonst das letzte Mal wirklich 1989.

Mike: Wow!

Marcus: Es kommen so ein paar vergessene Schätze.

Mike: Ihr habt euch heute schon sportlich betätigt, habe ich gehört! Wolltet ihr die Blamage von gestern (EM-Halbfinal Niederlage Deutschland gegen Italien) wett machen?

Marcus: Wir haben das Spiel gestern geguckt. Ich muss gestehen, mir ist das vollkommen egal wer gewinnt. Das bessere Team soll gewinnen, das bessere Team hat gewonnen. Punkt! Die haben 2 Mords-Tore geschossen, das haben wir nicht gemacht, damit sind wir auf den Heimweg. Wir haben mit Blind Guardian früher vor 20 Jahren Fußball gespielt, seitdem aber nicht mehr. Heute kam dann aber nach dem Soundcheck die Idee: am Hotel ist ein Fußballplatz, lass doch gleich mal alle Mann spielen! Jau, ok. Super Idee, bei 32 ° im Schatten, knorre Idee!

Mike: Ging es den verletzungsfrei wenigstens ab?

Marcus: Ja, es ging verletzungsfrei ab.

Mike: Das ist die Hauptsache.

Marcus: Man war etwas erschöpft, aber es hat Spaß gemacht. Darauf kommt es an.

Mike: Wechseln wir das Thema zur Musik, oder zur Tournee erst mal. Ihr habt jetzt gerade eine Tournee quer durch Europa gehabt. Wie verlief sie denn?

Marcus: Sehr, sehr gut. Wir haben diese ganzen Metal-Fest Festivals gespielt, das war ein großer Spaß. Mit vielen befreundeten Bands konnte man wieder abhängen. Festivals ist immer so Familientreffen.

Mike: Was war am beeindrucktesten bei den Festival-Gigs?

Marcus: Loreley hat mir am meisten Spaß gemacht. A) wars schön voll: 12-13 Tausend Leute, super Stimmung. B) schöne Location, ich war vorher noch nie da, ich kannte sie nur aus Rockpalast-Sendungen. Und ich glaub wir haben einen ziemlich guten Gig gespielt. Es hat Spaß gemacht. Für uns war es auch das Heimspiel, es war am nächsten dran an Krefeld. Zwar nicht direkte Nachbarschaft, aber zumindest war es das Heimspiel für diese Rutsche.

Mike: Abgesehen von denen Leuten die immer Back to the Roots schreien, seid ihr für den Metal so etwas wie ein Synonym für Beständigkeit. Ehrt oder Erschreckt euch das eher?

Marcus: Wenn es positiv gemeint ist, ehrt mich das oder uns, würde ich sagen. Ich sehe die Beständigkeit bei uns darin, dass wir immer versuchen ein bestmögliches Produkt abzuliefern. Und gleichzeitig versuchen wir uns auch grundsätzlich nicht zu wiederholen. Diese Beständigkeit wollen wir nicht, wir haben kein Muss zweimal dasselbe Album aufzunehmen. Jeder hat seine Lieblingsplatte von seiner Lieblingsband. Und es gibt Leute die sagen: „Imaginations“ ist euer geilstes Album, wann macht ihr nochmal sowas? Nie! Haben wir schon gemacht, müssen wir nicht noch mal machen, wir wollen immer nach vorne. Wie gesagt, die Beständigkeit für uns besteht darin, dass wir beständig versuchen unseren Stil weiter zu entwickeln und auf möglichst hohen Level was Neues abzuliefern. Wenn die Leute das respektieren und honorieren – wunderbar!

Mike: Wie erfolgreich war den euer letztes richtiges Album „At the Edge of Time“ und euer diesjähriges Best of Album? Liefen die gut?

Marcus: Die liefen gut. Ich kann dir jetzt keine konkreten Daten sagen, schlicht und ergreifend weil ich es nicht weiß. Aber von allen Feedbacks und Reviews, was man so mitkriegt, laufen die beiden sehr gut.

Mike: Da komme ich zu der Frage, mit der die meisten ein bisschen ein Problem haben: Kann man denn heute Musik machen und noch ohne Nebenjobs davon leben?

Marcus: Von uns hat keiner einen Nebenjob! Wir machen das seit Tag 1. Naja Tag 1 kann man so nicht sagen, als wir angefangen haben war ich z.B. noch in der Schule und hab da irgendwie Abi geschlachtet. Während der ersten 2 Platten, hatte Hansi ne Ausbildung fertig gemacht, Andre und ich hatten Zivildienst gemacht. Und seit der „Tales…“ haben wir nie wieder etwas anderes gemacht außer Blind Guardian und das hat sich auch heute nicht geändert. Ja, es geht!

Mike: Super!

Marcus: Es ginge auch gar nicht. Wir sind im Prinzip seit September 2010 unterwegs mit zwischendurch immer mal 2 Wochen hier zu Hause und 3 Wochen da zu Hause. Wie wolltest du da nebenbei arbeiten? Das geht gar nicht.

Mike: Ja! Ich mein manche machen Musiklehrer oder solche Sachen,

Marcus: Aber selbst da biste 2 Jahre raus! Wir haben nie nebenbei etwas gemacht.

Mike: Ihr seid ja auch alle Familienväter, da muss ja schon der ein oder andere Euro rüberkommen.

Marcus: Jeder muss seine Rechnungen bezahlen, das ist bei uns nicht anders.

Mike: Normalerweise, nach der normalen Blind Guardian Rechnung, müsste euer nächstes Album 2014 erscheinen, habt ihr schon damit begonnen?

Marcus: Wir haben angefangen Ideen zu sammeln und ein paar Sachen – nicht für eine Platte aufzunehmen. Wir haben mit dem Songwriting begonnen. Das Problem ist, wir können nicht an neuen Stücken arbeiten, wenn wir auf Tour sind. Du hast die Birne nicht frei, du steckst so in dem Programm drin was du live jeden Tag spielst. Wenn wir versuchen neue Stücke zu schreiben, wollen wir, wie gesagt, uns nicht wiederholen. Das heißt, du musst die Sachen aus deinen Kopf erst mal rauskriegen. Dadurch das wir jetzt die ganzen Festivals gespielt haben und jetzt wieder, ich weiß nicht wie lange, unterwegs waren, sind wir da jetzt mal wieder rausgerissen worden. Und wenn wir jetzt fertig sind, wir spielen nach dem Gig heute noch genau ein Festival in 2 Wochen und dann sind wir durch mit Konzerten. Und dann können wir uns wieder ernsthaft mit neuen Sachen befassen. Wir arbeiten daran, wir ziehen daran. 2014 – WM Jahr, ist ein Ziel! Das wäre alte Tradition.

Mike: lacht Ok, ja! Das letzte war ja sehr vielfältig in seiner Gesamtheit. Vor allen beeindruckend das mit dem Orchester. Habt ihr auch direkt mit denen zusammengearbeitet oder habt ihr das getrennt eingespielt?

Marcus: Die sind nicht zu uns gekommen. Das sind 90 Mann, die fliegen nicht mal eben in unser Studio ein…

Mike: klar, ihr seid da hin?

Marcus: Ja, die haben bei sich in Prag aufgenommen und das hat hervorragend funktioniert. Mit denen haben wir auch weiter gearbeitet, arbeiten auch in Zukunft weiter mit denen, das passt hervorragend.

Mike: Super. Also können wir auch im nächsten Album ein bisschen was in der Richtung erwarten?

Marcus: Garantiert! Also, ich kann jetzt zu diesem Zeitpunkt gar nicht sagen wie die Platte wird. Soweit sind wir einfach noch nicht. Wir haben Fragmente hier und da, aber sind noch keine kompletten Songs fertig, wo wir jetzt sagen könnten: das klingt jetzt wie, was auch immer. Aber klar, in der Richtung wollen wir auch weiterarbeiten. Nicht nur, es soll wieder breit gefächert sein. Weil uns nur auf eine Richtung zu limitieren, das wäre blöd. Aber irgendwas in der Art wird garantiert kommen.

Mike: Wie funktioniert euer Songwriting, mit welchen Ideen startet ihr, oder von was lasst ihr euch inspirieren?

Marcus: Das kann man so nicht sagen. Das ist unterschiedlich. Wenn ich jetzt von mir spreche, eine Idee kann dadurch kommen, dass ich meine Gitarre schnappe und einfach darauf los spiele und irgendwann hast du irgendeine Melodie im Riff oder was auch immer. Und das war geil, da kann man vielleicht was daraus machen und dann arbeitest du halt dran. Aber das kann alles Mögliche sein, du kannst inspiriert werden, durch irgendwas was du liest. Wenn du ein geiles Buch liest, kann dir das Bilder, Fragmente was auch immer in den Kopf bringen. Es kann sein, irgendetwas was du in den Nachrichten siehst, keine Ahnung! Es sind die unterschiedlichsten Sachen die dich inspirieren können.

Mike: Welche Musik hört du und die anderen Jungs privat? Hört ihr nur straight Metal?

Marcus: also ich hör Metal seit `81und hab damit auch nie aufgehört. Damals so als Kiddie ist man ja sehr fanatisch, da muss es ja auch Metal sein, alles andere ist ja Schwachsinn.

Mike: Jaja, da gibt es ja auch nur EINE Band.

Marcus: Ja, irgendwann kapiert man ja dann doch, zum Glück, das es auch andere Musik gibt, die gar nicht so schlecht ist. Ich denke auch nicht in diesen Kategorien, für mich gibt’s es nur genau 2 Arten von Musik: die, die ich mag und die ich nicht mag! Und ob das jetzt Pop, Jazz, Metal, Rock, Klassik oder was immer ist, ist mir völlig egal. Ich höre nach wie vor sehr, sehr viel Metal, ich höre im Moment viel Joe Bonamassa, also Blues Rock, ich höre gerne Soundtracks, ich höre Jethro Tull, ich höre Punk – Bad Religion, was auch immer, Pink Floyd, Genesis, handgemachte gute Musik.

Mike: Was war die letzte CD, die du dir gekauft hast?

Marcus: Die hab ich nicht gekauft, ich hätte sie gekauft, wenn ich sie nicht so bekommen hätte: die neue Kreator! Sehr geile Platte!

Mike: Was erhofft ihr euch selbst in nächster Zukunft? Im Prinzip habt ihr ja eigentlich alles erreicht, was möglich erscheint: ihr wart mal Headliner bei Wacken, ihr habt ein eigenes Festival auf die Beine gestellt, Zusammenarbeit mit einem Orchester. Gibt es noch irgendwas ganz Besonderes was euch reizt?

Marcus: Wenn wir an den Punkt ankommen, dass wir sagen können: so wir haben alles erreicht, dann müssen wir uns ja auflösen, dann gibst ja nicht was man noch machen könnte.

Mike: Den Level halten?

Marcus: Ne, das wäre mir nicht genug, das wäre keinem von uns genug! Wir wollen uns steigern, dementsprechend gibt es so was wie das „perfekte Album“ oder das „Perfekte“ gibt’s auch nie. Wenn mit 2-3 Jahren Abstand mal darauf zurück blickst, findest du immer, zumindest Kleinigkeiten, die du anders machen würdest. Aus der Erfahrung heraus, wenn du ’ne Nummer hunderte Male auf Tour gespielt hast, interpretierst du die am Ende der Tour anders, als sie noch zu Plattenaufnahmezeiten interpretiert hast. Und so wandelt sich alles weiter.
Es gibt noch viele Orte, wo wir noch nicht getourt haben, wo ich auf jeden Fall hin möchte.

Mike: Zum Beispiel?

Marcus: China, Indien haben wir überhaupt nicht gespielt, da möchte ich gerne mal spielen. Es gibt immer Sachen, die man auch in kompositorischer Sicht noch nicht gemacht hat, die man ausprobieren könnte. Beim letzten Mal war es z.B. der Schritt hin zum echten Orchester, was ’ne riesen Sache für uns war. Es gibt immer was Neues was man noch probieren kann. Von daher: es gibt immer Ziele und es geht immer weiter!

Mike: Sehr schön!
Wie siehst du denn die Entwicklung im Allgemeinen im Musik-Business? Da hat sich ja viel getan mit dem Internet und so.

Marcus: Ich hab mit dem Internet an sich überhaupt kein Problem, es ist ein tolles Medium, was man sehr gut nutzen kann. Das Problem ist, das sich die Denkweise vieler, vieler Leute sehr geändert hat. Musik ist zu so einer Art Fast Food geworden. Als ich angefangen habe Musik zu hören, war es für mich ein Riesending wenn `ne neue Platte einer meiner Lieblingsbands `rauskam. Ich bin wochenlang vorher jeden Tag in die Stadt gerannt und bin den Leuten auf den Sack gegangen: ist sie da? Nein sie kommt erst in 2 Wochen. Ok. Als die Platte dann da war, ich hab sie gekauft und dann haste mich `ne Woche nicht mehr aus meinem Zimmer `rausgekriegt, weil ich mit dieser Platte beschäftigt war. Und heute gibt es eben viele Kiddies die kriegen im Schulhof `ne Festplatte mit ich weiß nicht wie viel tausend Liedern in die Hand gedrückt. Und sie haben überhaupt nicht die Zeit das alles zu hören, weil 3 Tagen später, kriegen sie die nächste Festplatte in die Hand gedrückt. Und das ist  schade und führt aber auch zu diesem Irrglauben, dass Musik irgendetwas etwas ist, was man für lau im Netz kriegen können sollte. Also diese ganze Piraten-Partei Schwachsinn. So funktioniert’s nicht, wenn Musik ab Morgen umsonst ist, dann gibt’s spätestens in einem Jahr keine professionellen Band mehr. Dann gibt’s nur noch das, was man heute millionenfach auf YouTube sehen kann und nicht unbedingt sehen möchte. Wenn zu Hause irgendjemand `ne Gitarre schnappt und denkt ich bin jetzt ein super Musiker und zeigt euch jetzt was ich alles kann.

Mike: was bleibt sind ja auch die Live-Auftritte, sind die nicht schon ein großer Teil des Kuchens beim Einkommen?

Marcus: Das kommt drauf an. Was machst du denn als neue Band, wenn du jetzt heute eine Band gründest, die jetzt nicht, wie wir seit 25 Jahren aktiv ist und damit ein etabliertes Fanpublikum hat. Das heißt, wenn wir ansagen, ok wir Blind Guardian starten morgen `ne Welttour, dann weis ich wir haben die Hütten voll. Wenn du jetzt mit deiner neuen Band auf deiner MySpace-Seite sagst: ich gehe morgen auf Tour, dann schwöre ich dir es kommt keine Sau. Kein Mensch kennt dich, kein Mensch kennt deine Musik und dann kannst du Touren wie du lustig bist, da kommt keiner. Also so einfach isses nicht. Dieses Argument: ihr verdient ja jetzt Geld auf der Tour! Ich müsste dir mal hochrechnen was ein durchschnittlicher Tour-Tag bei Blind Guardian kostet. Die volle Hütte heißt noch nicht, dass du Millionen an der Tour verdienst. Weil du auch Unkosten hast, die Crew möchte auch ganz gerne bezahlt werden, du musst das ganze Equipment bezahlen, du musst Tax bezahlen, du musst Hallen mieten, du musst den ganzen Quatsch von A nach B karren. Ja so diese Argumentation: ihr verkauft doch T-Shirts und ihr spielt doch Konzerte, also müssen eure CDs doch für lau sein, die funktioniert so nicht. Da ist leider Blödsinn. Und dazu kommt, ich rede mich in Rage!

Alle: lachen

Marcus: Dazu kommt so diese Argumentation: ich habe aber mein Recht auf eine Privat-Kopie und alles drum und dran. Dann geh mal und kauf dir morgen mal ein Auto und sag bei Mercedes: du hättest gerne noch die Privatkopie für dein Frau, mal gucken was die sagen. Oder geh mal zum Bäcker und sagst: das Brot nimmt du bitte zweimal mit, zum Preis von einem, weil du hast ja das Recht auf die Privatkopie. Da kommt keiner auf die Idee, nur bei der Musik geht das super. Da ist halt Blödsinn.

Mike: ok, ich hoffe das war klar…

Marcus: …das ist meine Meinung!

Mike: Was war denn für dich dein tollster Gänsehaut-Moment den du mit Blind Guardian erlebt hast, was war dein schlimmster/peinlichster Moment?

Marcus: Peinlichster Moment … da gab es in der Frühphase einige. Ich bin mal ganz elegant von der Bühne geflogen. Wir hatten irgendwo gespielt, ich weiß nicht mehr wo das war, bei uns in der Ecke. Und schöne breite Bühne und wir hatten die PA rechts und links am Bühnenrand vorne stehen. Was wir jedoch nicht beachtet haben, zwischen dem PA-Turm und der eigentlichen Bühne war so ein Meter Graben. Ich wollte also elegant in die Richtung rennen und befand mich dann ganz spontan irgendwie 2 Meter tiefer. Ich habe aber, ich möchte betonen, ich habe nicht aufgehört zu spielen.

Allgemeines Lachen!

Alle guckten nur, Scheisse der ist tot. Und nö, ich bin wieder hochgekrabbelt. Das war schon so ein bisschen peinlich. Highlights gibt’s, gab’s viele. Was mir jetzt spontan einfällt, wir haben in Düsseldorf gespielt, 2002 war’s glaube ich, und den Bard’s-Song  gespielt und die Fans sind so durchgedreht, die haben danach 15 Minuten geklatscht, geschrien und wir konnten nicht weiter machen, weil die so einen Höllenlärm gemacht haben. 5 Minuten sind davon noch auf das Live-Album gelandet, nur wir mussten kürzen, ansonsten hätten wir 2 andere Nummern streichen müssen. Das war definitiv eines der Highlights.

Mike: Das glaube ich! Das ist ja auch euer Gänsehautsong irgendwo, den die Leute lieben, der mit Sicherheit auch heute wieder gespielt wird.

Marcus: Ich möchte das jetzt nicht vorweg nehmen. Ich möchte betonen, es gab schon Shows, wo wir den Bard’s-Song nicht gespielt haben. Ganz bewusst, wo wir gesagt haben: wir haben heute keinen Bock.

Mike: Ja kann ich nachvollziehen. Ist es für euch den auch ein Problem, immer wieder die alten Songs zu spielen. Geschieht das eher nur aus Liebe zu Publikum oder aus der Überzeugung: ach, das ist doch ein geiler Song, den müssen wir immer wieder spielen?

Marcus: Es kommt auf’s Stück an, es gibt Stücke von den wir wissen, dass die Fans sie lieben, wir aber nicht mehr unbedingt Bock drauf haben. Nicht weil das Stück schlecht wäre oder weil wir es jetzt blöd finden. Wenn du …

Mike: … todgespielt habt, Walhalla vielleicht?

Marcus: Ja, Walhalla und Majesty sind so die Kandidaten. Majesty spielen wir seit1986 und irgendwann denkst du einfach: weist du was, ich hab keinen Bock auf Majesty heute. Nein, Punkt! Und Walhalla ist auch so ein Kandidat, spielen wir eben seit, weiß ich nicht, `89 bei wirklich fast jeder Show. Da kommen dann Momente wo du echt denkst, muss das jetzt sein, wir haben auch andere Nummern. Und manchmal kicken wir sie raus, aber uns ist eben klar welchen Stellenwert diese Nummern bei unseren Fans haben. Deshalb sind sie im Normalfall schon am Start.

Mike: Ok, da danke ich dir für dieses klasse Interview.

IV: Papa Mike für VU

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