Live Review Metalfest West, Loreley 07.06.-09.06.12

Das Metalfest 2012 auf der Loreley stand unter einem ganz besonderen Fokus in der Visions Underground Redaktion, waren doch namhafte Acts wie Blind Guardian, Kreator, Megadeth oder Ensiferum, um nur einige wenige zu nennen, angekündigt. Mit dementsprechend hoher Vorfreude machten wir uns mit unserer Crew auf zur ruhmreichen Stätte am Rhein, um Euch unsere Impressionen von dort zu vermitteln.

Los ging es auf dem diesjährigen Metalfest Germany West dieses Jahr – feiertagsbedingt – bereits am Donnerstag. Und so kam es wohl auch, dass bereits zu früher Stunde die langhaarigen Massen auf die Loreley strömten und dem äußerst wechselhaften Wetter headbangend trotzten.

Leider merkte man an manchen Stellen deutlich, dass das Festival auf seiner Tour quer durch Europa in diesem Jahr das erste Mal an der Loreley Station machte: Hier gibt es an der Organisation sicherlich noch einiges zu verbessern, weshalb zu hoffen bleibt, dass diese Chancen im nächsten Jahr nicht verpasst werden. Doch dazu später mehr.

Durch die Verteilung auf zwei Bühnen gab es bis in die frühe Nacht hinein insgesamt über 20 Bands auf die Ohren:

Auf der Hauptbühne legten bereits zu früher Stunde Sapiency los, um das noch träge Publikum mit einer ordentlichen Portion Melodic Death Metal erfolgreich wachzurütteln. Die Reaktionen im Auditorium waren dann auch durchaus positiv, so dass die Hessen ihre undankbare Rolle als Opener verdientermaßen bei – noch – trockenem Wetter wettmachen konnten.

Danach waren dann die englischen Psychedelic Rock ´n Roller von Turbowolf an der Reihe. Hierzulande noch relativ wenig bekannt, rollen sie in ihrer Heimat aktuell die Festivalszene mächtig auf. Aber auch auf der Loreley konnten sie sich einem bereits zahlreicher gewordenen Publikum präsentieren. Da die Jungs in dieser Formation aber erst seit 2008 bestehen, bleibt hier noch mächtig Raum, den Sprung von der Insel auf das europäische Festland zu schaffen. Die bisherigen Publikumsreaktionen lassen dies jedenfalls erahnen.

Skull Fist aus Kanada folgten sodann mit einer Runde klassischem Heavy Metal. Deutlich anmerken konnte man der Band ihre Spielfreude und die langsam hinzugewonnene Sicherheit als Band, die nach etlichen Wechseln im Line Up offensichtlich erst zusammenwachsen musste. Da der aktuelle Longplayer „Head oft he Pack“ praktisch weltweit gute Kritiken erhalten hat, bleibt es den Jungs nur zu wünschen, dass sie nun ihren Weg gefunden haben, auf welchem sie erfolgreich zur Eroberung der Rockbühnen dieser Welt ansetzen können.

Ebenfalls in den letzten Jahren von häufig wechselnden Line Ups betroffen waren die schottischen Alestorm, die sich aktuell durch unermüdliche Livepräsenz (Touren in den letzten beiden Jahren u.a. mit Finntroll und Epica) einen beachtlichen Bekanntheitsgrad erspielt haben. Und so schafften sie es dann auch, die von Anfang an relaxed-positive Stimmung im Publikum in Partylaune zu verwandeln. Man mag die ewigen Musikkategorien und Schubladen mögen oder auch nicht. Aber sich als „Pirate Metal Band“ zu bezeichnen, ist dann zumindest mal kreativ!

Eigentlich unpassend, dass sich die düsteren Regenwolken dann ausgerechnet pünktlich nach den portugiesischen Dark Metallern von Moonspell eingefunden hatten. Aber dieser Punkt wurde dann trotz nachmittäglichen Sonnenscheins einfach gewohnt düster dreinblickend atmosphärisch wieder ausgeglichen.

Die in Deutschland zahlreichen Anhänger dieser Formation füllten jedenfalls allmählich das Festivalgelände und wurden schließlich mit den größten Erfolgssongs belohnt. Und so wurde es dann auch großzügig verziehen, dass diese Gruppe weniger durch Show oder Partylaune, als vielmehr tief düstere Atmosphäre zu begeistern weiß.

Im Anschluss kam es dann unfairer Weise zum ersten wirklich heftigen und andauernden Regenguss des Wochenendes. Legion of the Damned waren merklich bemüht, die Umstände einfach zu ignorieren und gaben dementsprechend alles.

Zum Glück ist ein Metalpublikum ja auch nicht unbedingt für Zimperlichkeit bekannt, weshalb das steinerne Amphitheater sich auch nur wenig leerte und man einfach tapfer weiter feierte.

Rechtzeitig als Peter Tägtgren mit seinem Hauptprojekt Hypocrisy die Bühne enterte, war das Gelände dann wieder prall gefüllt mit Besuchern. In gewohnt kraftvoller Manier fegt die Formation los und bringt schließlich den Partyfaktor mit Klassikern wie „Eraser“ noch einige Etagen höher. Spätestens zum Finale mit dem unausweichlichen „Roswell 47“ haben die Headbanger ihren Grund und Anlass für Nackenschmerzen am nächsten Morgen gefunden…

Es ist nicht zu leugnen, dass man ganz klar den Eindruck gewinnen musste, dass jeder einzelne anwesende Festivalbesucher offenbar nur auf Blind Guardian gewartet zu haben scheint. Ohne der Band zu nahe treten zu wollen, aber ein Feuerwerk an Show gehört bekanntlich nicht unbedingt zu ihren Spezialitäten.

Und trotzdem – oder gerade deshalb? – schaffen sie es, einfach nur mit einer pausenlosen Aneinanderreihung von Songs der gesamten Bandgeschichte zu glänzen und zu begeistern. Sehr gelungene Best-Of-Show!

Aus unserer Sicht von daher weniger eine Steigerung, als vielmehr ein Aufrechterhalten des konsequent hohen musikalischen Niveaus zum späten Abend boten Megadeth. Gleichfalls wenig – oder eher keine? – Show, was bei dem, was da instrumental an den Gitarren geboten wurde, aber auch wirklich nicht notwendig war!

Ob man diese Darbietung sodann eher als puristische, große Kunst, oder aber eher als stimmungsvollen, aber unspektakulären Tagesausklang sehen wollte, lag und liegt sicherlich im Auge des Betrachters. In jedem Fall wurde die Besuchermasse mit Megadeth sicherlich sehr passend in die Nacht geschickt…

Freitag, 08.06.12:

Der heutige Freitag versprach von wettertechnischer Seite her auf jeden Fall Besserung, denn es waren nur noch vereinzelte Regenschauer angekündigt.

Los ging es um 13:00 mit Huntress auf der Main Stage, die ihre halbe Stunde Spielzeit effektiv nutzen konnten, und den doch schon für diese  Uhrzeit bereits zahlreichen Anwesenden eine ordentliche Performance boten.

Die Polen Vader waren die nächsten, die auf der Hauptbühne lärmen durften und hier gab es die komplette Death Metal Vollbedienung: Die Musiker waren sehr agil und bewegungsfreudig und schafften es schon nach kurzer Zeit die Fans zu begeistern. Lediglich die Soundverhältnisse waren nicht immer die besten. Das störte aber die nun langsam zunehmende Anzahl von Fans kaum. Vader wurden abgefeiert und jeder, der sie nicht gesehen hat, sollte sich das bei der nächsten Chance, die Polen live zu erleben, nicht entgehen lassen.

Nach einer kurzen Bier und Futterpause standen Salatio Mortis auf unserem Notizblock und pünktlich zu den ersten Klängen der Mittelalter-Rocker waren wir wieder zurück an der Mainstage.

Die Band bot vom ersten gespielten Ton an eine sehr gute Bühnenshow. Da war Bewegung drin und Sänger Alea „Der Bescheidene“ war um ständigen Kontakt mit dem Publikum bemüht und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass der Stimmungspegel nicht gehalten werden könnte. Im Gegenteil – die Band begeisterte über locker 55 Min. und konnte das Level von Vader sogar noch etwas übertreffen. Sehr guter Auftritt der Folk-Rocker.

Nun ging es schnell rüber zur 2nd Stage um die Mainzer Thrasher Purify zu sehen, die sich ja durch ihre regelmäßige und gute Live Präsenz einen festen Namen in der Thrash Ecke gemacht haben. Das Zelt war gut gefüllt und hier gab es eine Hammer-Granate nach der anderen, die durch die PA geschossen wurde. Sänger Mönch beeindruckte mit seinen derben Vocals und setzte so den Songs eine markante Note auf. Purify präsentierten sich von ihrer besten Seite und haben so mit Sicherheit neue Fans hinzugewonnen. Und eben diese gaben sich im kleinen Zelt während der Purify Show eine fette Wall of Death und sorgten so für mächtig Stimmung und Party !! Purify sollte man gehört und gesehen haben – unbedingt anchecken !!

Schnell noch ein Bierchen mitgenommen auf dem Weg zurück zur Mainstage, kamen wir ungefähr Mitte des Sets von Powerwolf an, die ja mittlerweile zu den großen Acts in ihrem Genre gehören und mit ihrem stimmungsvollen Songs die Menge zum toben brachten.

Und das im wahrsten Sinne des Wortes – es war brechend voll vor der Bühne und es wurde gebangt was das Zeug hielt. Natürlich durfte der Kultsong „We drink your Blood“ der sympathischen Band nicht fehlen und avancierte zum Highlight des gesamten Gigs. Sehr guter Auftritt – Hammer und wenn ich das bei einer Powermetal Kapelle sage, dann will das was heißen !!

Die Schweizer Eluveitie waren nun an der Reihe die ihren keltisch beeinflussten Pagan Metal zum Besten gaben. Die Band gab sich Mühe, doch sprang der Funke aufs Publikum nur bedingt über und mich konnten die Schweizer auch nicht wirklich umhauen. Aber dennoch war die Performance ordentlich und man nahm entsprechende Anerkennungsbekundungen mit von der Bühne.

Anschließend wurde es richtig böse – Behemoth standen in den Startlöchern und es gab hier ein Black-Death Metal Massaker vom Allerfeinsten. Die Band war sehr agil – die Musiker waren ständig in Bewegung und gingen hoch motiviert zur Sache.

Begleitet von genialen Effekten, war schnell klar, dass dies der bisher beste und intensivste Auftritt am heutigen Tage werden würde. Die Fans dankten es der Band mit Sprechchören und endlosem Applaus, bevor Behemoth nach 1 Stunde die Mainstage verließen. Hier präsentierten sich nun Edguy, um das von Band zu Band kontinuierlich angestiegene Niveau nochmals zu übertreffen. Sie schafften es zumindest es annähernd gleich zu halten und überzeugten musikalisch auf ganzer Linie. Jedoch wirkten sie etwas zurückhaltender als noch ein paar Tage zuvor auf dem Metalfest in Dessau.

Sänger Tobi Sammet versuchte dennoch immer wieder mit tatkräftiger Unterstützung seiner Mitstreiter die Menge zu begeistern und Songs wie „Lavatory Love Machine“ oder „King of Fools“ spiegelten das Können dieser Band eindrucksvoll wieder. Ein guter Gig der Herren um Tobias Sammet !! Mille Petrozza wollte da natürlich mit seinen Kreator-Jungs noch eins draufsetzen – klare Sache. Es wäre beinahe zu dem Super-GAU schlechthin gekommen, standen Kreator doch kurz vor der Absage des heutigen Auftritts da ihr komplettes Equiptment nicht an der Loreley eintraf und man so nicht wusste ob man zur vereinbarten Zeit die Stage entern konnte. Kurzerhand stellten die Kumpels von Mille & Co., Behemoth, ihr Equiptment zur Verfügung und so sahen sich Kreator als Headliner einer prall gefüllten Freilichtbühne auf der Loreley gegenüber.

Und die Fans sollten nicht enttäuscht werden. Unterstützt von einem Hammersound boten Kreator einen der besten Gigs, die ich je von der Band gesehen habe und ich bin mir sicher, dass viele andere da mit mir einer Meinung sind. Die Setlist beinhaltete wirklich absolutes Killermaterial der Ruhrgebiet-Thrasher: “Hordes of Chaos“, „Pleasure to Kill“, „Endless Pain“, um nur einige Auszüge zu nennen. Man präsentierte sich spielerisch und auch von der Bewegung her auf einem ganz hohen Niveau. Vom neuen Album „Phantom Antichrist“ gabs mit dem gleichnamigen Titelsong voll eins auf die Zwölf für die Metal-Mainacs und Kreator ernteten Beifall ohne Ende und waren der verdiente Headliner auf der Hauptbühne am 2. Festivaltag. Vielleicht sollten Mille und seine Jungs öfters mal mit fremden Instrumenten zocken – Spaß beiseite – DAS totale Brett von Kreator und jeder, der „Phantom Antichrist“ noch nicht hat, sollte sich umgehend seine Kopie sichern !!

Zum Abschluss fungierten Swallow The Sun auf der 2nd Stage als Rauschmeißer und boten eine gute Show aber man merkte, dass den Fans der lange Tag doch arg in den Knochen steckte und nüchtern war zu diesem Zeitpunkt sowieso keiner mehr.

Guter, doomiger Aschluss durch die Finnen und nun ging es ab ins Hotel mit großer Vorfreude auf den Samstag, an dem Highlights wie Dark Tranquility und Fear Factory auf dem Programm standen.

Samstag, 09.06.12:

Für den heutigen Tag waren einige absolute Top Acts angesagt und dementsprechend groß war das Interesse der Fans. Aufgrund eines verspäteten Shuttlebusses trafen wir leider erst zu den letzten Klängen von Steelwing ein, doch es machte die Runde, dass die Band sehr gut war und unser kurzer Eindruck wurde somit bestätigt. Sänger Riley Erickson nervte zwar etwas mit seinem hohen Gekreische, aber das ist nun mal der Stil der Schweden und jedem Recht machen kann man es ja sowieso nicht. Also – alles in allem eine ordentliche Darbietung der Nordmänner.

Die bereits seit den 80´ern bekannten und berühmten Death Angel waren nun an der Reihe und sie sollten der erste Höhepunkt in Sachen musikalischer Kunst an diesem letzten Festivaltag auf der Loreley werden. Selten sieht man ein so technisches und tightes Zusammenspiel wie es diese Ausnahmeband knapp 50 Min. darbot und so die Massen  in Ekstase versetzte. Vor allem die beiden Gitarristen Ted Aguilar und Rob Cavestany waren durch ihre Künste an den 6saitern eine Klasse für sich und neben dem munteren und Dauerbangenden Sänger Mark Osegueda, der absolute Blickfang in der Bühnenshow der ursprünglich von den Philippinen stammenden Thrash Kapelle.

Leider war es so wie es immer ist wenn ein guter Act spielt: die Spielzeit näherte sich schnell dem Ende und Death Angel hatten mit ihrem obertechnischen Thrash Metal die Messlatte für die nachfolgenden Bands sehr hoch gelegt.

Die Holländer Epica waren in enorm guter Verfassung am heutigen Tage. Sie werden ja neben ihrem prägnantem Songwriting alleine schon durch ihre Sängerin in eine völlig andere Stil- Ecke gedrückt und das spricht für die breite Wahl an Bands hier auf dem Metalfest – es gab eigentlich für niemanden was, mit dem er Nichts anfangen konnte….

Zwar konnte die Begeisterung bei dem wirklich ordentlichen Auftritt der Holländer gewiss nicht die Dimensionen von Death Angel erreichen, dennoch hat es Spaß gemacht und es wurde verdientermaßen viel Applaus von der Band mitgenommen. Starker Auftritt !!

Was nun folgte, ist mit Worten kaum auszudrücken… Dark Tranquility betraten die Bühne und hatten eine bunt gemischte Setlist aus allen bisherigen Veröffentlichungen am Start und wahrscheinlich mit ihrem Sänger Mikael Stanne den besten Frontman der Welt. Was alleine dieser Mensch an positiver Energie auf die Bühne bringt, sprengt jegliche Vorstellungskraft.  Er kommuniziert fortlaufend mit dem Publikum und hatte bereits schon nach wenigen Klängen die Maniacs auf der Loreley auf seiner Seite. Seine restlichen Mitstreiter standen ihm in nichts nach und so schafften es Dark Tranquility einen Song nach dem anderen ja fast nahezu perfekt zu spielen und weiterhin zu zeigen, dass das noch lange nicht alles war, was die Jungs drauf haben: Mikael Stanne war ständig irgendwo in den ersten Reihen zu finden und ging auf Schmusekurs zu den Fans, was diese der Band mit fortlaufenden Sprechchören dankten.

Letztendlich schnappte sich Mikael den Wasserschlauch eines Security Mitarbeiters und gab den Fans eine kühle, angenehme Dusche. Das Publikum feierte die Schweden, die mit „In My Absence“ oder „Misery´s Crown“ absolute Hammerstücke am Start hatten und das Niveau über die gesamten 50 Min. Spielzeit auf einem gleich bleibend hohen Level halten konnten. Von wegen halten konnten….Man schaffte es sich kontinuierlich zu steigern und dies auf eine Art & Weise, die mehr als beeindruckend war. Jeder der hier nicht dabei war, ist selbst dran Schuld und ich bin mir sicher, dass Dark Tranquility auf ihrer nächsten Tour alles niederwalzen werden. Hammer – so was kann man nicht toppen und für mich ganz klar DIE Band des Metalfestivals 2012.

Aber Moment – aus Finnland, dem Land der 1000 Seen, kommen Ensiferum und wer die Band kennt, der weiß was sie live für eine Macht sind……

Petrii Lindroos und Konsorten legten dann auch gleich los wie die Berserker und zelebrierten  einen Kracher nach dem anderen. „From Afar“ kam besonders gut bei den Fans an, und dass die Band richtig Spaß hatte, zeigte ihr Aktionsradius auf der Bühne. Basser Sami und Gitarrist Markus waren permanent unterwegs und in regem Kontakt mit den Fans. So wurde der Auftritt der Finnen zu einem wirklichen Highlight an diesem Tage. Als ganz besonderen Bonus bekamen die Fans mit „The Burning Leaves“ noch einen richtig geilen Song vom neuen Album „Unsung Heroes“ serviert, welches am 27.08.12 erscheinen wird.

Dieses, eher im Midtempo gehaltene Stück kam sehr gut an und man kann jetzt schon darüber spekulieren, wie schnell die Regale im August ausverkauft sein werden – das wird ein Run auf die neue Ensiferum Scheibe !!

Fear Factory und Kyuss Lives tauschen die Positionen und so war für alle Beteiligten nun erst mal eine Runde schnarchen angesagt. Kyuss Lives sind allesamt gute Musiker, nur das Dargebotene ist mit Sicherheit nicht Live-tauglich. Nur ganz wenige, auf den anfangs noch voll besetzten Rängen, konnten mit der Musik von Kyuss Lives etwas anfangen. Aus diesen Grunde möchte ich hier auch nicht weiter darauf eingehen – es war einfach nur langweilig und sonst nichts…..schnaaarrrrch !!

Klar, dass sich das bei Fear Factory natürlich änderte und es hier von der ersten Minute das volle Brett gab. Die meisten Fans waren nach der Auszeit während Kyuss Lives nun auch richtig hungrig auf die fetten, bratenden und alles vernichtenden Riffs der Amis. Und sie wurden nicht enttäuscht. Fear Factory gaben live wieder einmal alles , so wie es eben für diese Band typisch ist. Killersongs wie „Demanufacture“ brachten das Publikum zum kochen und verlangten den Fans alles ab.

Alle Instrumente spielten wahnsinnig tight miteinander und für die Maniacs war dies ein absoluter Hochgenuss und eine geniale Grundlage um zu den Klängen der Amerikaner die Matten so richtig kreisen zu lassen. Der für Fear Factory so prägnante Gitarrensound war über das gesamte Festivalgelände zu hören und niemand musste hier wirklich auf die Running Order schauen um zu wissen wer hier gerade am zocken ist. Legendärer Auftritt der locker mit den vorherigen Darbietungen mithalten konnte, wenn nicht gar diese übertraf !!

Die zur gleichen Zeit auf der kleinen Bühne spielenden Heidevolk, boten uns auch noch einige Hörproben ihrer gerade live gar nicht einfach zu arrangierenden Stücke. Die Band setzte dies sehr gut um und erntete viele positive Reaktionen vom Publikum, bevor nun auf der Main Stage mit In Extremo der finale Act des Festivals steigen sollte. Dabei wollte Frontnase Micha gar nicht von der Glotze im Backstage weg, da das Deutschland Spiel lief aber trotzdem zeigte die Band einmal mehr, das sie zu den ganz großen gehören und sie wurden ihrer Rolle als Headliner mehr als gerecht.

Mit ihrem gut arrangiertem Mittelalter Rock brachten sie das prall gefüllte Rund zum kochen und die Fans dankten es ihnen mit enthusiastischem Applaus und wollten die Band am liebsten für ewig auf der Bühne halten. Nach 1:20 war Schluss und ein, was die Bands und die Stimmung betrifft, gut besuchtes Metalfest neigte sich langsam dem Ende zu. Zumindest waren jetzt auf der Mainstage die Live Aktivitäten zu Ende. Auf der kleinen Bühne hingegen, waren Lake of Tears diejenigen, die die Fans nun endgültig in die Zelte schickten. Mit allseits bekannten Nummern wie „Raven Land“, „Dreamdemons“ oder „Boogie Bubble“ entfachten Lake of Tears im immer noch gut besuchten Zelt noch einmal richtig Stimmung und Daniel Brennare und seine Mannen wussten über die gesamte Spieldauer von 1 Stunde mit ihren melodischen und eingängigen Songs zu überzeugen. Die kleine Bühne bot den Musikern natürlich nur in einem gewissen Rahmen Platz und Bewegungsfreiheit, aber dafür machten die Schweden eine verdammt gute Figur und hatten richtig Spaß an ihrer Funktion als offizieller Rausschmeißer auf dem Metalfest 2012. Eine Tatsache die ich persönlich nicht ganz nachvollziehen kann, gehören Lake of Tears doch zu den größeren Nummern im Gothic Metal Bereich und ein Platz auf der Hauptbühne nach Ensiferum und Dark Tranquility wäre anstelle der Langeweiler von Kyuss Lives mit Sicherheit interessanter gewesen für die Fans und auch die Band hätte ein größeres Publikum allemal verdient gehabt. Hierüber sollte von Veranstalter Seiten auch einmal nachgedacht werden, obwohl die Mischung an Bands, wie ja bereits erwähnt, ansonsten über das Wochenende verteilt in Ordnung gewesen ist.

Trotzdem sind natürlich Kritikpunkte vorhanden, denn es ja gibt kaum ein Festival an dem keine kleinen Pannen zu verzeichnen sind. Was jedoch auf der Loreley ablief, ist wahrscheinlich kaum zu überbieten. Organisatorische Mängel an Ecken und Enden des Festivalgeländes. Angefangen von der Ausgabe der Festivalbändchen bis hin zur ganz wichtigen Sicherung der direkt neben dem Zeltplatz vorbeiführenden Hauptsraße, wirkte die Security planlos und unorganisiert. Es ist wirklich dem Glück zu verdanken, dass es hier keine Unfälle gegeben hat. Es wäre ein leichtes gewesen, entlang der Hauptsraße Geschwindigkeitsbeschränkungen aufzustellen und mehr Personal einzusetzen um so das Risiko von Unfällen zu vermeiden bzw. einzugrenzen. Hier wurde wirklich grob fahrlässig über diese Sicherheitsfragen hinweggesehen. Auch auf dem Festivalgelände selbst hätten die Wiesenflächen, die sich nach den heftigen Regengüssen am Donnerstag auf dem hügeligen Gelände rund um die Freilichtbühne in riesige Schlammrutschen verwandelten, mit Stroh abdeckt werden müssen. Hier sollten die Veranstalter unbedingt Abhilfe schaffen, um für das nächste Jahr besser vorbereitet zu sein. Lobenswerterweise gab es direkt im Anschluss an das Metalfest ein Statement der Verantwortlichen, in dem organisationstechnische Verbesserungen für das Metalfest 2013 angekündigt wurden:

Erstmal möchten wir uns für Euer Kommen und für die Wahnsinns-Atmosphäre bedanken, die ihr über St. Goarshausen gebracht habt. Der Loreley-Felsen hat definitiv gehörig gezittert!
Auch die lokale Presse und Bevölkerung zeigten sich beeindruckt über die friedliche Stimmung und den respektvollen Umgang der Besucher… die Metaller sind doch die Besten 😉

Vielen Dank auch für Euer zahlreiches Feedback im Forum und auf Facebook. Aus diesem können wir für nächstes Jahr sehr viel mitnehmen. Je mehr Rückmeldung wir von Euch bekommen desto besser können wir auf die Unzulänglichkeiten reagieren und diese in 2013 verbessern. Bitte nehmt daher auch an der Umfrage auf unserer Startseite teil.

Nachfolgend möchten wir gerne zu den Hauptkritikpunkten Stellung nehmen:

SECURITY
Wir hatten hier mit einem neuen Partner aus dem Sicherheitsbereich zusammen gearbeitet. Leider waren sehr viele Mitarbeiter dieser Firma offensichtlich nicht wirklich festival-erfahren, wodurch es zu diversen Problemen – vor allem Einlasskontrollen, Campingplatzsituation (Wege!), etc. – überhaupt erst gekommen ist. Für 2013 werden wir definitiv mit einem anderen Partner kooperieren, der mehr (Metal-)Festivalerfahrung mitbringt.

BÄNDCHENAUSGABE DONNERSTAGS
Die Bändchenausgabe wurde aufgrund von Erfahrungen von anderen Festivals organisiert und besetzt. Was am Mittwoch sehr gut funktioniert hatte, klappte leider am Donnerstag nicht. Da sehr viele Besucher auf einmal ihr Bändchen abholen wollten, kam es zu starkem Andrang, auf welchen von unserer Seite zu spät reagiert wurde. Definitiv ein Bock, den wir geschossen haben, und der in 2013 so nicht mehr vorkommen darf und wird.

TOILETTEN / BESCHILDERUNG
Diese beiden Punkte wurden von unserem lokalen Venue-Partner organisiert. Die Idee war, den Großteil der Toiletten als Spültoiletten auszuführen, um Euch eine bessere Qualität zu bieten. Leider war sowohl die Anzahl auch die Situierung vor allem der Mobiltoiletten nicht gut gelöst und muss definitiv aufgestockt werden.
Um die Orientierung am Gelände zu fördern, braucht es in 2013 eine bessere Beschilderung wie einen detaillierteren Geländeplan. Es wird angestrebt, gleich bei Zufahrt kostenlose Festivalprogrammhefte inkl. Geländeplan, Running Orders und umfangreicher FAQ zu verteilen. So sollte jeder Besucher bereits bei Einfahrt die wichtigsten Infos in seiner Hosentasche haben, was Orientierung und Informationsfluss stark verbessern sollte.

ANREISE / PARKEN
Aufgrund der Erfahrungen von heuer konnten wir bereits eine mündliche Zusage seitens der Behörde bekommen, die Hauptstraße teilweise zu sperren. Dies wurde uns für 2012 leider verwehrt. Diese Sperre sollte für eine geregeltere Anreise und damit auch eine übersichtlichere Park- & Campingsituation sorgen.
Vereinzelt haben wir auch Beschwerden über die Parkgebühr gelesen. Diese wurde von Anfang in unserer Werbung kommuniziert, sodass es uns etwas verwundert hat, dass diese doch einige Besucher überrascht hatte. Offensichtlich muss hier die Kommunikation im Vorfeld nochmals überarbeitet werden.

SOUND
Hier haben wir auf ein neues Soundsystem eingesetzt, welches sich unserer Meinung nach sehr gut bewährt hat. Wie bei KREATOR, BEHEMOTH, KYUSS LIVES! und vielen Anderen zu hören war, hat die Anlage wirklich alles gekonnt. Abgemischt wird halt immer noch von den bandeigenen Tontechnikern, die oft sehr gut, manchmal aber auch nicht so gut sind. Wir denken aber, dass grundsätzlich der Sound besser als auf so manchen anderen Festivals war.

LOCATION / CAMPINGPLATZ-SITUATION
Grundsätzlich gibt es immer Pros und Contras für eine Location. Einige Venues bieten ebenerdige Flächen, welche sowohl die Orientierung vereinfachen als auch die Campingsituation etwas angenehmer machen.
Auch wenn diese beiden Punkte eher als Nachteil auf der Loreley gewertet werden müssen, bietet dieses Location ganz andere Vorzüge: Sei es das atemberaubende Ambiente des Rheintals, das stimmungsvolle Amphitheater, das jedem Besucher gute Sicht- & Soundqualität bietet oder die einmalige Atmosphäre einer der traditionsreichsten Veranstaltungsstätten Europas. Euer Großteils positives Feedback zur Location bestätigt die Entscheidung, auch nächstes Jahr ein Metalfest auf der Loreley zu veranstalten.

Rückblickend müssen wir zugeben, eine leider etwas gar lange Liste der Kritikpunkte, die zeigt, dass sich in 2013 so einiges ändern muss und auch wird. Wir bedanken uns schon jetzt für Euer Vertrauen in uns diese Probleme in den Griff zu bekommen und hoffen Euch auch nächstes Jahr wieder auf der Loreley begrüßen zu dürfen.

In diesem Sinne wünschen wir noch einen schönen Festivalsommer!

Euer METALFEST-Team

Bleibt zu hoffen, dass diese erfolgreich umgesetzt werden. Alles in allem war das Metalfest 2012 dennoch ein Erfolg und im nächsten Jahr wird es garantiert wieder viele Fans anlocken, um 3 Tage eine fette Party mit guter Musik zu haben. Stay tuned and see ya´next year at Metalfest 2013/ Loreley !!!

Bericht:

Daniela Fritsch/ V.U.

Hanzi Herrmann/ V.U.

Fotos:

Markus Horne/ V.U.

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3 Kommentare zu “Live Review Metalfest West, Loreley 07.06.-09.06.12

  1. Toller Bericht, besser geht kaum! Es hat mich erst gewundert was der Hanzi alles gesehen hat, bis gelesen hab, dass die Dani ja auch dabei war!
    Einziger Kritikpunkt: die Bildauswahl – Null Mädels zu sehen, das geht ja gar nicht! Simone von Epica wäre Pflicht gewesen!!!

  2. Pingback: Eine Lanze für das Metalfest 2012 brechen « Micl hinter den Spiegeln

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