Interview & CD Review Aspersing Hosea

Die im Metal Underground bisher doch recht erfolgreichen Aspersing Hosea, konnten in den letzten Monaten besonders durch eine beeindruckende Live – Präsenz auf sich aufmerksam machen und haben zwischendrin noch eine EP aufgenommen sowie einen Plattenvertrag eingeheimst….

Eine sehr erfreuliche Tendenz, die sich da abzeichnet und somit eine gute Gesprächsgrundlage für Visions Underground, um noch mehr aus dem Lager der jungen hessischen Metalcore Band zu erfahren…..

Aspersing Hosea offenbarten sich als sehr sympathische Band und im Gespräch mit Visions Underground waren mit Debbie (Bass), Johann (Vox) und Anne (Gitarre) gleich 3 Bandmitglieder präsent, die sich unseren Fragen stellten…..


Erzählt mal was über die Entstehung der Band und stellt Euch bitte kurz vor …..

Anne: „Oh, das ist schon sehr lange her…..das war 2008. Wir hatten vorher schon eine andere Band, Subscription of Pain mit der wir einige Monate aktiv waren. Leider kam es damals dann zum Split und da wir unbedingt weitermachen wollten, suchten wir uns neue Leute und gründeten dann Aspersing Hosea. Debbie hat dann von den Drums an den Bass gewechselt und im Laufe der Jahre haben wir nach einigen Besetzungswechseln nun das Line up was heute aktuell ist. Jedoch haben wir gerade was das Schlagzeug betrifft vor kurzem eine Veränderung vorgenommen und mit Laurin einen neuen Drummer in der Band. Wir verstehen uns sehr gut und haben so auch eine super Grundlage um zusammen Musik zu machen..“

Wie definiert Ihr euren Stil ?

Anne: „ Ja, progressive Metalcore ist eigentlich genau die richtige Beschreibung für unseren Sound….obwohl ja momentan gerade im Underground Bereich sich viele Bands die Definition Metalcore zu Eigen machen.

Aber in irgendeine Schublade wird man früher oder später sowieso gesteckt – von daher ist Progressive Metalcore der Sound von Aspersing Hosea.“ Eigentlich mögen wir dieses Schubladendenken überhaupt nicht aber wir akzeptieren es und kommen schon damit klar. Den Zusatz „Progressive“ verwenden wir deshalb, da wir sehr melodiös sind und mittlerweile auch Elemente von Mathcore in unseren Songs enthalten sind, speziell was die Breakdowns betrifft. Unsere Musik ist einfach sehr variabel und wir sind jetzt nicht unbedingt so Metalcorelastig wie z.B. Caliban oder Heaven Shall Burn…..“

 

Ihr habt vor kurzem auch Euren alten Gitarristen Florian ersetzt, kurioserweise heißt der neue Gitarrist ebenfalls Florian….

Johann: „Es lief alles sehr problemlos ab Florian einzuarbeiten. Er hat zuvor schon in einigen anderen Bands gespielt und brachte somit auch genügend Erfahrung mit, was den Prozess der Integration natürlich um ein Vielfaches leichter gemacht hat.

Und weiterhin bringt er für die neuen Songs viele Ideen und Elemente mit ein, die wir vorher nicht kannten und er ist eine totale Bereicherung für uns. Er passt auch menschlich super zu dem Rest und macht irre Spaß mit ihm zusammen zu spielen.“

Anne: „Mit unserem alten Schlagzeuger und dem ersten Gitarristen hat es leider nicht mehr geklappt um weiter zusammen arbeiten zu können und so haben wir uns voneinander getrennt. Trotzdem verstehen wir uns noch gut und helfen uns gegenseitig wenn es nötig ist und so waren wir, obwohl wir eigentlich schon bereits getrennt waren, noch zusammen im Studio und haben die EP fertig aufgenommen. Das war für uns sehr wichtig, dass wir ohne Streitigkeiten auseinander gehen.“

Seht ihr Euch als christliche Band ?

Johann: „Wir sehen uns nicht unbedingt als christliche Band aber wir haben einen christlichen Einfluss. Das mit Sicherheit. Es geht aber nicht ausschließlich um christliche Elemente, auch sozialkritische oder einfach unsere persönlichen neutralen Ansichten.

Anne: „Wir haben uns anfangs als christliche Band definiert, sind aber nach und nach davon weggekommen denn wir wollen den Fans die Möglichkeit lassen, unsere Texte selbst interpretieren zu können und niemandem etwas aufzwingen.“

Ihr zeigt viel Livepräsenz – ist Aspersing Hosea mittlerweile das wichtigste in Eurem Leben geworden und was sind Eure Träume und Wünsche mit der Band  ?

Anne: “Debbie und ich machen ja schon seit 8 Jahren zusammen Musik und Johann kam vielleicht ein halbes Jahr später dazu. Diese lange Zeit hat uns doch arg zusammengeschweißt und es wäre für uns undenkbar, wenn es Aspersing Hosea auf einmal nicht mehr geben würde. Gerade die Trennung von den anderen beiden kürzlich war schon nicht einfach.“

Johann: “Wir alle wollen auf jeden Fall etwas erreichen und es wäre ein Traum, wenn sich das realisieren ließe. Dennoch gehen wir völlig locker mit der Situation um und jeder von uns konzentriert sich neben der Band noch auf seine Ausbildung, Studium etc.“

In Kürze kommt Eure neue EP „Bis zum Ende“ auf dem Markt– erzähl mal was darüber……..

Anne: „Wir haben 3 Songs auf die EP gepackt und mit „Quelle des Mehres“ nochmals eines unserer älteren Stücke neu aufgenommen.

Ich würde auch behaupten, dass sich unser Sound und Songwriting Prozess in eine neue Richtung verändert hat und somit können wir sagen, dass die musikalische Zukunft von Aspersing Hosea auf der neuen EP „Bis zum Ende“ aufbauen wird.“

Debbie: „Die Neuerungen fallen sofort auf, denn während wir auf der alten EP doch eher Breakdown – lastige Songs hatten, sind wir jetzt auf der neuen EP „Bis zum Ende“ noch viel variabler geworden und vor allem melodiöser. Das ist genau das, was wir machen wollten und das spiegelt uns exakt wieder, so wie wir nun mal sind.“

Johann: „Auf unserer vorherigen EP steckte alles noch so ein bisschen in den Kinderschuhen und man merkt doch deutlich, das wir gereift sind und auch das Songwriting ganz anderes angehen wie noch vor einem Jahr. Das ist eine gute Weiterentwicklung und eine runde Sache und wir sind sehr stolz auf diese Leistung.“

Anne: „ Dennoch muss ich ganz klar sagen, dass unsere neue EP genau das ist, was wir zukünftig machen wollen und davon wollen wir auch keinen Schritt weg, im Gegenteil, wir werden uns voll und ganz darauf konzentrieren in diesem Stil weiter zu machen. Was in 5 Jahren ist wissen wir natürlich nicht – bestimmt machen wir irgendwann auch mal was anderes, bedingt durch die Erfahrungen die man im Laufe der Zeit sammelt. Aber zur Zeit ist die neue EP das Spiegelbild von Aspersing Hosea.“

Habt ihr schon ein Album in Planung ?

Anne:“ Es ist auf jeden Fall unser Ziel bald mit den Arbeiten für ein Album zu beginnen. Wir haben genügend Ideen und Material und jetzt, nachdem wir ja wieder komplett sind, werden wir das Ganze mit voller Motivation und Konzentration angehen.“

Habt ihr jemals daran gedacht, den Stil von Aspersing Hosea  mit anderen Musikstilen unterstützend zu unterlegen ?

Johann: „das ist schwer zu sagen aber auf unseren neuen EP zum Beispiel haben wir doch ziemlich viele Einflüsse aus dem Jazz mit in unseren Songstrukturen integriert. Die Breakdowns sind zum Teil sehr verschoben und man kann dies nicht mehr als klassischen Metal bezeichnen. Alles in allem denke ich aber, dass es ein ganz guter Mix aus vielen Elementen ist und das ist auch für den Zuhörer wirklich nachzuvollziehen. Teilweise haben wir sehr ungewöhnliche, aber eingängige  Melodien und ich kann dir jetzt gar nicht sagen wie ich diese genau definieren sollte.“

Ihr verwendet ausschließlich deutsche Texte….was hat Euch dazu bewogen ?

Johann: „Die Wortspiele, die innerhalb der deutschen Sprache vorkommen, die kann man niemals ins Englische übersetzen mit all ihren Konsonanten und mit all ihrer Strenge und Wortgewalt ist viel größer als die englische Sprache. So etwas wird oft unterschätzt, denn die deutsche Sprache ist die Sprache der Dichter und Denker……was natürlich auch im englischen der Fall gewesen ist aber letztendlich sind wir eine deutsche Band und wir haben uns dazu entschlossen eben auch deutsch zu singen. Wobei ich es aber auch interessant fände, unsere Texte auch mal in Englisch aufzusetzen….Aber ob wir das tatsächlich machen ist eine andere Sache.“

Was haltet ihr von der Death / Gothic / Black Metal Szene ?

Debbie: „Es kommt drauf an, wie man das betrachtet. Wir würden so was niemals selber machen, das steht fest. Wir sind eher so für das rohe und mögen den Einsatz von Keyboards nicht so sehr. Und Anhören würde ich mir das auch nicht unbedingt – aber wir respektieren diese Stile natürlich, das ist klar.“

Johann: „ Ich höre mir gerne auch mal Death Metal an. Carnifex finde ich z.B. ziemlich geil und auch ansonsten haben wir doch eher ein ziemlich breites musikalisches Spektrum und schweifen auch gerne mal in fremde Genres ab.“

Habt ihr gleich das erste Angebot eines Labels angenommen oder wie ist das Ganze abgelaufen ?

Anne: “Wir hatten 2 Angebote und das andere war von einem christlichen Label, was wir aufgrund der Gesinnung abgelehnt haben. Mit unserem jetzigen Label Ling Chi Records (USA) gab es schon vorher sehr angenehmen Kontakt und deren Angebot hat uns zugesagt. Also wir haben uns zusammengesetzt und einen Kontrakt aushandeln können, mit dem wir alle zufrieden sind.“

Johann: „Der Labelboss ist wirklich sehr entgegenkommend und hilft uns eigentlich in jeder Hinsicht und wir haben einen super Kontakt. Wir fühlen uns sehr wohl und sind sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“

Ihr habt frühzeitig mit der Band Erfolg verbuchen können….welche Form von Erfahrung war es für Euch einen Deal zu bekommen und Endorsements etc. zu haben ?

Debbie: „Wir fühlen uns natürlich super, denn wir hätten niemals daran gedacht so gut anzukommen und gleich so einen Erfolg zu haben. Die gesamte Situation ist sehr schön für uns und es motiviert natürlich zusätzlich wenn man in einer solchen Lage ist.. Unsere Musik ist vor allem eine Herzensangelegenheit – von daher ist es eine super Sache.“

Johann: „ Viele Bands haben eine große Erwartungshaltung an sich selbst und glauben sie werden groß weil sie etwas Neues machen…Wir haben uns selbst nie als so besonders Ernst dargestellt und genau das hat uns dabei geholfen gut bei den Fans anzukommen und sie haben unsere Ehrlichkeit gespürt und letztendlich war es ausschlaggebend dafür all dies zu erreichen.

Wir haben immer versucht uns darauf zu konzentrieren unser ganzes Herzblut in die Musik zu stecken, denn genau dann braucht man sich nicht selbst laufend neu zu erfinden und vieles geht wie von selbst. Und es passieren Dinge mit denen man vorher absolut nicht gerechnet hat.“

Zum Abschluss noch einige Worte an die V.U. Leser….

Anne: Also wir wollen uns natürlich für das Interview und die Unterstützung bedanken

Und jedem , der sich ein Bild von uns machen möchte, dazu einladen unsere Myspace Seite zu besuchen, zu unseren Konzerten zu kommen uns mit uns über die Musik zu reden.

Darüber würden wir uns freuen denn so fällt es uns leichter zu reflektieren und die Meinung der Fans ist uns sehr wichtig.“

 

Bei all diesem Talent und den weiteren Planungen bleibt nur zu sagen, dass Aspesing Hosea mit Sicherheit ihren Weg gehen werden und Visions Underground wird diese talentierte Band mit Sicherheit nicht aus den Augen verlieren.

Also alle die in Richtung Metalcore tendieren , sollten der sympathischen Band aus Hessen eine Chance geben, denn Aspersing Hosea geben richtig Gas – don´t miss them !!

 

Hanzi / V.U.

 

CD Review Aspersing Hosea  „Bis zum Ende“ EP

 

 

 

 

 

Ein wahrer Hammer liegt mir hier zum reviewen vor.  Die 2. EP der überaus talentierten deutschen Metalcore Band Aspersing Hosea ist mit normalem Metalcore in keiner Weise vergleichbar denn die junge Band integriert dermaßen viele melodische Arrangements mit in ihre Songstrukturen, dass selbst der schärfste Schubladendenker nicht darum kommt Aspersing Hosea weit von den Stil üblichen Kategorien entfernt zu bewerten.

Schon der erste Song „Quelle des Meeres“ zeigt das hohe spielerische Potential der Band und offenbart eine Vielfalt an Melodien und Harmonien wie sie ansonsten nur im Powermetal anzutreffen sind, um hier kurzerhand mal ein Beispiel anführen zu können.

Der Nachfolgesong „U(h)rwerk“ beginnt wiederum sehr melodisch, die Gitarren erinnern mich in ihrem Zusammenspiel an die älteren In Flames Scheiben, die Vocals von Frontman Johann harmonieren hervorragend mit dem Rest der Band und setzen gekonnt eine Duftmarke, die sich wie ein roter Faden durch die EP zieht.

Der 3, und letzte Song „Genesis“ weicht keinen Millimeter vom bereits eingeschlagenen Weg ab und auch hier bestimmen neben den melodischen Riffs die Vocals im Einklang mit gut getimten Breakdowns das Bild des Songs…

Alles in allem ist „Bis zum Ende“ leider eine viel zu kurze Darbietung musikalischer Vielfalt aber es bleibt festzustellen, dass Aspersing Hosea ihren Weg gefunden haben denn im Gegensatz zur schon sehr guten Vorgänger EP, klingen sie hier doch um ein großes Stück gereifter und man bringt die Kompositionen schneller auf der Punkt.

Mit Aspersing Hosea wird in Zukunft zu rechnen sein – hier werden verschiedenste Einflüsse zu einem Paket geschnürt und es entstehen daraus Hammersongs, die trotz aller Einflüsse und Experimente genügend Eigenständigkeit aufweisen.

Unbedingt anchecken – hier lohnt sich jeder Cent – Prost !!

 

9,5/10 Punkte

Hanzi / V.U.

 

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