Interview mit der norddeutschen Formation „Unzucht“

Nachdem die norddeutsche Formation Unzucht nun schon seit einiger Zeit im Underground aktiv ist und dort fleißig deutschsprachige Düsternis verbreitet, ist es mehr als Zeit geworden, sich die Sache einmal genauer anzusehen. Der Tourfleiß der Jungs ist vorbildlich: Gerade erst von der gemeinsamen Tour mit Mono Inc. zurückgekehrt, schon geht es mit Megaherz weiter. Anlässlich der vor einigen Wochen endlich erfolgten Markteinführung des ersten offiziellen Longplayers haben wir die Jungs daher zum Gespräch geladen…

Hallo erstmal und vielen Dank für`s Zeitnehmen! Wie geht es Euch aktuell? Wie war der

Tourverlauf? Ihr habt ja live noch einiges vor dieses Jahr, aber der erste Abschnitt mit Mono Inc. ist ja nun abgeschlossen…

Blaschke: Hallo zurück! Ich glaube mittlerweile kann man sagen, dass wir wieder angekommen sind, doch waren die ersten Tage noch von der Tour eingenommen. Aktuell geht es uns allen sehr gut, immerhin haben wir 11 wirklich unglaubliche und wundervolle Shows mit MONO INC. gespielt. Wir haben viel erlebt, viel gelernt, viel zeigen können und viele Leute kennengelernt. Die Erfahrung war und ist wunderbar. Auch wenn wir jetzt ohne Pause weiter viel zu tun haben, geht es uns ausgesprochen gut!

Wie würdet Ihr Euch, Eure Band und die Musik, für die Ihr steht, vorstellen? Wer/ was ist/

sind Unzucht? Wie hat die Band zu einander gefunden?

Fuhrmann: Wir sind vier Typen aus Niedersachsen, die eine Vorliebe für Dunkles haben. Gefunden haben wir uns über gemeinsame Interessen (Wein, Weib und Gesang), also auf Konzerten, wo wir selbst gezockt oder sonstwie zu tun hatten. De Clercq und Schulz wollten schon länger mal was Dunkles zusammen starten und haben dann mit einem Kollegen die ersten Unzucht-Demos realisiert. Als ich die gehört habe, war ich gleich Feuer und Flamme und bin dazugestoßen. Jüngster im Bunde ist unser Bassist Blaschke, der seit Herbst 2011 festes Bandmitglied ist. Alle kannten sich schon bevor es die Unzucht gab, wir sind also keine Zweckgemeinschaft, sondern eher eine schwarze Familie.

 

Neben Unzucht: Welchen Stellenwert hat Musik sonst für Euch? Ist es für Euch bereits

Hauptberuf? Oder „Nebenberuf mit Potential“? Habt Ihr Side-Projects? Recht bekannt ist ja mittlerweile z.B. „Der Schulz“…

Fuhrmann: Die Frage kriegen wir im Moment häufig. Und zwar nicht ohne Grund, denn die Musik und da vor allem Unzucht nimmt momentan so viel Platz in unser aller Leben ein, dass keiner einem „richtigen“ Hauptberuf nachgehen könnte, das würde zeitlich gar nicht gehen. Allein die Touren, die wir dieses und nächstes Jahr spielen, könnte man mit einer festen Einstellung zeitlich nicht vereinbaren. Das gilt auch für sämtliche Side-Projects, da gibt es momentan nichts großartig zu erzählen, da das alles hinter der Unzucht steht in unseren Prioritätenlisten. Und das wird auch noch in den kommenden Jahren so bleiben.

 

Wie läuft das Songwriting bei Euch ab und woher nehmt Ihr Eure Ideen dafür? Auf

Facebook seid Ihr ja zum Teil auch immer mal wieder in politische Diskussionen         involviert… Bleibt das bei Unzucht außen vor? Ansonsten fällt bei Euch natürlich das Spielen mit alt bekannten Gothic-Klischees auf…

Blaschke: Das Songwriting durchläuft meist alle. Doch Drahtzieher bei der Geschichte ist DeClerqc. Er kommt ständig mit neuen Ideen an, manchmal auch schon fast fertigen Songs, und der Rest der Band sagt hier und da noch was dazu und es wird zusammen das Endprodukt erstellt. Jeder hat Ideen und jedem fliegen ab und zu Dinge entgegen, die er in einem Song aufleben lassen möchte. Unzucht beschreibt das Leben, Unzucht spricht alles an, da wird sich nicht nur auf ein Thema festgesetzt, das bearbeitet werden muss bzw. sollte.

Die angesprochenen „Gothic-Klischees“ sind wohl mehr Zufall. Klar wird man ein wenig beeinflusst, doch ist das, was wir machen immer noch das, was aus uns hervorkommt. Wir machen halt das, was uns gefällt und gut tut, wenn da mal ein alt bekanntes Wort oder ein Klang auftaucht, kann man das nicht gleich als „Klischee“ bezeichnen. 😉

Wie seht Ihr Eure Entwicklung live und in Bezug auf die Publikumsreaktionen? Die

aktuellen Touren z. B. laufen ja mit unterschiedlichen Bands wie Mono Inc. und Megaherz, trefft Ihr da auf verschiedene Reaktionen? Habt Ihr schon ein „Stammpublikum“? Gibt es vielleicht allgemein Besonderheiten dadurch, dass Ihr als Band schon ein paar Jahre existiert, Euer Erstling aber erst jetzt vor Kurzem veröffentlicht wurde?

Blaschke: Wir können natürlich nur bis zum jetzigen Zeitpunkt sprechen. Was uns das Publikum bei der kommenden Megaherz-Tour geben wird, werden wir sehen, aber wir freuen uns schon riesig!

Die „After the War“-Tour war einfach der Wahnsinn! Ich hätte nie gedacht, dass das Publikum uns so mitreißt! Eigentlich war es unsere Aufgabe, dem Publikum einzuheizen, aber manchmal merkte man nach wenigen Minuten, dass der Spieß umgedreht wurde! Unbeschreiblich! Klar gibt es verschiedene Reaktionen, wäre ja schlimm und angsteinflößend, wenn uns alle lieben oder hassen würden! Das wäre halt nicht normal! 😉

 

Ja, mittlerweile gibt es Leute, die nur wegen uns zu Konzerten kommen, die uns sogar nachreisen! Das ehrt uns und wir sind sehr dankbar dafür! Es ist schön zu sehen, dass es ein großes Geben und Nehmen ist und wir zusammen alle eine schöne Zeit haben!

A propos Touren: Wie sehen da Eure Zukunftspläne aus? Für den Jahresanfang steht ja

eine beachtliche Co-Headlinertour mit Lord of the Lost an. Was erwartet das Publikum dort? Neue Songs? Ein längeres Set denn als Support? Darf man sich auf Überraschungen freuen?

Blaschke: Ha ha! Da es ein Co-Headliner-Package ist, können wir auf jeden Fall sagen, dass wir ein längeres Set spielen als sonst. Was sonst noch so alles passiert, kann man sich ja dann auf der „Darkness Kills“-Tour anschauen, aber Überraschungen sind es ja nur, wenn sie bis zum Stichtag auch welche bleiben!

 

Mit „Engel der Vernichtung“ und „Deine Zeit läuft ab“ habt Ihr ja visuell schon ganz gut

vorgelegt in einem noch frühen Stadium des Albums: Gibt es schon Pläne/ Ideen für weitere Videos/ Singles von dem aktuellen Album?

Fuhrmann: Es wurde bei den zurückliegenden Shows fleißig Material gesammelt und es gibt auch bereits die Idee, daraus einen weiteren Clip zu einem Song des Albums zu schmieden. Aber ob das klappt, ist noch nicht 100%ig sicher – und der Titel des Songs wird natürlich auch erst verraten, wenn es soweit kommt!

 

Zum aktuellen Album: Woher kam die Idee für das Artwork mit dem Schwan? Geht es um

eine besondere Symbolik? Oder „nur“ der Gegensatz zum Titel „Todsünde 8“ und der transportierten Düsternis? Vonwegen „Ganz in weiß, Schwan“…

Fuhrmann: Die Idee mit dem Schwan kam erst, als wir auf das Foto gestoßen sind. Tolles Bild, krasses Tier. Schwäne sind so ziemlich die „bösartigsten“ Tiere auf der Welt, sofern man das mit unseren menschlichen Maßstäben überhaupt messen kann und sollte.

Sind schon weitere Alben in Planung? Müssen wir wieder so lange warten, bis wir etwas

Neues von Euch hören können?

Fuhrmann: Wir arbeiten schon an neuen Songs und natürlich wollen wir auch schneller damit raus – am liebsten schon 2013, aber ob das klappt, hängt von so vielen Faktoren ab, dass man es besser nicht versprechen sollte. Das Songwriting läuft aber bereits und es sind viele Überraschungen (auch schon vor dem nächsten Album) in der Pipeline. Erstmal freuen wir uns jetzt auf die anstehende Tour mit Megaherz, die Dark End Festivals Ende des Jahres und unsere allererste Co-Headliner-Tour, die wir wie gesagt mit Lord of the Lost Anfang 2013 bestreiten. Danach ist es ja schon ganz bald Zeit für die Sommerfestivals, die Unzucht ist bereits jetzt bestätigt für’s M’era Luna und fürs Feuertal Festival 2013!

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Daniela Désirée Fritsch

für Visions Underground

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