INTERVIEW „THE RAZORBLADES“ mit RALPH und ROB RAZORBLADE

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„THE RAZORBLADES“ standen uns während ihrer jetzigen Tour Rede und Antwort. Lest selbst, was sie unter anderem auch zu ihrer neuen Scheibe zu sagen haben. Eine Rezension dieser könnt ihr HIER lesen.

1. Was ist euer Lieblingssong auf eurer neuen Platte?

ROB: Kommt ganz auf die Stimmung an. Neben dem Sommerhit „ I Wanna Be On The Radio“ mag ich „Black Fingernails“ sehr gerne….die Feedbacksounds haben im Studio viel Spaß gemacht. Live ist „How’s The Rat Race Mr. Important“ mein Favorit…schnell und auf den Punkt.

RALPH: Meine Favoriten sind „Blood On Your Suit“ und „Punk Rock Summer.“Pressefoto 2

2. Habt ihr Rituale bevor ihr auf die Bühne geht?

ROB: Rituale? Hmm, nichts was die Welt interessieren können…wir ziehen uns um, trinken ein Bier und dann versuchen wir auf der Bühne alles zu geben. Da wir eine echte DIY Band sind, haben wir auch meistens keine Zeit für solche Rockstar-artigen Dinge…Aufbau, Merch Verkauf usw. machen wir alles selbst.

3. Wer sind eure persönlichen/musikalischen Vorbilder?

ROB: Oha, das sprengt jetzt vielleicht den Rahmen des Interviews.  Was Surfmusik angeht, sind Dick Dale und Slacktone die wichtigsten Einflüsse, in Hinblick auf Sound und Spielweise. Auf der neuen Platte haben wir außerdem viele Punk Rock Grooves verarbeitet und uns von meinen Helden aus den Achtzigern inspirieren lassen. Wer damals dabei war, kann The Cure, Rowland S. Howard und Dinosaur Jr. aus dem einen oder anderen Song raushören. Ansonsten finde ich alle Musiker gut, die ihr eigenes Ding durchziehen, ohne auf die gerade angesagten Trends Rücksicht zu nehmen.

RALPH: Ich weiß nicht, ob man da jetzt von richtigen Vorbildern sprechen kann. Beeinflusst haben mich aber auf jeden Fall Bands wie Rancid, Sublime und NOFX. Außerdem höre ich auch immer wieder Pantera und Sepultura. Jazz höre ich auch sehr gerne. Zum Beispiel Schlagzeuger wie Max Roach, Roy Haynes oder Brian Blade finde ich super.

4. Woran orientiert ihr euch beim Aufnehmen? (Musikrichtungen, Musiker, Gefühle)

ROB: In der Regel gibt der Song die Marschrichtung vor. Wir jammen nicht großartig im Studio, sondern versuchen die richtigen Sounds und das richtige Spielgefühl für die jeweilige Nummer zu finden. Meistens hab ich da aber eine recht klare Vision, so dass wir recht zügig vorankommen. Bestimmte Musiker oder Musikrichtungen spielen dann eigentlich keine Rolle mehr, die sind eher beim Komponieren präsent.
5. Stramm gestanden, ausgemustert oder Zivi?

ROB: Ich war Zivi, 20 Monate (ja, lange her, Ende der Achtziger). Die Bundeswehr hab ich nicht eine Minute in Erwägung gezogen, autoritäre Strukturen sind nicht so mein Ding….in jeder Hinsicht.

RALPH: Ich war auch Zivi,  aber etwas kürzer als Rob. Bundeswehr kam für mich nicht infrage.
6. Was darf auf Tour nicht fehlen?

ROB: Ich brauch ein mit Musik gefülltes iPhone, genug zu lesen und jeden Tag eine Dusche.

RALPH: Ein gutes Buch und Musik um zwischendurch mal abzuschalten.
7. Was macht ihr jobmäßig, wenn ihr keine Musik macht?

ROB: Dann hab ich frei…Musik ist mein Beruf. Neben den Razorblades arbeite ich noch als Gitarrenlehrer und Banddozent. Da wir auch Booking , Label und Website selbst machen, bleibt nicht mehr viel Zeit übrig.

RALPH: Zurzeit nichts. Ich studiere noch…
8. Mit wem würdet ihr gerne mal auf der Bühne stehen?

ROB: Viele meiner Helden sind schon tot. Joe Strummer wäre cool gewesen, Rowland S. Howard auch. Von den noch lebenden wären THE RAVEONETTES und GEMMA RAY ganz cool, die zuletzt genannte Dame kenne ich schon persönlich, das kann also noch was werden. Ich würde wirklich gerne mal was mit einer Sängerin machen.

9. Was für eine Frage würdet ihr bei einem Interview gerne gestellt bekommen?

ROB: Da sind wir offen…solange keiner fragt, warum wir nicht singen und ob wir surfen, sind wir schon sehr zufrieden. Ansonsten finde ich es immer schön, wenn ich merke, dass der Interviewer sich die Platte wirklich angehört hat.

10. Was war euer Traumberuf als Kind?

ROB: Ich wollte eigentlich schon immer Musiker sein…beim Zivildienst hab ich schnell festgestellt, das regelmäßige Arbeit zu festen Zeiten nicht mein Ding ist. Perfekt also…

RALPH: Für mich stand auch schon relativ früh fest, dass ich später was mit Musik machen will.

11. Was sind eure top 5 Alben?

ROB: Ich hab 2000 Platten und 1000 CDs, da ist es schon schwierig fünf Stück rauszupicken….Na gut, ich machs trotzdem, könnte nächste Woche aber anders aussehen J

FENTON WEILLS Viva Villa
SLACKTONE Into The Blue Sparkle
THE CLASH London Calling
VELVET UNDERGROUND Velvet Underground & Nico
ROWLAN S. HOWARD Teenage Snuff Film

RALPH: Puh… aus dem Stegreif würde ich jetzt mal folgende aufzählen:

RANCID And Out Comes The Wolves
SUBLIME Sublime
SEPULTURA Chaos AD
SNOT Get Some
MAX ROACH TRIO Feat. The Legendary Hasaan

12. Wie oft probt ihr?

ROB: Eigentlich nie, wir spielen ständig live, treffen uns also nur vor Aufnahmen, um neue Songs einzustudieren/zu arrangieren oder um einen neuen Bassisten einzuarbeiten.

13. Wie seid ihr zum Bandnamen gekommen?

ROB: Wir hatten einen Liste mit Vorschlägen und THE RAZORBLADES klang am schärfsten, alle waren dafür….eine heißere Geschichte hab ich leider nicht auf Lager.

14. Wie seid ihr zu eurem einzigartigen Sound gekommen?

ROB: Der Sound ist eine Mischung aus meinen Einflüssen und der mittlerweile 11-jährigen Bandgeschichte. Neben ein paar Vorbildern wie die schon erwähnten Slacktone und Dick Dale haben viele Erfahrungen auf Tour und das ständige Live spielen die Band geprägt. Ich würde sagen, ich versuch die Musik zu machen, die ich auch gerne hören würde und bin dem auf der neuen Platte ziemlich nahe gekommen. Außerdem finde ich die neuste Bandkonstellation gerade recht inspirierend….Ralphs Schlagzeugspiel passt perfekt zu den Songs.

15. Was bedeutet es euch Musik zu machen?

ROB: Musik machen ist einfach die wichtigste Sache im Leben. Ich kann mich damit ausdrücken, mich kreativ ausleben und Sachen verarbeiten, die mir im Leben begegnen. Seit ich 15 bin, hat mich die Musik, die ich höre und dann machen wollte auch als Person definiert: was man anzieht, zu welcher Subkultur man sich zugehörig fühlt, welchen Stil man so lebt usw. In den letzten Jahren hab ich durchs Musikmachen auch unheimlich viele nette Menschen und Orte kennen gelernt, die ich nicht mehr missen möchte. Außerdem verdiene ich damit meinen Lebensunterhalt.

RALPH: Musik machen ist großartig! Man kann riesigen Spaß mit Mitmusikern und Publikum haben. Das Gefühl auf der Bühne die Musik zu spielen die einem gefällt ist einfach unbeschreiblich gut.

16. Mit welchen Musikern arbeitet ihr gern zusammen?

ROB: Mit solchen, die professionell sind ohne in einen abgefuckten Dienstleistungsmodus zu verfallen. Wir mögen Leute, die die Sache ernst nehmen, gut spielen können und sich einbringen, dabei nicht immer nur ans Geld denken, sondern auch mit Spaß bei der Sache sind. Auf der neuen Platte hatten wir das Glück,  mit ein paar Leuten aufzunehmen, die wir unterwegs kennengelernt haben, die uns inspiriert haben und die auch noch nett waren. Das ist schön, wenn es musikalisch und persönlich so zusammen passt. Auf Tour ist natürlich auch wichtig, dass man sozial verträglich ist…wir verbringen die ein oder andere Stunde auf engem Raum miteinander, da muss sich jeder auch mal zurück nehmen können.

17. Welchen Film habt ihr als letztes im Kino gesehen?Pressefoto 1

ROB: Django Unchained und die Schlümpfe in 3 D…beides großartig.

RALPH: Django Unchained.

18. Euer Lieblingsfilm?

ROB: Der Pate 1 – 3 und „Mystery Train“ von Jim Jarmusch.

RALPH: Fear and Loathing in Las Vegas.

19. Wie politisch darf Musik sein?

ROB: Ich finds immer schwierig einen komplexen politischen Sachverhalt in einem Song geistreich zu beleuchten. Meistens driftet das dann schnell ins Parolenhafte oder leicht Infantile ab. Ich hab schon eine klare politische Meinung, muss die aber nicht mit meiner Musik transportieren. Einen ironischen Kommentar in Form eines Songtitels finde ich schon OK, aber Leute die die Welt durch Interviews retten wollen wie Bono oder diverse Deutschrocker finde ich unerträglich. Ich finde, dass viele Musiker sich da zu wichtig nehmen, denn ihre politische Meinung ist oft auch nicht interessanter oder geistreicher als die eines Elektrikers…nur der wird halt nicht interviewt. Da unsere Texte aber kurz und sporadisch sind, haben wir damit keine Probleme.

20. Was haltet ihr von gecasteten Bands?

ROB: Brauch ich nicht, es geht dabei meist nicht um Musik, sondern eher um ein Marketing Konzept. Ich finde es sehr schade, dass heute das Covern so einen unheimlichen Stellenwert genießt. Es gibt kaum eine Casting Show, in der mal ein eigener Song mit eigenem Stil präsentiert wird und das färbt dann auch auf die Liveszene ab…ich kann nicht verstehen, was so toll an einer Tribute-Band sein soll, die genauso klingt und aussieht wie ihr Vorbild. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Plätze und Gelegenheiten gibt für Musiker, die was Eigenes machen. Selbst wenn mir das nicht gefällt, finde ich das 1000 Mal interessanter als eine perfekte Kopie von wem auch immer…

Vielen Dank für das Interview!

Pressefoto 3

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