Interview Beissert zu „The Pusher“ 22.06.2010

Beissert haben zweifellos ein ungewöhnliches Album eingespielt, dass nach ein paar Hintergrundinfos schrie. Sebastian stand Rede und Antwort und enthüllte dabei nicht nur interessante Details zum Entstehungsprozess von „The Pusher“, sondern auch ihre Zukunftspläne für den Rest des Jahres.

Zu erst einmal: Wann haben Beissert angefangen und was waren eure Erwartungen an die Band?

Ach, Erwartungen…ich glaub mal, in den meisten Fällen, wenn man eine Band gründet, hat mein keine Erwartungen, außer, dass man bisschen Musik machen will. Wir haben uns vor fünf Jahren, mehr oder weniger zufällig getroffen, hatten alle schon zehn Jahre oder mehr Musik gemacht, und Aufgrund verschiedener Umstände alle eine 2-3jährige Pause hinter uns und wollten mal wieder bisschen zocken.

Seid Ihr sehr überrascht über die guten Reviews und extrem positiven Resonanzen von „The Pusher“?

Wir haben ja für die letzte Platte schon ziemlich Dresche gekriegt. Da freut es dann natürlich um so mehr, wenn auch mal positive Resonanzen kommen, weil man ja doch immer viel Herzblut in so eine Platte investiert. Wir sind uns aber durchaus bewusst, es den Leuten nicht sonderlich leicht zu machen und nicht jeden Geschmack zu bedienen [siehe eure Tina]

Seid ihr mit dem Album zufrieden?

Das kann man schon so sagen, wobei es natürlich „nur“ ein weiterer Schritt ist. Es geht also keiner bei uns davon aus, das Nonplusultra geschaffen zu haben aber wie sind auf dem richtigen Weg. So eine Platte ist wie ein Kind, welches man zum einen vorbehaltlos liebt, aber sich zum anderen natürlich mancher Schwächen und Macken bewusst ist. Wir haben auf jeden Fall noch Spielraum nach oben, aber das macht es ja auch erst spannend…

Wer hat denn die Songs des neuen Albums geschrieben? War das ein Gruppenergebnis oder hat das einer alleine gemacht?

Nein, das ist bei uns ein Prozess, der in im Kollektiv stattfindet. Wir jammen auf Riffs rum, kombinieren, verwerfen, kombinieren neu, lassen das ganze auch mal eine Weile ruhen und dann kommt der Feinschliff.

Wo habt ihr „The Pusher“ aufgenommen?

Bei Schrödey im Absurd Studio / Hamburg. Wir hatten die letzte Scheibe da gemastert und uns dort so wohl gefühlt, dass wir da auch unbedingt mal ’ne Platte aufnehmen wollten.

Könnt ihr uns etwas über textliche Konzept des Albums und eure Inspirationsquellen erzählen?

Das ist immer stark abhängig, von den Büchern, die ich grad lese. Diesmal waren das hauptsächlich Malleus Maleficarum, Mythen/Sagen und zum Ende hin Lovecraft. Und ich hab die meisten Texte erst im Studio, also innerhalb einer Woche, geschrieben und so gehen die Themen alle in die selbe Richtung: Wölfe, Hexen, Krieg und Zorn.

Wer hat das Artwork der Scheibe gestaltet?

Ich. Das lass ich ganz gern in meiner Hand. Es ist auch ein ähnlicher Prozess wie das Songwriting. Ich hab ständig neue Ideen und Konzepte, fertige zahllose Entwürfe und Skizzen an und irgendeine von denen zündet dann. Die wird dann ausgefeilt und den Anderen präsentiert.

Welche Bands sind denn eure größten Einflüsse?

Auf jeden Fall Bands, die sich entwickeln und innovativ sind. Da fallen mir Ulver ein und Manes, Neurosis, Solefald, Celtic Frost, Nachtmystium. Eine progressive Herangehensweise und technisches Knowhow findet natürlich auch immer Anklang…wie Spiral Architect, Ansur oder Ihsahn. Grundsätzlich sind wir aber in Hörgewohnheiten und Vorlieben sehr unterschiedlich. Das geht also von Deutschlandfunk bis Ofermod, von Satriani bis Solstafir…

Welche Bands habt ihr denn gehört, als ihr aufgewachsen seid?

Da gibt es sicherlich mehr Gemeinsamkeiten. Wie waren schon alle Metalheads. Kiss, Thin Lizzy, Ac/Dc, Motorhead, King Diamond, Maiden…das volle Programm.

Habt ihr Jobs oder ist Beissert ein Vollzeitjob?

Nee, wir haben alle „ordentliche“ Jobs. Krankenpfleger, Türsteher, Barkeeper, Bürohengst. Dass BEISSERT unsere Rechnungen zahlt scheint im Moment illusorisch…

Was sind eure Pläne für den Rest des Jahres?

Wir planen noch eine Split, das wird bestimmt ganz abgefahren. Und ansonsten…Lieder schreiben [für Split und nächste Platte], paar Mucken, Booking, vielleicht noch ’ne Tour…wir haben zu tun.

Letzte Worte?

Danke für die Fragen! Und immer dran denken: Do what thou Wilt shall be the whole of the Law!

Link: http://www.myspace.com/beissert

Markus Seibel/V.U

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