Vorbericht 2 zum Zita Rock Festival, 15. – 16.06.2012 in Berlin-Spand

Am 15. und am 16.06.2012 ist es wieder so weit: Das Zita Rock Festival in Berlin öffnet nun schon zum sechsten Mal seine Pforten im schönen Spandau und präsentiert dabei in einer außergewöhnlichen Location an zwei Tagen eine hochkarätige Mischung aus allen Bereichen des düsteren Rock ´n Roll.

Inzwischen mithin schon weit über das Ausmaß eines Geheimtipps hinaus- und den Kinderschuhen entwachsen, präsentieren die Veranstalter an zwei Tagen neun Bands:

Los geht es am Freitagabend mit den Düsterrockern/ Metallern von Lord of the Lost. Wenn auch die Rolle des Openers eine undankbare sein mag, so weiß jeder, der schon einmal das Vergnügen hatte, einen Liveauftritt der spielfreudigen Hamburger Truppe zu erleben, dass es dieser Formation mühelos gelingen wird, auch schon zu früher Stunde ein beachtliches Publikum zusammen zu scharen. Hier wird jeder auf seine Kosten kommen, der abwechslungs- und facettenreiche Rockmusik mag, die zwischen schwer bis düster und melodiös liegt, kombiniert mit getragenem Gesang bis hin zu tiefen Growls. In jedem Fall ein Grund, sich rechtzeitig auf dem Gelände einzufinden!

Als nächstes werden Oomph! an der Reihe sein. Eigentlich sollte man meinen, dass man diese Formation kaum noch vorstellen muss: Denn wer den sympathischen Dreier um Dero Goi nach über 20 Jahren Bandgeschichte noch immer nicht kennt, hat definitiv etwas verpasst!

Man mag das „Labeln“ von Bands in verschiedene Schubladen mögen, oder auch nicht. Aber die immer wieder zu hörende Kategorie „Neue Deutsche Härte“ kommt eindeutig hin. Und so brauchen Oomph! den Vergleich mit den großen ihres Fachs auch nicht zu scheuen, sie gehören selbst zu den Ikonen. Kraft- und druckvoll wie immer wird hier auf und vor der Bühne abgefeiert werden. Es krachen die Gitarren und daneben geht niemals der Sinn für ohrwurmtaugliche Refrains und herrlich ironisch-kritische Texte verloren. Unbedingt hingehen!

Die Krönung des Abends versprechen Evanescence, die seit Ihrem Durchbruch im Jahre 2003 mit dem Album „Fallen“ eine wirklich weltweite Größe darstellen.

Die Mannen um Frontfrau Amy schaffen es dabei, ein Publikum aus den verschiedensten alternativen und rockigen Milieus gleichermaßen anzusprechen, ohne sich jemals selbst untreu zu werden. Jeder Song hat den unverwechselbaren Sound der Band, der sich aus verschiedenen Elementen des Crossover, Nu Metal, Gothic und Pop so zusammensetzt, dass sich offenbar viele verschiedene Gruppen darin wiederfinden können.

Mit Sicherheit ein lohnenswerter Abschluss des ersten Festivaltages, der eine fette Party verspricht, zumal die zuständigen Ordnungsbehörden sich mit ihren Genehmigungen in diesem Jahr großzügig gezeigt und eine Verlängerung der Spielzeit nach hinten genehmigt haben…

Für den folgenden Samstag können wir nur hoffen, dass die Festivalgäste trotzdem gut ausgeschlafen auf das Gelände zurückkehren, denn es ist Großkampftag angesagt!

Los geht es mit Staubkind, die es in den letzten Jahren durch unermüdliche Live-Präsenz zu einem beachtlichen Bekanntheitsgrad gebracht haben. Auch das Zita Rock beehren sie nun schon zum zweiten Mal. Louis Manke hat hiermit neben seinem Einsatz für Terminal Choice einen erfolgreichen Schritt in die Selbständigkeit gewagt.

Wer melancholische, deutschsprachige Rockmusik mag und gedenkt, sich die folgende Band auch anzusehen, der sollte besser schon rechtzeitig zu Staubkind antreten!

Womit wir bei Zeraphine wären. Das Nachfolgeprojekt der Szenelegenden von Dreadful Shadows um Sven Friedrich ist aus der alternativen deutschen Musikszene inzwischen selbst nicht mehr wegzudenken. Zwölf Jahre Bandgeschichte, eine erfolgreich absolvierte Tour als Support von HIM und darauf folgende eigene Headlinershows sprechen für sich. Auch zu einem eigenen Best Of Album im Jahre 2007 hat man es bereits gebracht.

Während Zeraphine zu Beginn ihrer Karriere praktisch ausschließlich deutsche Texte verwendeten, hielt das Englische zunehmend Eingang. Nach einer vierjährigen Pause in der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts sind Zeraphine nunmehr endgültig zurück und man darf gespannt sein, wie es weiter geht…

Mit Mono Inc. betritt sodann sicherlich einer der Publikumsmagnete des Tages die Bühne. Die niederträchtigen, fiesen kleinen Ohrwurmmelodien ihrer durchweg hittauglichen düsteren, aber zugleich immer wieder hoffnungsfroh und auf eine ungewöhnliche Weise fröhlich anmutenden Hymnen hat sicherlich jeder schon einmal liebevoll verflucht, der in den letzten Jahren einen düsteren Club in unserem Land nach durchfeierter Nacht verlassen hat. Denn es ist ein Fakt: Los wird man Mono Inc. nicht, wenn man sie einmal im Ohr hatte.

Sollte es also tatsächlich noch Besucher geben, die mit dem Bandnamen nichts verbinden können, so werden diese spätestens nach diesem Auftritt entweder eines Besseren belehrt sein, oder aber sich zu Rufen á la „Auch DIE sind das!“ hinreißen lassen…

Mit Saltatio Mortis wartet das diesjährige Line-Up mit den einzigen Vertretern des Mittelalter-/ Folk-Rock-Bereiches auf. Als einer der bekanntesten Acts ihres Genres müssen sich die Herren der Formation „Totentanz“ allerdings keinesfalls verstecken, oder benachteiligt fühlen. Trotz immer wiederkehrenden Wechseln in der Bandbesetzung während der letzten Jahre haben es Saltatio Mortis immer wieder geschafft, ihre Linie professionell durchzuziehen. Und dies tun sie noch immer auf eine hochkreative Art, mit einer Fülle verschiedenster Einflüsse und einem bei allen Mitgliedern vorhandenen Talent, – je nach aktuellem Bedarf – zwischen unglaublich vielen traditionellen und modernen Musikinstrumenten hin und her zu wechseln.

Darüber hinaus schaffen sie es auch noch, ihr Heidenspektakel mit eigenen Texten zu untermalen, wodurch sie sich von dem in der Mittelalterszene verbreiteten Stilmittel der Verwendung alter Texte und Dichtweisen sehr eigenständig abheben.

Prädikat: Lohnenswert!

Auch an den Co-Headlinern von The 69 Eyes wird in den letzten 10 Jahren wohl kaum ein geneigter Festivalbesucher in Deutschland ernsthaft vorbeigekommen sein. Die „Helsinki Vampires“ haben es in einer kaum zu übertreffenden Weise geschafft, sich ein treues Stammpublikum zu erspielen, das auch noch stetig wächst. Wer in den Anfangstagen des neuen Jahrtausends die Band noch müde als eine derjenigen Truppen belächelte, die auf der HIM-Welle mitschwammen und ebenso schnell verschwinden würden, wie sie aus der nordischen Dunkelheit aufgetaucht waren, wurde eines besseren belehrt.

Von der einstmaligen Vorband von Paradise Lost, die nicht so recht ins Programm passen wollte, wurden sie selbst zur Institution, die sich ihre Opener inzwischen selbst aussuchen kann. Ausverkaufte Hallen, Bekanntheit bis in die USA und – für die Autorin persönlich immer ein wichtiges Indiz für dauerhaften Erfolg – immer mehr männliche Zuschauer, die auf Konzerten und in Clubs mit Bandshirts anzutreffen sind.

Nachdem die letzten Veröffentlichungen etwas vom skandinavisch – keyboardlastigen Stil weg – hin zu den sleazerock – lastigeren Ursprungszeiten der Band geführt haben, darf man gespannt sein, ob Jyrki und seine Mitstreiter auf ihrem einzigen diesjährigen Sommerfestivalauftritt einen Vorgeschmack auf das neue Album bieten werden, das sich gerade in der Produktion befindet…

Der krönende Abschluss des Zita Rock Festival 2012 fällt verdienter Weise an ASP, die nach dem Zyklus um den „schwarzen Schmetterling“ der ersten fünf Studioalben bereits beachtliche zwei weitere Longplayer auf den Markt gebracht haben. Auch die Liste an EP´s und Singles ist in den letzten 13 Jahren der Bandgeschichte lang geworden.

Touren mit verschiedensten Bands aus den Bereichen, Gothic, Mittelalter und Metal haben in den letzten Jahren sicher ihren Teil zum ureigenen Stilmix der Band beigetragen, der von metal – lastigen Powerchords nur so strotzt und der Band damit die häufige Einordnung in die Kategorie „Neue Deutsche Härte“ eingebracht hat.

Aber auch elektronische Elemente haben ihren stilistischen Eingang bei ASP ebenso immer wieder gefunden, wie in späteren Zeiten Anleihen an die Folk-Richtung.

Ein weiteres Schwergewicht der schwarzen Szene also, das eine krachende Abschlussfeier verspricht, bei der sicherlich nicht mehr nur Sänger Alexander „ASP“ Spreng brennen wollen wird!

Wer sich schon einmal einen musikalischen und optischen Vorgeschmack holen will, kann dies hier mit dem offiziellen Trailer tun: http://www.youtube.com/watch?v=Og3Zm4y13-0.

Abgerundet wird das Programm durch Autogrammstunden, die an beiden Tagen stattfinden werden. Wer Interesse hat, sollte sich die entsprechenden Zeiten also rechtzeitig notieren…

Aktuelle Infos zum Billing und der Running Order gibt es unter http://zita-rock.de/bands.html.

Wie immer ist für das leibliche Wohl reichlich gesorgt, sanitäre Anlagen finden sich über das ganze Gelände verteilt.

Das Festival ist behindertengerecht organisiert, auch bei den Toiletten ist dies berücksichtigt worden. Wer hierzu Fragen hat, kann sich jederzeit an das vor Ort anwesende Personal wenden. Begleitpersonen erhalten sogar freien Eintritt!

Wer mit dem Auto  anreist, findet Parkplätze in ausreichender Menge, für eine Ausschilderung der Flächen vor Ort ist gesorgt. Bitte auch den online verfügbaren Anfahrtsplan beachten, gleiches gilt für den öffentlichen Nahverkehr. Das Festivalgelände ist über mehrere Haltestellen angebunden!

Mehr Informationen gibt es hier: http://zita-rock.de/informationen.html.

Dort finden sich auch einige interessante Hinweise zur Location, der Geschichte des Festivals und verfügbaren Hotels sowie Campingplätzen.

Visions Underground wünscht allen Besuchern des Zita Rock Festivals 2012 ein unvergessliches Wochenende und wird sich mit einem ausführlichen Bericht zurückmelden…

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Daniela D. Fritsch für

Visions Underground

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