Gerre von Tankard steht uns in einem Interview Rede und Antwort, u.a auch zu „Sturm der Liebe“

Der Sänger und Frontman der Frankfurter Thrash-Metal Legende Tankard gab Papa-Mike und Markus Horne (Fotos) in seiner Stammkneipe dem „Backstage“ in Frankfurt ein Interview.

Papa-Mike: Du bist ja durch euern Manager Buffo mit dem „Rock Hard“ verbandelt oder?


Gerre: Was heißt verbandelt, ich bin durch die Rock Guerilla TV Geschichte(Videos in DVD Beilage der Rock Hard) mit dem Rock-Hard verbandelt. Aber ansonsten muss das ja auch nicht immer von Vorteil sein, da heißt es „die sind überrepräsentiert“ und so, das würde ich jetzt nicht unbedingt immer als Vorteil sehen.
Sind wir ja gar nicht
(überrepräsentiert), die könnten ruhig mal mehr machen (Gerre lacht herzhaft).

Du bist in letzter Zeit häufig in die Medien gekommen, nicht grad nur wegen der Musik ….

Wegen meiner Schauspielerischen Fähigkeiten, die hundert Jahre geschlummert haben (Gerre lacht wieder).

… sondern auch wegen deiner Liebe zu „Sturm der Liebe“ (ARD Telenovela)….


Superwitzige Geschichte halt: der Bobby (Ex-Sodom) und ich moderieren ja dieses Rock Guerilla TV und da hatten wir zusammen auch mal einen Steckbrief und ich mich darin als erster Metaller geoutet:“ ich guck gar nicht Filme sondern jeden Morgen gnadenlos Sturm der Liebe“. Daraufhin hat dann ein Leser des Rock Hard’s ein superlieben lustigen Brief an das Rock Hard geschrieben, mit so einem Stoss Autogrammkarten für mich. Seine Freundin arbeitet da in der Maske. „Und es wäre doch mal Hammer, wenn ihr da mal als Statisten auftreten könntet“, wie auch immer. So ging die ganze Story los. Das hat alles ein bisschen gedauert und mit etwas Vitamin B über eine gute Freundin bei der DPA wurden wir dann eingeladen. Wir haben ja echt gedacht wir sitzen da nur ‘rum im Bild. Schon eine Woche vorher kam dann „wir haben eine Überraschung für euch“ und wir wurden dann so etwas eingebaut. Wir hatten 3 kleine Sprechrollen. Es ist halt superwitzig, 2 Metaller bei Sturm der Liebe. Heavy Metal unterwandert alles! Am gleichen Abend noch kam eine Fotografin von DPA und sofort gingen die Funkbilder ‘rum. Da haben dann Einige einiges berichtet. In der Bild Frankfurt war es auch ganz groß drin: „5 Jahre weinte er über Sturm der Liebe und nun spielt er selber mit“. Von der Bedienung hier wurde ich gleich angesprochen „wenn des im Fernsehen kommt, machen wir hier ‘ne riesen Party und du musst bedienen“. Ich sagte „ich mach alles mit“. Mit der Chefin hier, der Silke, hab ich mich dann zusammengesetzt und wir haben etwas ausgearbeitet. Wir haben dann die 3 Stücke gezeigt, den offiziellen Trailer und Clips aus der neuen Rock Hard DVD, die ist dann irgendwann mitten drin abgekackt, aber da waren dann eh alle schon so besoffen. Dann haben wir noch gedanced und noch ne Verlosung gemacht mit einem Sturm der Liebe Quiz. Es ging bis um 5 Uhr Morgen oder so …. oooch.

… eine andere Liebe ist ja die Eintracht, da habe ich letztens einen Artikel in der Frankfurter Rundschau mit einem Interview mit dir zur Lage der Frankfurter Eintracht gelesen.

Das war recht zynisch, aber es war lange überfällig, dass da mal was passiert, so hätten wir jetzt gar nichts mehr gerissen. Christoph Daum war natürlich für alle total überraschend, weil auf den ersten Blick passt der ja jetzt gar nicht zu den Bruchhagen (Eintracht Vorstandsvorsitzender). Aber vielleicht ergänzt sich das ja ganz gut, einer der seriös im Hintergrund die Finanzen im Griff hat und vorne einer der die Show macht. Jetzt hoffen wir mal, dass noch mal ein Ruck durch die Mannschaft geht, denn Abstieg wäre ja extrem fatal.

Und du bist auch schon seit ewigen Zeiten beinharter Eintracht Fan und bei jedem Heimspiel dabei?

Ich geh seit 75 hin. Heimspiel, Auswärtsspiel – wenn ich nicht mit Tankard unterwegs bin – Dauerkarte, Mitglied, Alles! „Schwarz Weiß wie Schnee“ (Tankard Song) wird ja auch immer noch gespielt im Stadion, wenn die Mannschaften einlaufen. Der Songtext hat ja jetzt eine ganz neue Bedeutung bekommen (Gerre lacht).

Erwartet uns demnächst noch mehr in den Medien nach Sturm Der Liebe und dem Interview zu Eintracht Frankfurt?

Jetzt langt‘s ja erst mal. … Guck mer mal, für die Rock Hard DVD’s müssen wir uns ja was einfallen lassen. Was soll nach Sturm der Liebe noch kommen? Dschungelcamp vielleicht, keine Ahnung. Das wär vielleicht lustig, 10 Tage im Camp, Bobby und ich und wir machen nur Witze.

Ich nenne dir jetzt ein paar kurze Begriffe und du sagst mir was dir dazu einfällt:

Frankfurt: geilste Stadt der Welt

Familie: die Heavy-Metal Gemeinde ist einer der größten und geilsten Familien die es gibt

Glaube: Eintracht Frankfurt

Politik: sehr interessant, aber auch zum Teil sehr falsch und korrupt. Ich interessiere mich schon für Politik, aber auch bei mir hat eine gewisse Verdrossenheit eingesetzt. Ich geh aber nach wie vor zu jeder Wahl. Ich war auch am letzten Sonntag bei der Kommunalwahl und habe meine 93 Kreuze gemacht, wenn die des so haben wollen, dann kriegen die es auch so. Ich hoff ich hab mich net verzählt und es waren 3 zuviel, dann ist mein Zettel ungültig gewesen.

Kommen wir jetzt mal zu eurem neuem Album, ihr habt 1982 angefangen, eigentlich gab’s da ja noch gar kein Thrash-Metal,…

Ja die erste Tankard (1986 erschienen) war ja auch ein bisschen Punk beeinflusst, die Songs die da drauf sind, waren ja zum Teil schon 3-4 Jahre alt.

…wie fühlt man sich bei all der Routine die ihr über die vielen Jahre habt, wenn man ein neues Album (Vol(l)ume 14 ) rausbekommt?
Wir haben ja die letzten Platten vor allen mit dem Andy Classen gemacht und waren ja auch sehr zufrieden. Nur wenn man älter wird und so, kommt man in den gleichen Trott, da haben wir halt gesagt wir müssen wieder mal was Neues ausprobieren. Das war der einzige Grund. Das ist dann auch immer eine andere Arbeitsweise mit ’nem neuen Produzenten (Michael Mainx)und von daher war es auch ganz spannend. Es war sehr anstrengend, sehr zeitintensiv. Mit den Vocals haben wir auch echt super lange ’rumgemacht. Aber ich war nie genervt oder so, es war immer positiv. Er hat auch viele neuen Ideen ’reingebracht.
Aber es hört sich noch immer genau nach Tankard an!?
Da gehen die Meinungen zur neuen Platte ja sehr auseinander. Aber das ist ja meistens so, die einen schreiben: „das ist das Selbe wie immer“ und die anderen schreiben: „totale Revolution“.
Der letzte Song ist ja schon ne Herausforderung irgendwie.
Das sind ein paar Clean-Vocals drauf, das haben wir dann auch mal ausprobiert, es war meine Idee.
Ja, das fand ich gut!
Ansonsten geht der Song ja auch sehr gut ab, Weekend Warriors ist einer meiner 3 Lieblingssongs auf der Platte auf jeden Fall. Wir wollten halt auch am Sound mal was verändern, mehr so Richtung Basic, back to the Roots, ohne jetzt ein Rumpelsound zu haben wie in den 80ern. Aber weg von diesen Bombasto. Die letzten Platten finde ich zwar alle gut vom Sound her, wir wollten halt einfach mal was anderes machen. Wenn man es so selber hört, ist es schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig, weil man noch immer in so einen alten Trott verfällt und es so wie früher gewohnt ist. …Endlich hört man mal die Vocals, voll der geile Sound! (Gerre lacht).
Ich bin eigentlich ganz zufrieden so. Insgesamt war es halt viel Arbeit. Man steckt immer viel Arbeit in so’ner Platte, dann ist die halt ein paar Wochen auf dem Markt und dann interessiert sie schon keinen mehr. Das ist dann halt die Schnelllebigkeit unserer Zeit.

Wann ist denn für euch ne Platte erfolgreich? Wie messt ihr das oder ist es euch egal?
Naja, da wir alle nicht von der Musik leben müssen, sind wir da auch sehr autonom, sind auf nichts angewiesen und können tun und lassen was wir wollen. Und das ist auch gut so. Es hat immer alles seine Vor- und Nachteile. Wir könnten auf der anderen Seite natürlich viel mehr Shows spielen. Es ist halt ein bisschen begrenzt, wenn alle arbeiten und die Anderen alle Family haben. Aber auf 30, 35 Shows kommen wir schon im Jahr, das ist ok! Das ist schon fast ne Tour irgendwie.
Markus (unser VU Fotograf): aber doch verstreut oder?
Ja, genau weit verstreut. Am meisten am Wochenende, deshalb auch Weekend Warriors. Was heißt erfolgreich? Wenn du in dem Business bist und in der Größenordnung von Tankard bist? Ich weis gar nicht wie viel Platten wir verkaufen europaweit, 10.000 vielleicht, ich hab wirklich keine Ahnung. Du verdienst damit kein Pfennig Geld.
Die letzte Band hat gesagt, für uns ist ein Album erfolgreich, wenn wir die Produktionskosten wieder drin haben…
Ich glaub wir haben noch ein Minus bei der Plattenfirma.
Ja?
Ja! Aber im Endeffekt verdienst du, im Gegensatz zu früher, mit Tonträgern kein Pfennig Geld mehr. Das hat allein damit was zu tun, dass die Verkaufszahlen absolut eingebrochen sind. Einerseits natürlich durch das Downloading im Internet. Das hat ja auch alles seine Vor- und Nachteile. Andererseits, ich persönlich kauf mir nach wie vor CDs, sind die Preise natürlich unverschämt.
Teilweise ja, das stimmt.
Teilweise zahlst du 17, 18, 19 € für ne neue Scheibe. Da musst du nur 3, 4 Monate abwarten, dann kriegst du sie schon für 10 oder 12 €. Da verstehe ich auch die Politik der allermeisten Labels nicht, die im Monat einen Wahnsinn an Veröffentlichungen haben. Wer blickt da überhaupt noch durch?
Ich hab da mal vor 1 ½ Jahren einen Soundcheck im Metal-Hammer mitgemacht, ich mach das nie wieder! Das ist ein Irrsinn: 40 Platten dir durchhören. A, kannste dir die nicht komplett durchhören und b, kannste überhaupt nichts objektiv dazu sagen.
Früher als wir bei AFM unterschrieben haben, da hat der Henner
(Andy ‚Henner‘ Allendörfer) noch gelebt, der Gründer des Labels, der ehemalige Sänger von Squealer, 2005 ist der verstorben, der hatte so ’ne ganz gute Philosophie: ich bring ein Release raus pro Monat und kümmer mich auch richtig drum. Es hat natürlich auch nicht alles geklappt. Aber heute als Band, wenn du bei ’nem Label bist, musst du auch schon sehr viel Input bringen: eigene Ideen, eigenen Kram. Da ist ein Label, da sind 80 Bands unter Vertrag, da kannste zu Hause sitzen und lange warten bis was passiert, da muss schon bisschen von dir kommen.
Da gibt’s so und soviel Budget für die Werbung, da haben wir gesagt: „lieber ein Video-Clip machen“.

– Kellnerin kommt und bringt Getränke-Nachschub –
Aaach, das schmeckt so geil, ich bin schon wieder im Cola-Rausch!
Kellnerin: jetzt geht des widder los.
Wie ich’s mach, isses dir auch net recht!
Kellnerin: du weist es gibt Leut, den kann’mer es net recht mache.
Genau!
Dann haben wir gesagt, wir verzichten lieber auf große Anzeigen oder machen weniger Anzeigen, dafür lieber ein Video-Clip, natürlich Low-Budget billig produziert.
Das ist natürlich auch schwer messbar, wir hatten gleich in der ersten Woche irgendwie keine Ahnung 50.000 Clicks oder so gehabt
(der Counter steht derzeit auf über 97.400 !) Das finde ich halt schon ne gute Werbung. Und der Clip ist halt auch sehr witzig gemacht (in einer Schulklasse und einem Schulturnhalle mit einer Domina) und wir haben auch sehr viel Spaß gehabt den Tag. Die Dame die da die Domina gespielt hat, ich glaub die war am Schluss etwas genervt von mir. (alle lachen) Ich hatte frei am nächsten Tag, die Anderen mussten alle arbeiten, ich war der einzige der ein bisschen was getrunken hat. Ich dann: „zieh mir fester an den Haaren, los jetzt schlag mich!“ Irgendwann glaub ich, fand sie das jetzt nicht mehr so lustig, aber da muss sie durch, wenn sie so’nen Job annimmt.
Wie siehst du die Metalszene im Moment, da ändert sich ja einiges und wir werden immer älter?
Man blickt ja schon gar nicht mehr so richtig durch, auch gerade in Bezug auf den ganzen Veröffentlichungswahn. Ich versuche mich auch noch halbwegs zu Recht zu finden.
Ein Teil der Fans wird halt alt mit uns. Es gibt ja immer noch viele alte Bands die auch in den 80ern angefangen haben und immer noch dabei sind und es gibt echt ’nen guten Nachwuchs.
Es ist durchmischt bei uns bei den Konzerten: Kiddies 17, 18 – die die Liebe zum Thrash gefunden haben und ja, es ist ganz spannend.
Wir werden ja auch nächstes Jahr 30, 30 Jahre Tankard! Das ist schon ein halbes Leben, so ungefähr.
Aber ansonsten gibt’s es ja noch eine riesige Metal-Community in Deutschland. Das siehste ja auch an den ganzen Festivals und den kleineren Geschichten. Du kannst ja von Ende Mai bis Anfang September jedes Wochenende auf 2 verschiedene Festivals fahren, in ganz Deutschland verstreut. Dann gibt’s ja auch so viele kleinere Sachen, da spielen wir auch gerne.

Da nimmst du mir auch gleich meine nächste Frage vorweg
Ja ich weis doch schon alle deine Fragen (Gerre lacht, bekommen hatte er die Fragen natürlich nicht!)
Und die Großen?
Ich bin ja eh so ein Festival-Fan, ich find das geil. Gerade auf so ganz Großen, wenn du da schon mittags spielst und fertig bist, du triffst 1000 Bands und 1000 Leute und es ist immer eine gute Atmosphäre.
Heavy-Metal wird auf der ganzen Welt gehört. Wir waren jetzt im Dezember in Venezuela und Kolumbien, im Juni fliegen wir nach Thailand, ich glaub bis auf Nord-Korea kannste fast überall spielen, mittlerweile. Aber auch da wird es eines Tages ein Heavy-Metal Konzert geben. Aber ich glaube gerade in Asien, so die nächsten 10, 15 Jahre, gerade China, wenn sich des noch etwas öffnet, da ist ein Riesenpotential von Leuten die Metal hören oder hören werden.

Wie siehst du eure Entwicklung? Ihr seid ne Thrash-Metal Band, keine Frage, aber wollt ihr euch wie bei dem Song Weekend Warrior noch weiter öffnen für andere Stile oder bleibt’s dabei?
Ja so ein paar Rap und Jazz-Einflüsse wäre ja ganz lustig. Ne, dazu kann ich gar nichts sagen, da wir nie ’ne Band sind, die sich hinsetzt und sagt: „ die nächste Platte muss aber in die oder in die Richtung gehen. Wir machen des, was aus dem Bauch heraus kommt, was uns Spaß macht und dann schreiben wir die Stücke. Und nehmen dann bei Andy im Studio den Gesang dazu auf. Es ist viel Arbeit, aber es ist nie so, dass wir uns vor so’ner Platte hinsetzten und sagen. „das ist jetzt gerade so trendig, vielleicht müssen wir in die Richtung gehen“. Wir sind unabhängig, wir können tun und lassen was wir wollen.
Gibt’s vielleicht auch mal wieder ne Tankwart-CD (Anm.: fun side project mit Coversongs deutscher Schlager)?
Ne das ist nichts geplant. 1996 ist die letzte Tankwart rausgekommen und danach wurde das eigentlich so ein bisschen beerdigt, weil die anderen Bandmitglieder auch keinen Bock mehr hatten andauernd Cover zu spielen. Aber man sollte ja niemals nie sagen, wenn ich mal eines Morgens aufwache und ’ne kranke Idee habe, so was wie Sturm der Liebe, wer weis, vielleicht können wir da noch mal was machen.
Ich weis nicht wie die nächste Tankard Platte klingen wird, vielleicht ein Stück härter. Es lag jetzt auch so ein bisschen daran, dass Andy diesmal die Musik für die Platte geschrieben hat, die Vocals kamen von mir. Die Anderen waren familiär und arbeitstechnisch sehr gebunden. Bei Frank und beim Olaf geht’s dann schon eher in die härtere Richtung. Das war immer so ein guter Mischmasch. Diesmal hat der Andy alle Songs geschrieben, Chapeau! Der war dann auf einmal so drin im Songwriting, vielleicht ist deswegen die Platte einen kleinen Tick melodiöser ausgefallen als die Letzte.
Es ist aber nach wie vor Tankard und nach wie vor Thrash.
Gab‘s irgendwann was in der Vergangenheit was dir besonders in Erinnerung geblieben ist. Sowas mit Gänsehaut-Feeling und so?
Südamerika ist Wahnsinn, die Fans sind vollkommen wahnsinnig. Da steigste aus den Bus aus, da stürmen 400 Leute den Bus, Polizei muss alles absperren. Da denkst du, du wärst John Lennon oder irgendwie, echt Wahnsinn! Und der Enthusiasmus von den Leuten ist hammerhart. Und natürlich auch alles sehr chaotisch, da muss man sehr viel improvisieren. Von Venezuela zum nächsten Gig in Kolumbien waren wir 30 Stunden unterwegs ohne Schlaf und dann kommste am Flughafen an: alle Instrumente weg! Ja, das ist da so! Dann landest du um halb 9 und da sagt dir irgend ein Veranstalter, das Konzert muss um 10 zu Ende sein, wegen der Polizei. Du kommst dann irgendwo hin, „wann spielen wir denn?“, „ja, ihr spielt um 10“ und dann gehste um halb 2 auf die Bühne. „Wie viel Vorbands gibt’s denn noch“, „ja 5“ und dann spielen 8! Es ist halt alles anders als hier. Man muss sich halt den Gegebenheiten etwas anpassen.
Jetzt am Wochenende, waren wir gerade in Frankreich für 2 Shows, das war eigentlich auch ganz geil. Kleine Clubs, so 300 Leute immer, das hat super Spaß gemacht. 1700 km gefahren in 3 Tagen für 3 Stunden Krach, aber das isses halt und es macht Spaß.

Was hörst du denn selbst privat noch? Abseits vielleicht sogar von Metal?
Ich höre fast ausschließlich Metal. Mit Black und Death hab ich eigentlich gar nicht so größer am Hut. Wenn, dann so traditionellen Metal, Thrash oder Speed. Und sonst, keine Ahnung. Ich mein, wenn ich 10 Äppler getrunken habe und hier drin läuft Daddy Cool von Boney M, dann wird auch mal das Tanzbein geschwungen. Eine der wenigen Bands, die ich abseits von Metal gut finde, ist Depeche Mode. Ich bin schon Metal infiziert seit meinem 11. Lebensjahr und das wird auch bis zum Ende des Lebens so bleiben.
Wann steht wieder so was wie ne Hallen-Tour für euch an?
Jetzt haben wir eine Anfrage zwischen den Jahren was zu machen, gucken wir mal ob des klappt. Nächstes Jahr vielleicht so’ne kleine Tour zum 30 jährigen, vielleicht so anlog zu den Städten unseren ersten Tour 88.
Dieses Jahr tretet ihr gar nicht in Frankfurt oder Umgebung auf?
Wir haben im Oktober in Aschaffenburg gespielt, im Colos-Saal, das war ganz gut. Wir spielen in Marburg wieder, Ende des Jahres. Wir finden, da muss man ein bisschen aufpassen, man kann sich sehr schnell Tod spielen.
Gibt es hier kein Heimvorteil für euch?
Ja doch, da kommen schon viele Freunde und Kumpels, wir machen auf jeden Fall was zum Jubiläum hier in der Batschkapp. Nächstes Jahr steht dann auf jeden Fall wieder auch ein Release an, du kannst ja nicht 30 werden und irgendwie passiert nichts! Da könnten wir fast schon wieder mit dem Songwriting anfangen, aber ich hab noch viele Sachen nebenbei zu tun. Da ist dann immer totale Hektik zum Schluss. Aber den Druck brauchen wir glaube ich auch.
Nachdem du 60, 70 kg abgespeckt hast, wie stehst du jetzt zum Bier? Weil Bier ist ja immer noch für euch das Thema.
Ich hab am Wochenende auch wieder Bier getrunken. Aber wenn ich in der Heimat bin, versuche ich halt auf Äppler (Apfelwein) umzusteigen.
Ist klar, weniger Kalorien!
Ne, hat er gar nicht einmal. Er setzt auf jeden Fall nicht so an, ich hab die zumindest die Erfahrung gemacht.
Markus: Soll auch sehr gesund sein!
Äppler ist sehr gesund, das gesündeste was es gibt!
Natürlich trinke ich auch nach wie vor mal ein paar Bier, muss aber ein bisschen aufpassen, wegen dem Jo-Jo-Effekt.
Es ist auch Live ein bisschen angenehmer,
früher habe ich auch immer alles gegeben, aber jetzt: „more Energy“!

Anmerkung: dies MUSS ich mir möglichst bald mal ansehen, wenn der Gerre „more Energy“ hat, müssen die Tankard Gigs einfach super werden. Verpasst dies nicht!
Papa Mike

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Ein Kommentar zu “Gerre von Tankard steht uns in einem Interview Rede und Antwort, u.a auch zu „Sturm der Liebe“

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