Live Review Tuska Open Air Helsinki Suvilahti 29.06.-01.07.12

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Der finnische Sommer ist ja bekanntlich kurz und dennoch intensiv. Diese Intensität von musikalische Seite her, erlebte die finnische Hauptstadt Helsinki an diesem Wochenende in der in der Nähe vom Hafen gelegenen Location Suvilahti, auf der sich bei überwiegend sommerlichen Temperaturen runde 27000 Metalheads tummelten um den metallischen Klängen internationaler Bands zu lauschen.

Mittendrin, die verrückte Crew von Visions Underground…..

Freitag 29.06.12:

Noch etwas verkatert von unserem Vorabendlichen Trip zum Gig von Barren Earth im Zentrum von Helsinki, enterten wir dennoch pünktlich das Festivalgelände Suvilahti, ein inmitten eines Industriegebietes liegendes und geräumiges Gelände auf dem das Tuska Festival bereits zum 2. Mal stattfand. Nicht schön anzusehen, um ehrlich zu sein – aber effektiv, brachte man hier doch die große Hauptbühne (Radio Rock Stage), die nur vermindert kleinere Hellsinki Stage, eine Zeltbühne (Inferno Stage), sowie die kleine, in einem Club gelegene Musamaalima Stage unter. All das mit einem überaus vielfältigen Programm versehen und mit der Kunst, nur wenige Überschneidungen von Bands zu haben. Hier wurde also bereits im Vorfeld beträchtliches für die Fans geleistet. Und auch der Wettergott spielte mit und einem erfolgreichen Tuska Festival 2012 stand somit nichts mehr im Wege…..

Die ersten, die sich dem finnischen Publikum präsentierten, waren Profane Omen aus dem Mittelfinnschen Lahti. Die Band hat sich im Laufe der Jahre zu einem wirklich angesagten Act gemausert und die ihnen zugestandene Stunde Spielzeit wurde vollends ausgenutzt, um fette Songs von allen bisherigen Veröffentlichungen der Band zu spielen. Hier wurde bereits im eigenen Land viel Werbung für sich selbst betrieben für die im September startende Tour mit Ensiferum. Sehr guter Auftritt und das Publikum wurde mit einem Paukenschlag auf dem Tuska Festival 2012 begrüßt….

Profane Omen

Die französischen Melancholic Metaller Alcest enterten derweil die Inferno Stage und hier gab es richtig geile Melodien und Emotionen pur. Wer die Mannen um Sänger Neige kennt, weiß das man schon nach nur wenigen Klängen keine Chance mehr hat sich der Musik von Alcest zu entziehen. Und so erging es auch dem finnischen Publikum. Das Zelt vor der Inferno Stage wurde voller und voller und die Franzosen lullten die Menge mit ihren zwar traurigen aber dafür wunderschönen Kompositionen regelrecht ein. Niemand wollte gehen und es gab sehr gute Beifallsbekundungen für diese talentierten Musiker. Im Vordergrund standen natürlich Songs des gerade erschienenen Longplayers „Les Voyages De L Àme“ aber auch Stücke der älteren Scheiben wurden zum Besten dargeboten. So verabschiedeten sich Alcest nach einer Stunde mit viel Applaus und ich bin sicher, dass sie hier in Helsinki immer wieder gerne gesehene Gäste sein werden.Alcest 1

Auf ging´s nun zur Radio Rock Stage um den Auftritt von den Bay Area Thrashern Exodus nicht zu verpassen…. Hammer, was hier abging ! Ein Kracher nach dem anderen schmetterten die Jungs um Sänger Rob Dukes aus der PA. und das finnische Publikum fand einen beispiellosen Gefallen an der Performance der Amerikaner. Exodus

Man begann gewohnt stark und der Opener „The Last Act of Defiance“ verdeutlichte dies eindrucksvoll. Die Finnen danken es der Band mit frenetischen Anfeuerungsrufen und als ob es immer wieder hin & her gehen würde setzten Exodus Mitte des Sets mit dem Hammersong „Bonded by Blood“ noch eins obendrauf. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt gabs einen fetten Circle Pit und eine Wall of Death und mit „Strike of the Beast“ verabschiedeten sich Exodus nach gut einer Stunde – geiler Auftritt !!

Weiter gings im Programm, auf der sich nun mehr und mehr mit Metalheads füllenden Festivalarea und für die kurzfristig ausgefallenen Animals As Leaders sprangen Barren Earth ein, die ja schon am Vorabend in On The Rocks, einem Metal Club in der City performt hatten. Und hier zeigten sie sich also innerhalb von 24 Stunden zum zweiten Mal live….und das wirklich sehr beeindruckend. Barren Earth ist definitiv keine Band, die durch übermäßiges Stageacting auffällt, eher durch deren spielerische Klasse. Barren Earth

Frontnase Mikko Kotamäki, der ja durch seine Aktivität bei Swallow The Sun bekannt ist, besticht durch seine prägnante Stimme, setzt diese gekonnt und variabel ein und ist trotz seines geringen Aktionsradius der Blickfang in der Performance of Barren Earth. Gitarrist Sami Yli-Sirniö ist für sein virtuoses Gitarrenspiel bekannt und ist ganz klar derjenige, der den Kompositionen seinen Stempel aufdrückt. Insgesamt wirkt die Band eher zurückhaltend und es ist hier wirklich nur die Musik und ganz wenig Show. Das tut gut, so etwas auch mal erleben zu dürfen und die Beifallsbekundungen des Publikums sprechen für sich und Barren Earth werden nach einer guten, soliden Darbietung mit großem Beifall verabschiedet. Respekt !!

Edguy sind die nächsten, die sich dem finnischen Publikum präsentieren. Dieses Jahr hatte ich ja bereits zwei Mal das Vergnügen die band live bewundern zu dürfen und auch beim dritten Mal zeigten sich Tobi Sammet und seine Mitstreiter gewohnt souverän und spielfreudig. Mit Nobody´s Hero eröffenten die Deutschen ihren Set und das Publikum brauchte nicht lange, um auf die melodiösen und mit einem guten Sound versehenen Klänge anzusprechen…. Edguy wurden bedingungslos unterstützt und man merkte den Jungs richtig an, dass sie eine Menge Spaß auf der Bühne hatten… :

Weiter gings über dem sehr eingängigem „Tears of a Mandrake“ bei dem die Stimmung ein ganz hohes Level erreichte. Edguy hielten über die gesamte Spielzeit die Maniacs in Bewegung und spielten einen grandiosen Auftritt, der mit „King of Fools“ nach einer Stunde einen würdigen Abschluss fand.

Nun wurde es etwas langsam und beträchtlicher, waren doch die Doomster von St. Vitus die nächsten, die sich auf der Hellsinki Stage zeigten. Man sieht den Musikern an, dass sie schon viele Jahre dabei sind und umso respektvoller ist die Tatsache, dass sie hier auf der Bühne stehen und ihre Mucke zum Besten geben. Schwerer, schleppender Doom wird hier von den Amerikanern auf die Meute losgelassen und alte St. Vitus Klassiker wie „Clear Windowpane“ oder „Born too Late“ zeigen das die Herren es immer noch drauf haben. Dementsprechend hoch fiel der Applaus aus und St. Vitus brachten es innerhalb von einer Stunde auf 4 Songs – die allesamt wirkten und richtig geil waren. Sehr geile Band und gelungener Auftritt !!k-343

Trivium waren die nächsten die auf unserer Liste standen und auch hier überzeugte die Band auf ganzer Linie und brachte das Publikum sofort auf ihre Seite. Die Band überzeugte spielerisch und brachte ihre genialen Melodien mit einem wunderbaren sound in die Menge, so dass bei dem genialen „In Waves“ ein nie enden wollender Circle Pit entstand. Von der Begeisterung unter den Fans regelrecht angestachelt, spielten sich Trivium in einen regelrechten Rausch und spielten mit den besten Auftritt bis zum jetzigen Zeitpunkt. Geradlinig und voll auf die Zwölf  !! Besser geht’s nicht – Daumen hoch für Trivium !!

Es folgte nun das Highlight des Tages in meinen Augen….das Comeback der Death Metal Götter aus den 90´ern Demigod, die man hierfür auf dem Tuska 2012 verpflichtet hatte. Unglaublich und so war es etwas verwunderlich zu sehen, dass es anfangs vor der Bühne noch relativ überschaubar zuging. Aber schon nach den ersten Klängen wurde es zunehmend voller und Frontman Esa Linden gab sich sehr souverän im Umgang mit den Fans. Demigod wurden bedingungslos unterstützt und ein Death-Metal Hammer nach dem andern vom Kult-Album „Slumber of Sullen Eyes“ wurde auf die Fans abgefeuert.

DemigodUnd diese nahmen diese Kost dankbar an, sind Demigod doch nach Jahren der Abstinenz nun zurück und das mit wirklichen eindeutigen Zukunftsplänen. Mehr hierzu in unserem ausführlichen Gespräch mit Esa & Sami direkt im Anschluss an diesen Auftritt. Demigod hatten einen genialen Sound und die Band brachte ihre Stücke kompromisslos auf den Punkt, so dass man ihnen nach dieser Darbietung zu dem erfolgreichen Comeback mehr als gratulieren kann.

Leider war nach etwa 40 Minuten schon Schluss und Demigod verabschiedeten sich mit dem Titeltrack ihres Kultalbums „Slumber of Sullen Eyes“ und wurden von den Fans gebührend verabschiedet. Man darf gespannt sein, wie sich die Mannen um Esa Linden in Zukunft schlagen werden……

Wir bekamen nach dem Demigod Interview noch die letzten Klänge von „Raudt Og Svart“ und „Alone“ von Arcturus mit, die sich sehr achtbar aus der Affäre zogen und ebenso noch einige Songs von Hatebreed, bei denen es wirklich mächtig zur Sache ging. Ich persönlich kann mit dem metallischen Hardcore-Punk der neueren Schule nicht soviel anfangen, der Grosteil des Publikums jedoch ging mächtig ab auf den teils etwas breiigen Sound. Hier war der Mixer der Amerikaner nicht immer ganz bei der Sache. Dennoch kamen Songs wie „Beholder of Justice“ oder „Destroy everything“ sehr gut an beim finnischen Publikum und Hatebreed ernteten dementsprechend viele Beifallsbekundungen.

Zum Abschluss des 1. Festivaltages war nun die Zeit für Megadeth gekommen. Der nicht an allen Ecken der Welt geliebte Dave Mustaine und seine Mitstreiter eröffneten mit „Never Dead“ ihren Set und das mittlerweile gut angetrunkene Publikum sprang natürlich sofort auf diesen Hammersong an.

Megadeth hatten einen sehr guten Sound und die Flitzefinger spielten sich hochprofessionell durch Songs wie „Hangar 18“ und „Sweating Bullets“ und überzeugten auf ganzer Linie. Entweder man liebt sie oder man hasst sie – aber hier musste man schon nach wenigen Klängen neidlos anerkennen, dass Megadeth, wenn sie denn wollen, in einer eigenen Liga spielen.

Der Kult-Klassiker „Symphony of Destruction“ läutete dann langsam das Ende der 1,5 Stündigen Show ein und nachdem Megadeth ihren Set mit „Peace Sells“ offiziell beendet hatten, setzten sie aufgrund der frenetischen Anfeuerungen der finnischen Fans mit „Holy Wars…The Punishment Due“ noch einen drauf und verabschiedeten sich so von der tobenden Fanschar auf dem Tuska 2012. So fand der 1. Tag einen würdigen Abschluss und die, die jetzt noch nicht genug hatten, zogen nun in diverse Metal Cubs in der City um dort weiter zu feiern und diverse Acts bewundern zu können.

Samstag, 30.06.12:

Heute stand uns ein ebenso bunt gemischtes Programm an Bands bevor und die Hightlights am heutigen Tage waren aus unserer Sicht vor allem Napalm Death, Swallow The Sun und Insomnium.

Der leidige Job des Opners wurde der estnischen Folk Metal Kapelle Metsätöll zuteil, die bereits um 12:30 auf die Bretter mussten und die bereits Anwesenden mit ihren Klängen beglückte. Das Publikum nahm das melodische und gute Zusammenspiel, zur Einstimmung auf den 2. Festivaltag, dankbar an und verabschiedete die Esten mit gutem Applaus.

Amoral kamen nun zum Zuge und präsentierten sich ihren Fans auf der Hellsinki Stage. Die Jungs haben ja auch eine kleine Zeitreise vorzuweisen, starteten sie ihre musikalische Karriere doch als Thrash Metal Coverband, fingen fortan eigenes Material zu schrieben und widmeten sich dem Death Metal, ehe sie seit ungefähr 2009 ihren Stil mehr in die Power Metal Ecke verlagert haben. Der Hauptgrund hierfür war wohl der damalige Besetzungswechsel am Mikro als 2008 Ari Koivonen den bis dahin am Gesang weilenden Niko Kalliojärve ersetzte und mit seinem weitaus variableren Gesangsstil die neue Richtung der Band so wesentlich mitprägte. Am heutigen tage zeigten Amoral ihr ganzes Können und selbst Death Metal Song aus der früheren Ära der Band wurden zum Besten gegeben.Audience

Die Fans zollten es der Band mit zwar Respekt doch zu unserer allgemeinen Verwunderung mit doch recht verhaltenem Applaus. Grund hierfür war wohl ein leichter Hangover der einzelnen Musiker, der aber keinen Einfluss auf deren spielerisches Können hatte. Mokoma war die nächste Band, die unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Finnischsprachigen Thrasher beherrschten das Publikum von der ersten Minute an und konnten über die gesamte Dauer ihres Sets voll überzeugen. In den letzten Jahren haben sich Mokoma ja zu einer festen Größe etabliert. Nachdem die Karriere anfangs ja unter keinem guten Stern zu stehen schien, schaffte man es mit guter und intensiver Arbeit sich nach oben zu spielen und das beeindruckende Resultat konnte man heute sehr deutlich vernehmen: Vor der Bühne war kein Platz mehr und die Fans feierten die Band nach allen Regeln der Kunst ab und ein Circle Pit folgte dem nächsten. Mokoma dankten es ihnen mit Songs wie dem melodischen und richtig Arsch tretenden „Arräpää“ und die 1 Stunde Spielzeit verging leider viel zu schnell und bei „Tästä on hyvä Jatkaa“ ging es nochmals richtig ab. Sehr geiler Auftritt der sympathischen Finnen !!.

Auf der Inferno Stage waren nun die Black Metaller von Horna an der Reihe. Bisher kannte ich die Band nur von Konserve. Doch wie man dies live umsetzte, war schon beeindruckend. Überwiegend Knüppel Parts bestimmen die Strukturen im Soundgefüge der Schwarzmetaller aus Finnland, jedoch gesellen sich feine spielerische Raffinessen hinzu, die selbst live gut umgesetzt wurden. Ab und an wurde das Tempo auch erheblich gedrosselt und so den Songs wesentlich mehr Eingängigkeit verliehen.

Nicht jedermanns Ding, aber das Zelt war voll und für Horna gab es auch gut Beifall….also kann es so verkehrt nicht gewesen sein !! Daumen hoch J

Napalm Death existieren schon seit Jahrhunderten, doch zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es heute erst mein 2. Mal gewesen ist, diese Band live zu sehen.

Und ich wurde wirklich überrascht, wie tight und harmonisch die Musiker hier zusammen agieren.

Bis auf eine Ausnahme: Sänger Mark Greenway macht rein musikalisch gesehen zwar keine Ausnahme, seine Stimme ist auch nicht wirklich die unbedingte Vorzeige Voice eines Death Metallers aber er passt eben voll und ganz ins Konzept der Engländer. Doch sein wirres Verhalten zwischen und vor allem während der Songs, erweckt eher den Eindruck, man hätte es hier mit einem Entlaufenen einer psychiatrischen Anstalt, anstelle eines Sängers einer Death Metal Band zu tun.Napalm

Ich weiß nicht was die Band selbst über sein merkwürdiges Gehabe auf der Bühne denkt, es wirkt alles in allem doch recht Peinlich und Banane was der Gute Chris da fabriziert und es ist nur schwer vorstellbar, dass Napalm Death das Ernst meinen. Fazit: Musikalisch gut – vom Auftreten her extrem Panne und aus diesem Grunde haben wir uns das ganze Leid auch nicht mit bis zum Schluss angesehen. Napalm Death live kann man sich antun, dazu sollte man aber volltrunken sein!!

Die finnischen Melodic Deather Insomnium, waren die nächste Kapelle, die sich auf der Hellsinki Stage zeigte. Und man legte wie gewohnt souverän los mit den Midtempo – lastigen Nummern, die ja ein Parade Beispiel im Sound der Finnen sind.

Man konzentrierte sich größtenteils auf das Material vom letzten aktuellen Longplayer „One For Sorrow“ und hatte mit der Songauswahl wohl auch genau den Geschmack des Publikums getroffen. Die Fans unterstützten die Band nach besten Kräften und bei „Down with the Sun“ wurde ein schöner Circle Pit angezettelt und es kam nun richtig Bewegung im Publikum auf.

Insomnium

Insomium spielten, unterstützt von einem makellosen Sound, noch weitere Highlights aus deren Repertoire. Zur Freude der Fans, die Songs wie das geniale und fett groovende „Through The Shadows“ abfeierten und die Band mit großem Applaus nach knapp 50 Min. verabschiedeten.

Die in Kemi beheimateten Sonata Arctica waren die nächste Band, die sich auf der Radio Rock Stage dem Publikum präsentierte. Und sie fegten hoch motiviert und voller Spielfreude über die Bühne, waren super agil und stets um den Kontakt mit dem Publikum bemüht, während sie ihre schon fast teils hymnenartigen Songs zum Besten gaben. Sänger Tony Kakko war wie in jeder Show der Nordmänner der absolute Blickfang und er hatte die Manicas von der ersten Sekunde an fest im Griff. Auch die Soundverhältnisse waren in Ordnung, obwohl ich hin und wieder das Gefühl hatte, dass das Keyboard den sehr tight gespielten Power Metal der Mann um Tony Kakko zu sehr dominierte. Abgesehen nvon diesen Kleinigkeiten war es ein guter Auftritt der Finnen, den das Publikum auch dementsprechend wohlwollend honorierte.

Man konzentrierte sich vorwiegend auf songs vom neuen Longplayer „Stones Grow Her Name“, aber auch ältere Songs wurden den Fans hier in Helsinki präsentiert. Nach einer Stunde war Schluss und alle waren zufrieden mit dem was Sonata Arctica hier geboten hatten – sehr guter Auftritt der Mann aus dem Nordfinnischen Kemi.

Wir eilten schnell zur Inferno Stage, wo gerade Swallow The sun mit ihrem Auftritt begannen. Schwermütiger, melancholischer Doom Metal, wie man ihn besser kaum spielen kann. Vor allem das genau auf den Punkt gebrachte Zusammenspiel ist hier das faszinierende. Gerade im Doom Metal liegt die Priorität des ganzen Schaffens in der Präzision und Swallow The Sun sind wahre Meister ihres Fachs. Unterlegt von fetten Gitarren wurden Songs wie „New Moon“ und „These Woods Breathe Evil“ zum Besten gegeben und die Fans so in die ganz eigene welt von Swqallow The Sun entführt. Keine andere Band schafft es live, diese betörende Schönheit in ihren Songs so umzusetzen wie Swallow The sun dies tun. Keiner der Zuschauer ging, so gefesselt war man von den Kompositionen dieser Ausnahmeband. Ein auftritt der unter die haut ging und den man getrost als eines der Highlights am Tuska 2012 verzeichnen kann – Hammer !!

Von Behemoth bekamen wir noch die letzten beiden Songs mit und hier ging richtig was ab vor der Bühne….Circle Pit ohne Ende und eine Wall Of Death vom allerfeinsten. Behemoth wissen wie man den Fans richtig einheizt. Fette Nackenbrecher wie das äußerst abwechslungsreiche „Lucifer“ waren die gefundene Portion Black Metal für die Fans. Hier stand wirklich niemand still und auch der Behemoth Auftritt avancierte zu einem der besten im bisherigen Verlauf des Festivals.

Die Schweden Sabaton waren die Headliner des 2. Festivaltages und die Band ist in Finnland sehr beliebt, was sich auch unschwer durch die Menge von Fans zeigte, die sich schon lange vor der Sabaton Show vor der Radio Rock Stage versammelten. Als die ‚Schweden die Bühne betraten wurden sie lautstark vom finnischen Publikum begrüßt und mit „Ghost Division“ hatten sie auch gleich den passenden Opener am Start, um für richtig Stimmung zu sorgen. Die Band wirkte sehr agil und bewegungsfreudig und man tauschte laufend die Positionen und hatte merklich Spaß daran, die Menge auf dem Tuska zu unterhalten. Vor allem Sänger Joakim Broden war es, der immer wieder das Publikum mit einbezog und so den Beleibtheitsgrad von Sabton hier in Finnland weiter untermauerte. Die Band wurde ja kräftig durcheinander gewirbelt durch die Abgänge am Schlagzeug und den beiden Gitarren im Frühajhr 2012, doch die neuen Musiker bei Sabaton, Robban Bäck an den Drums sowie Chris Rörland und Thobbe Englund an den Gitarren, wurden perfekt in die Band integriert und machten einen hervorragenden Job an ihren Instrumenten. Da bisher noch kein neuer Keyboarder im Line-up von Sabaton vertreten ist, laufen sämtliche Keys vom Band ab. Das tat aber der Bühnenshow der Schweden beileibe keinen Abbruch – im Gegenteil, selten hat man die Band so spielfreudig und positiv erlebt wie auf dem Tuska Festival 2012 und Songs wie „Cliffs Of Gallipoli“ oder „Panzer Battalion“ verbreiteten all ihre Macht und Intensität, so dass sich die Sabaton Show zu dem absoluten Highlight des heutigen Festivaltages mauserte.

Mit „Primo Victoria“ und dem fantastischen Metal Crüe“ hatte man 2 Bärenstarke Songs zum Abschluss im Gepäck – man wurde nach allen Regeln der Kunst abgefeiert und hinterließ einen bleibenden Eindruck bei der jetzt wirklich ausgepumpten Meute.

Sehr starker Auftritt der Schweden !!

Sonntag, 01.07.12:

Das Beste kommt immer zum Schluss….Mitnichten!! Der heutige Festivaltag stellte besonders eindrucksvoll das Gegenteil unter Beweis.

Kurz nachdem sich die Pforten des Festivalgeländes öffneten, waren schon massig Fans auf dem Gelände und wir gingen direkt zur Inferno Stage, wo The Man Eating Tree aus dem Norden Finnlands um 13:30 ihren Set eröffneten. Das Zelt war schon relativ gut gefüllt und mit jedem gespielten Ton kamen mehr Fans vor die Bühne, um die Band aus Oulu zu sehen. Nach dem Intro „Harvest Bell“ hauten The Man Eating Tree mit “At The Green Country Chapel“ genau in die richtige Kerbe und fanden so einen Auftakt nach Maß für ihre Show.

Den Fans war´s recht und sie unterstützten die Nordmänner lautstark. Vor allem der Sound war für Festivalverhältnisse erstaunlich gut und man hatte das Gefühl einer CD zu lauschen, so glasklar war der Soundteppich, der sich über das mittlerweile fast volle Zelt vor der Infernostage legte.TMET

Ausnahmesänger Tuomas Tuominen setzte seine Stimme gekonnt ein und verlieh so den Songs ein hohes Maß an Wiedererkennungswert. Aber auch die anderen Bandmitglieder standen ihm in nichts nach: Drummer Vesa Ranta bearbeitete sein Drumkit präzise wie ein Uhrwerk, die Gitarrenfraktion Antti Karhu und Janne Markus harmonierte perfekt miteinander und Bassist Mikko Uusimaa sorgte für äußerst melodischen Druck aus der Tiefe während Keyboaderin Heidi Määttä die Songstrukturen mit ihrem nahezu perfekten Spiel veredelte.

Auch bei der Songauswahl verfügten The Man Eating Tree über ein glückliches Händlichen und trafen genau den Geschmack der Fans. Hammersongs wie „Code Of Surrender“ oder das sehr eingängige und fast schon als Doom Song daherkommende „Exhaled“, trafen voll ins Schwarze. Überhaupt waren die songs von den bisher beiden Alben ziemlich gleich verteilt, vom 1. Album Vine gab es soagr 5 Nummern die allesamt gut beim Publikum ankamen.

Sänger Tuomas war ständig in Kontakt mit der Menge und der Blickfang auf der Bühne, während die Gitarristen Janne & Antti in toller Spiellaube waren und über die Bühnenbretter fegten.

Leider war die Spielzeit von einer Stunde sehr schnell vorbei und The Man Eating Tree wurden mit großem Beifall verabschiedet – ein Hammer Auftritt gleich zu Beginn des letzten Festivaltages, was will das Metallerherz mehr….. J

Mehr zu The Man Eating Tree gibt’s im Interview, welches wir direkt nach der Show mit Sänger Tuomas Tuominen führten.

Aus diesem Grunde verpassten wir leider Apocalyptica und so waren Skeletonwitch die nächste Band für die wir uns interessierten. Auch hier waren wieder viele Fans an der Inferno Stage als die Thrash/Black Metal Kapelle die Bühne enterte. Die wirklich sauber und in einem schnellen Tempo vorgetragenen Songs lösten vor der Bühne wieder einen Circle Pit aus und man hatte das Gefühl, dass die Mannen um Sänger Garnette richtig Spaß hatten so wie sie sich ins Zeug legten. Der Großteil der Setlist konzentrierte sich auf das 2011er Album „Forever Abomination“ und die sehr abwechslungsreichen und eingängigen Songs kamen sehr gut bei den Finnen an. Coole Show der amerikanischen Band !!

Wegen eines Gefängnisaufenthaltes ihres Sängers mussten Lamb Of God ihren Gig auf dem Tuska Festival absagen und an ihre Stelle rückten die Herren von Overkill, die nun die Radio Rock Stage betraten um ein Feuerwerk abzubrennen. Blitz und seine Musiker wurden enthusiastisch begrüßt und hauten mit „Come And Get It“ gleich ein Hammersong raus, der die Fans zum abgehen animierte.Overkill

Die Performance war, wie man es von Overkill gewohnt ist, wieder einmal erstklassig und mit „Elimination“ sowie „Hello From The Gutter“ hatte man weiteres gutes Material um die Finnen in Ekstase zu versetzen .Die Meute vor der Bühne machte auch gleich ordentlich Betrieb und diese fantastische Stimmung blieb über die gesamte Spielzeit von Overkill erhalten. Gerade hier war der Band die Jahrzehnte lange Erfahrung anzumerken – Overkill wissen genau wie man ein hohes musikalisches Level kreiert und sie sind in der Lage dieses nicht nur zu halten, sondern um ein Vielfaches zu steigern. Dem finnischen Publikum war es eine helle Freude Klassiker wie „Save Yourself“ und „In Union We Stand“ serviert zu bekommen. Und das in einer Qualität, wie man sie sich besser nicht vorstellen und die alle Erwartungen auf einem Open Air übertrifft. Die Fans bangten was das Zeug hielt und die Energie, die Overkill versprühten, erfasste wirklich jeden auf dem Festivalgelände und ich bin sicher, dass die Fans die Energie noch über Tage transportiert haben. Am Ende gab es mit „Deny The Cross“, „Rotten To The Core“ und „Fuck You“ die vom finnischen Publikum geforderten Zugaben und Overkill bekamen mächtig Applaus für ihre musikalische Darbietung, die schon ziemlich nah an dem war, was man als perfekt bezeichnen könnte.

Sehr beeindruckend, wie Blitz mit seinen Overkill-Jungs hier in Helsinki auftrumpfte – besser kann man sich nicht präsentieren !!

Wegen dem Wechsel von Overkill auf die Radio Rock Stage, waren nun Finntroll diejenigen, die deren Platz auf der Hellsinki Stage einnahmen. Ein Heimspiel für die Mannen um Sänger Vreth und dementsprechend reagierte auch die Menge auf die Folk Metaller. Finntroll ließen einen guten Song dem nächsten folgen und zelebrierten ihre Musik regelrecht. In kaum einem Song gab es keinen Circle Pit und die Stimmung war mehr als herausragend unter den Fans, besser als bei den anderen Acts zuvor, wie es unschwer zu erkennen war bei dieser tobenden Menge.

Finntroll

Lediglich das nervige Keyboard störte mich in den ansonsten gut vorgetragenen Songs. Es war viel zu laut und hatte fast schon Lead Dimensionen – somit wurden wirklich gut klingende Parts von den Keyboards regelrecht platt gemacht und die Qualität des Sounds litt natürlich enorm unter diesen Umständen. Doch das störte hier keinen – vielleicht hatte ich auch einfach zu wenig Promille… J

Finntroll jedenfalls wurden hier richtig abgefeiert – verdientermaßen und diese talentierte Band werden wir wohl noch öfters auf dem Tuska Festival zu Gesicht bekommen – gute Stimmungserzeuger, die Jungs.

Die Menge war jetzt so richtig fertig, nachdem Finntroll ein wahres Feuerwerk abgebrannt hatten….

Jedoch stand mit Ministry, der Headliner des Tuska Festivals 2012 nun in den Starlöchern….

Und es war klar, dass die Herren um Sänger Al Jourgensen hier nochmals für richtig Stimmung sorgen würden. Besagter schickte erstmal 100 Lobesworte über Helsinki in die überfüllten Reihen vor der Radio Rock Stage und sammelte so richtig fette Pluspunkte bei den Finnen. Diese dankten es Ministry, in dem es wie schon das ganze Wochenende auf dem Tuska Festival, richtig abging. Das sehr vertrackte „Thieves“ sorgte bei dem finnischen Publikum für enorme Beifallsbekundungen und Minitry waren in der Lage da locker noch eins draufzusetzen: „Señor Peligro“ veranlasste die Menge dann nochmals alles zu geben und es entstand ein fetter Circle Pit der zu dem wunderbar grooevnden Song wunderbar lange hielt und die Band wurde dadurch noch mehr angespornt, was man den Musikern deutlich anmerkte, denn im darauf folgenden „The Last Sucker“ präsentierte man noch weitaus spielfreudiger.Ministry

 Der Kult Song der Band schlechthin, „New World Order“ übertraf das natürlich noch um Längen und die Band  zelebrierte diesen Song förmlich und erntete hierfür großen Applaus – und das zu Recht. Die Setliste war alles in allem sehr abwechslungsreich gestaffelt, gerade das geniale “Just One Fix”, bei dem man alle Register zog und wo man deutlich spüren konnte, wie ergreifend die Musik von Ministry sein kann. Die fast 1:50 Std Spielzeit wurde eine regelrechte Huldigung für die Amerikaner und das finnische Publikum verabschiedete seine Helden mit gebührend hohem und ausdauerndem Applaus. Starke Vorstellung zum Abschluss eines tollen Festivalwochenendes – es hätte besser nicht sein können..

Sanna, Hanzi, Rico / V.U.

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