Live-Review Tuska-Festival 2005, Helsinki Finland

Tuska Festival, was auch 2005 im Kaisaniemi Park mitten im Stadtzentrum und mit exzellenter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel stattgefunden hat, keinesfalls entgehen lassen. Es zeichnet sich durch eine Vielzahl verschiedener Metal Genres aus, womit es jedem Geschmack gerecht werden dürfte. Für eingefleischte Festivalfans wie mich ist es allerdings sehr gewöhnungsbedürftig, mit dem hart erkämpften und endlich erreichten feierfreudigen Alkoholpegel gegen 22 Uhr zusammen mit allen anderen Besuchern, Crew- und Bandmitgliedern vom Gelände geschmissen zu werden und sich entweder auf den Weg zu den Aftershowparties quer durch die Stadt zu quälen oder, noch schlimmer, den Heimweg anzutreten. Denn bei einem Veranstaltungsort mitten in der Stadt gibt es natürlich keine ausreichenden Flächen für Campingplätze, wo man sich einfach unkompliziert ins Zelt werfen oder bei Bedarf noch weiterfeiern kann, bis man von alleine umkippt. So streift allabendlich bei \“Ladenschluss\“ die Polizei durch den Park, um sicherzustellen,
dass keine Alkoholleichen ihre Nacht dort verbringen, weil sie ein bisschen zu sehr dem Alkohol gefrönt haben und es einfach nicht mehr heim schaffen. Denn während eine beachtliche Anzahl von Metalheads drinnen die Livemusik feiert, versammelt sich an allen drei Veranstaltungstagen eine ebenso sehr beachtliche Anzahl von Metalfans auf den einladenden grünen Wiesen des Kaisaniemi Parks zu einem hochprozentigen Picknick, was für mich und meine mitteleuropäischen Festivalstandards und –gewohnheiten anfangs recht befremdend wirkt, aber schnell meine Zustimmung findet. Daher ist es auch immer eine lustige und abhängig von der Tageszeit mehr oder weniger interessante Erfahrung, sich zwischendurch mal mit Freunden vor dem Gelände zu treffen und dort (weiter) zu trinken, wenn die eigenen Alkoholvorräte wie von Geisterhand auf einmal schon wieder weg sind. Diese sind nämlich unerlässlich für einen mittelständischen Festivalgänger, da die Preise auf dem Tuska (wie generell in Finnland) schwindelerregende Höhen erreichen bei 5Euro für einen halben Liter Bier. Und das auch noch in einem für Finnland so typischen abgezäunten Bereich, den man vor der Leerung seines Glases auch nicht verlassen darf, um Minderjährigen den bestmöglichen (jedoch vergeblichen) Schutz vor dem bösen Feind Alkohol zu bieten. Daher sei jedem zu raten, sich selber genug Vorräte in Form von Plastikflaschen und Tetrapaks zuzulegen, auch wenn es lästig sein mag, diese mit rumzuschleppen- dann muss man sie halt schnell austrinken ;).

Freitag

\"Teräsbetoni\"Nach einer Cider und Lonkero Shoppingtour schreitet die VU Crew bei strahlendem Sonnenschein gut gelaunt und voller Erwartungen durch den soweit das Auge reicht von Metalheads belagerten Kaisaniemi Park. Am Pressestand trifft man etliche bekannte Gesichter und dann geht´s auch schon los mit Teräsbetoni, dem Opener des diesjährigen Tuska Festivals. Dass Manowar die großen Vorbilder und reichliches Posing der Hauptbestandteil der Show der Finnen ist, ist nicht zu übersehen und für das noch nüchterne und dem Powermetal eher feinlich eingestellte Hirn recht schwer zu ertragen. Doch man muß aus allem das Beste holen, und so ruft ihre hauptsächlich auf Lederkluft und nackter (zu) brauner Haut beruhenden Bühnenperformance bisweilen wenigstens Belustigung hervor. Beim Kracher \“Taivas lyö tulta\“, der das Publikum am meisten begeistert und der auch außerhalb Finnlands dem einen oder anderen bekannt sein dürfte, erwische ich mich sogar, wie ich mit dem Fuß im Rhythmus tippe. Die Schuld daran gebe ich aber dann doch lieber dem Zwang meiner inneren Stimme, meine Frühstücksflasche schnellstmöglich zu leeren, um die Erträglichkeit ihrer Musik zu steigern, als einem verirrten Musikgeschmack.
\"Wintersun\"Als zweites spielt auch schon eines meiner absoluten Highlights der kompletten Festival-Saison 2005, und so steigt nicht nur die Spannung, sondern auch die Freude ins Unermessliche, dass ich Wintersun zum ersten Mal überhaupt live sehe. Es hat sich bereits eine beachtliche Anzahl von Metalheads vor der Bühne versammelt, um die Stärke dieser Band live zu erleben. Die Zuschauer sind ebenso wie ich schon mächtig gespannt auf den Auftritt, und obwohl bei der SUE Stage mehr Staub als Sauerstoff in der Luft ist, tut das der Stimmung keinen Abbruch. Als die Jungs um Ex-Ensiferum Vokalist JARI MÄENPÄÄ mit \“Beyond the dark sun\“ losdonnern, krieg ich Feuer unterm Arsch und suche mir schnellstmöglich und unerbittlich ein Plätzchen in den vorderen Reihen. Und so genieße ich in vollen Zügen die Show des Masterminds, der mit JUKKA KOSKINEN (Norther), TEEMU MÄNTYSAARI (Imperanon) und Drummerlegende KAI HAHTO (u.a. Rotten Sound) durchweg hoch talentierte Vollblutmusiker um sich gescharrt hat, die seinem Sound den nötigen Nachdruck zu verleihen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Zusammenspiel der vier talentierten Musiker atemberaubend gut ist. Beim Killersong \“Sleeping stars\“ finde ich schliesslich keine Worte mehr, da ich vor Zufriedenheit und Emotionalität strotze und sogar die fabelhafte Welt des Tuska Festivals um mich herum vergesse. Die Zuschauer sind jedoch allesamt mindestens genauso begeistert wie ich und so ist spätestens beim letzten Song \“Winter madness\“ klar, dass die Show nicht nur für die Fans, sondern auch für die Band selber ein unvergessliches Erlebnis gewesen ist.

Setlist:
Beyond the Dark Sun
Battle Against Time
Sleeping Stars
Beautiful Death
Death and the healing
Starchild
Winter Madness

\"Finntroll\"Nach diesem Ohrenschmaus geht es unerbittlich und ohne Pause weiter, denn Finntroll poltern bereits auf der CENTER STAGE. Nach dem kreischigen Sound der Boxen der Sue Stage müssen sich meine Ohren erstmal an die normale Lautstärke der Center Stage gewöhnen, und nach kurzer Zeit schaffen es Finntroll, mir den letzten Kick Endorphine zu geben, den ein Mensch noch vertragen kann ohne abzuheben. Strahlend blauer, wolkenloser Himmel, sich in der Luft wiegende Möwen, Finntroll live aus den Boxen- ich bin im Himmel, oder beim Tuska zumindest schonmal an der richtigen Adresse. Das Heimspiel der fünf Finnen ist ein voller Erfolg, denn obwohl sie am hellichten Tag und unter gellender Sonne spielen, verbreiten sie ordentlich trollige Stimmung und regen mit Songs wie „Fiskarens Fiende“, „Trollhammaren“, „Midnattens Widunder“ und „Rivfader“ nachdrücklich zum Weitertrinken an. Obwohl ihre Show für mich nichts neues mehr ist, begeistert sie mich doch immer wieder wegen ihres unschlagbaren Grades an unterhaltsamer Originalität. Man kriegt einfach nicht genug von der wild headbangenden und rastlosen Trollhorde mit ihrem eigenständigen und unverkennbaren Sound, und so wird ihre Show, obwohl schon zur Genüge gesehen, zu einem weiteren unerwarteten Highlight.

Nach diesen genialen Auftritten muss die VU Crew erst mal vom Höhenflug runterkommen und mit einigen Cider zurück Richtung Erde steuern. Daher verpassen wir den Auftritt der Thrash-Metaller Destruction, was wir jedoch nicht allzu sehr bedauern.

\"Apocalyptica\"Zur Show von Apocalyptica raffen wir uns aber dann wieder auf, und das nicht umsonst. Der erste Teil der Show verläuft eher ruhig, bis die vier Cellisten im zweiten Teil dann richtig aufdrehen. Mit ihrer lebendigen Leidenschaft für Musik und ihrer zweifellosen Originalität wissen sie die Hörerschaft zu überzeugen. Auch der Sound ist genial und ihr souveränes Zusammenspiel immer wieder beeindruckend. Sie wissen, wie sie das Publikum zu nehmen haben und foltern ihre Celli maßlos, wofür sie natürlich große Begeisterungsstürme und viel Applaus ernten. Ihre Interpretation des Metallica Klassikers \“Nothing else matters\“ schafft ein Moment der Ruhe und Emotionalität auf das ansonsten so laute Metalfestival,. Desweiteren werden neben den eigenen Songs natürlich auch „Fight fire with fire“, „Seek and destroy“ und \“Master of puppets\“ zum Besten gegeben, was das Publikum zum Anlass nimmt, lauthals jedoch nicht ganz einstimmig und reibungslos mitzusingen, was sehr amüsant ist. Ihre eigenen ruhigen und zum verzweifeln schönen Hits „Betrayal/Forgiveness“, „Quutamo“ und „Bitter sweet“ (glücklicherweise ohne Gesang) kommen jedoch mindestens genauso gut wie die Cover an. Bei \“Hall of the mountain king\“ demonstriert die Band abschliessend noch einmal das ganze Spektrum ihrer musikalischen Fähigkeiten, und insgesamt liefern die Finnen wie gewohnt eine rundum gelungene Show mit gutem Sound und ergreifender Musik ab, die kaum einen Zuschauer unzufrieden oder gar enttäuscht gelassen haben dürfte.

Setlist:
Path!
Master Of Puppets
Betrayer
Nothing Else Matters
Bittersweet (ohne Ville & Lauri…)
Seek & Destroy
Inquisition symphony
Enter Sandman
Hall of the mountain king

\"MonsterDie Headliner des Freitags sind die aus den Vereinigten Staaten stammenden Monster Magnet. Ehrlich gesagt sind sie nicht gerade meine Lieblingsband, aber sie erweisen sich dennoch als durchaus sehenswert. Ob man ihre Musik jetzt als Stoner Metal oder als groovigen Rock bezeichnen will, ist letztendlich egal, denn sie liefern eine unglaublich energiegeladene Show ab und ihre Rockstar Attitüde steckt einfach an. Kaum verwunderlich also dass das mittlerweile sehr gut angeheiterte Publikum sofort anfängt zu moshen und zu headbangen. Die Band um Sänger Dave Wyndorf, der seit dem Ausstieg des Gitarristen Phil Cauvano wieder die zweite Gitarre selber spielt, genießt es sichtlich auf der Bühne hin und her zu laufen und das Publikum anzuheizen und zu unterhalten, denn er rockt was das Zeug hält und glänzt durch reichliches Posing. Nach einer soliden Rockshow beendet ihr Song “Space Lord” den ersten Abend auf dem TUSKA 2005 mit Würde.

Setlist:
Dopes To Infinity
Supercruel
Elephant Bell
Twin Earth
Third Alternative
Zodiac Lung
The Right Stuff
Radiation Day
Powertrip
Unbroken
Monolithic
Negasonic Teenage Warhead
Space Lord

Samstag

Obwohl wir bisher nur ausnahmslos Positives über die finnischen Death-Thrasher Deathchain gehört haben, verpassen wir leider aufgrund der für uns unmöglichen Spielzeit ihren Auftritt beim TUSKA. Es sei aber trotzdem jedem ans Herz gelegt, sich diese Combo bei Möglichkeit einmal live reinzuziehen.

\"Naglfar\"Mit der Meinung, dass es für Naglfar zweifelsohne (immer noch) viel zu früh und zu heiss ist, stehe ich wahrscheinlich nicht alleine da. Dennoch hat sich eine beachtliche Menge an Fans verschiedenen Alters bereits zur mittäglichen Stunde zur Festivalarea geschafft und füllt das Zelt fast komplett aus, um von NAGLFAR’s Sound mental geschlachtet zu werden. Als die Schweden mit ihrem Killersong „A swarm of plagues“ des neuen Albums „Pariah“ losdonnern, ist klar, dass sie es mit ihrem melodiösen Black Metal mühelos schaffen die verkaterten Köpfe des Publikums etwas aufzuhellen. Es ist offensichtlich, dass der neue Mann am Mikro, Kristoffer Olivius, eine exzellente Wahl ist, denn er macht einen guten Job und bringt nicht nur die Songs des neuen Albums “Pariah” überzeugend rüber. Denn das Set setzt sich sowohl aus altem als auch aus neuem Material zusammen, das Debütalbum „Vittra“ jedoch leider ausgenommen. Insgesamt trotzdem eine sehr gelungene Setlist und eine klasse Show, die für uns der richtige „Frühstückshappen“ für den gerade begonnenen zweiten Tag ist.

Setlist:
A Swarm of Plagues
Spoken Words of Venom
When Autumn Storms Come
Wrath of the Fallen
12th Rising
I Am Vengeance
The Brimstone Gate
The Perpetual Horrors

\"Ajattara\"Ähnlich wie bei NAGLFAR hätte auch der Show von Ajattara ein dunkler und verrauchter Club besser getan als gellende Sonne und wirbelnder Staub bei der SUE STAGE. Aber trotzdem schafft es die Band um Frontmann Pasi Koskinen mit ihrem düsteren Doom Black Metal eine ebenso düstere Atmosphäre zu zaubern, sodass die Fans in schwarzer Wonne dahinschwelgen. Die Band, die eigentlich nur aus drei Mitgliedern besteht, wird live von Pasi’s altem AMORPHIS-Kollegen Tomi Koivusaari und einem weiteren jungen Mann, der für die höheren Stimmlagen verantwortlich ist, unterstützt. Überzeugend bringt die Band ihren düster-melodiösen Sound rüber, und wutentbrannt und voller Aggression kotzt Pasi die in finnischer Sprache gehaltenen Vocals aus, was ihm ein recht mysteriöses Charisma verleiht und pechschwarz unter die Haut geht. AJATTARA bekommen ein unglaubliches Feedback von den Fans, die jede Zeile voller Inbrunst mitbrüllen, und ihre Show wird zu einer einzigen großen BlackMetal Party. Der Schwerpunkt der Setlist sind Songs vom „Itse“ Album und die Band hat sichtlich Freude daran live zu spielen. AJATTARA entpuppen sich zu einem echt unterhaltsamen Live-Erlebnis, was trotz Kater sehr viel Vergnügen eingebracht hat. Überaus gelungene und geniale Show!!

\"RottenAls nächstes attackieren Rotten Sound die Fans vor der Sue Stage mit ihrem brutalen Grindcore, der ohrenbetäubend und terrorisierend aus den Boxen donnert. Erbarmungslos liefern sie einen Kracher nach dem anderen, und die lebendige Drummaschine Kai Hahto beeindruckt mal wieder beispiellos. Seine scheinbare Mühelosigkeit gepaart mit der unglaublichen Präzision und genial koordinierten Schnelligkeit lässt mir einfach immer wieder die Klappe offen stehen. Nach einiger Zeit verlassen die vier Finnen die Bühne für einen Moment, um nach kurzer Zeit in ihrem ekelhaft-genialen Butcher-Outfit, was mit viel Kunstblut beschmiert worden ist, wiederzukommen und kompromisslos weiterzufetzen. Ihre brutale visuelle Erscheinung gepaart mit einer ruhelosen und wilden Bühnenperformance sind die Markenzeichen dieser Band und machen sie zu einem echten Live-Erlebnis, das man unbedingt auschecken sollte, da ihr Sound gerade live beeindruckend zur Schau gestellt wird. Nach ca. einer Stunde war der Sturm vorbei und die Band hinterlässt die Fans mit einer rundum gelungenen Show.

Setlist:
Maggots
Slave
V.S.A.
Follow
Perfection
Corporal Fuck
Strongman
Targets
Suffer
Obey
Exit
Burden
Sell your Soul
Slay
Western Cancer
Nation
XXI
War

\"LakeDerweil schaut sich der andere Teil der VU Crew auf der Zeltbühne Lake Of Tears an, um dem an Rotten Sound gemessenen vergleichsweise ruhigeren Sound zu lauschen. Der Frontmann der Schweden charakterisiert sich einfallsreich durch einen kreativen Pilzhut, was kombiniert mit ihrem Sound eine friedlich-psychedelische Atmosphäre erzeugt, manche jedoch auch möglicherweise von der Musik ablenkt. Sie spielen einen außergewöhnlichen Mix, den man irgendwo zwischen Paradise Lost und Sentenced einordnen könnte, und schaffen eine schwermütige, düster angehauchte Atmosphäre, wofür das Zelt und eine kleinere Bühne die besten Voraussetzungen bieten. Schade, dass diese beiden Bands parallel gespielt haben, denn ich bekomme nur Positives über LAKE OF TEARS zu hören.

\"Testament\"Wenn Testament nach so vielen Jahren in ihrem klassischen LineUp zu erleben sind, ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Zuschauerraum vor der Main Stage mit Massen von Fans absolut vollgepackt ist. Louie Clement, Greg Christian, Eric Petersson, Alex Skolnick und natürlich Chuck Billy vollziehen die Wiedervereinigung zur Thrash Legende und verwöhnen die in Nostalgie schwebenden Fans mit all ihren alten Hits von den ersten zwei Alben „The legacy“ und „New Order“, was auch Sinn macht, da dies die beiden Alben sind, die im klassischen LineUp eingespielt worden sind. Keine schlechte Entscheidung, denn die Zustimmung und Euphorie kann man in den Reaktionen der Fans ablesen. Die Bühnenperformance ist wie gewohnt genial, und Chuck rennt was das Zeug hält auf der Bühne rum und unterhält die Fans mit seinem schier unermüdlichen Einsatz an Luftgitarre spielen. Auch seine Stimme ist in Topform und seine Fähigkeit, sie voluminös und abwechslungsreich einzusetzen, erzeugt eine magische und energiegeladene Atmosphäre. Indem er einige Variationen in seinen Gesang einbringt, bringt er eine innovative Frische in die altbekannten Songs. Das unumstrittene Charisma des Frontmanns ist jedenfalls beachtlich, doch auch der Rest der Band ist durchaus nicht zu verachten. So ist Drummer Louie Clemente professionell wie eh und je und auch die unglaublichen Gitarrensoli vom Talentbolzen Alex Skolnick sowie seine gesamte Bühnenerscheinung beeindrucken die Fans in ungeahnter Weise, sodass selbst den alten Fans die Klappe offen steht und es letztendlich sogar dem Verstärker zuviel wird, der ersetzt werden muss. Die BayArea Metal Legenden verstehen es, mit der crowd umzugehen und sie wissen, was wir Fans wollen, denn sie bringen das Publikum mit ihren Thrashhymnen in Topstimmung und erzeugen eine unglaubliche Energie, sodass ihr 60 minütiges Set für viele einfach viel zu kurz ist.

Setlist:
The Preacher
The New Order
The Haunting
Electric Crown
Sins of Emission
Practice What You Preach
The Legacy
Alone in the Dark
Over the Wall
Trial by Fire
Raging Waters
Disciple of the Watch

\"DimmuDann ist es an der Zeit, Dimmu Borgir dem offiziellen Headliner des zweiten Tages, die Center Stage zu überlassen. Und siehe da, pünktlich als sie die Bühne betreten, versammeln sich einige wenige dunkle Wolken am Himmel. Es ist kaum zu übersehen, dass die sechs-Mann Combo eine massive Fanbase hier in Finnland hat, auch wenn diese eher wie lächerliche Clowns als wie true und grimmige Blackmetaller aussehen… Jedenfalls ist der Zuschauerraum vor der Mainstage beinahe gänzlich gefüllt. Für die TUSKA Show hat sich die BandTony Laureno (NILE, ANGELCORPSE) für den Schlagzeugstuhl organisiert, der seinen Job auch recht professionell und routiniert durchzieht. Hell-sinki soll heute eine Lektion in „violence“ bekommen, wie Sänger Shagrath verkündet. Wie gewohnt wechseln sich Sänger SHAGRATH und Bassist VORTEX mit dem Gesang ab, wobei ersterer für die rauen und brutalen Parts sorgt und VORTEX eher die hymnisch anmutenden Parts übernimmt. Der melodiöse Black Metal der norwegischen Combo geht zwar gut ins Ohr, ihre reichlich böse Performance ist unterhaltsam und die Crowd absolut begeistert, und auch die Lichtshow ist vom feinsten und durchaus ein visuelles Erlebnis. Aber die Band schafft es diesmal einfach nicht, mich zu überzeugen. Ihr Set besteht größtenteils aus Songs vom neuesten Album, und Ihre Show wird in ihrer Eintönigkeit schnell langweilig, da sie nichts Unerwartetes bietet, und so werden meine Erwartungen diesmal leider nicht erfüllt, da ich schon weitaus bessere Gigs von ihnen erlebt habe. Selbst mit dem traditionsgemäß das Set beendende Meisterstück „Mourning Palace“ wird die Eintönigkeit nicht unterbrochen, die ihre gerade mal 60 minütige Show durchzogen hat–ziemlich kurze Spielzeit für Dimmu und noch dazu für einen Headliner. Großes Theater, keine Zugabe- es schien trotzdem vielen gefallen zu haben.

Setlist:
Intro
Vredesbyrd
Cataclysm Children
Kings of the Carnival Creation
Reptile
Master of Disharmony
Unorthodox Manifesto
Spellbound (by the Devil)
Stormblåst
Progenies of the Great Apocalypse
Mourning Palace – In Death´s Embrace

Sonntag

\"TurmionDen dritten und letzten Tag des TUSKA eröffnen die Ausnahme-Musiker Turmion Kätilöt auf der SUE STAGE. Ihr bizarres Bühnenoutfit kombiniert mit dem “IndustrialMetal”, der an Rammstein erinnern mag, sowie ihre ruhelose und aufdringliche Bühnenshow begeistern von der ersten Sekunde an. Auf der Bühne wechseln sich die beiden Sänger, der psychopathische SPELLGOTH und Fleischermeister MC RAKKA PEE, ab, die finnischen Vocals ins Mikro zu schreien, was der Show eine ganz besondere Extranote gibt. Als SPELLGOTH am Ende sein ohnehin knappes Lackröckchen ablegt und nur noch in Netzstrümpfen dasteht, machen TURMION KÄTILÖT nocheinmal unumgänglich klar, dass ihre Bühnenshow aussergewöhnlich und einzigartig – einfach genial – ist. Diese originelle und wahnsinnig innovative Band sollte man sich keinesfalls entgehen lassen, wenn man die Chance hat, sie live zu erleben! Eines der Highlights des TUSKA Festivals!

\"ChildrenAuf der CENTER STAGE ist schon alles für die Show von Children Of Bodom bereit, und die aufwendige Bühnenaufmachung, bestehend aus einem in der Mitte der Bühne aufgestellten Auto sowie einige Tonnen, verspricht eine spektakuläre Show. In der Tat wird die Show der Finnen durch viel Pyrotechnik bereichert, die dem powervollen Sound der jungen Finnen zusätzlich Nachdruck verleiht. Außerdem stellt sich Alexi Laiho bei so manchem Gitarrensolo auf das Auto und lässt sich dort von den überraschend jungen Fans vor der Bühne abfeiern. Die Setlist enthält neben den altbekannten Klassikern auch zwei neue Songs, „In your face“ sowie „Are you dead yet?“. „Bodom after midnight“ wird in „Tuska after midnight“ umgedichtet, um dem Publikum dieses Auftritts eine „ganz persönliche“ Bedeutung zu verleihen. Das Highlight der Show ist wohl die Komikeinlage der Jungs, auf der Bühne in etwas unkonventioneller Weise an einer Sense und mithilfe eines Flammenwerfers Würstchen zu grillen und sich damit über ihr Bandmaskottchen, den Reaper, schamlos lustig zu machen und ihm seinem Zweck zu entfremden. Recht unterhaltsame Zwischeneinlage, die den besonderen Sinn für Humor der Band und ihre Einstellung, sich nicht zu ernst zu nehmen, treffend charakterisiert. Mein persönliches Highlight der Show ist allerdings, wie Alexi TERÄSBETONI’s „Taivas lyö tulta“ anstimmt und mit seiner gestellten Powermetal voice doch extrem ins lächerliche rückt. Insgesamt eine gewohnt professionelle, in hohem Maße unterhaltsame und zufriedenstellende Show, wäre mir nicht der kleine ununterbrochen hüpfende Junge vor mir so extrem auf die Nerven gegangen.

Setlist:
Deadnight Warrior
Tuska After Midnight / Bodom Beach Terror
Needled 24/7
Sixpounder
Hate Crew Deathroll
Kissing The Shadows
In Your Face
Are you dead yet
Everytime I Die
Hate Me
Angels Don´t Kill

\"Sentenced\"Bittersüß melancholisch werde ich dann, als der im Rahmen der FUNERAL TOUR stattfindende Gig von Sentenced ansteht. Feierlich und beklemmend tragen die vier SENTENCED Mitglieder (ausgenommen Sänger Ville Laihiala) einen Sarg auf die Bühne, ehe sie anfangen, eine ihrer letzten Shows zu spielen. Mit dem Sarg passiert allerdings weiterhin nichts großartiges mehr, da er wahrscheinlich eher den funeral status dieser Show unterstreichen soll. So ist die überraschende Wahl des Openers auf das furiose Instrumentalstück „Where waters fall frozen“ vom „Funeral Album“ gefallen, auf das nahtlos das für die Selbstmordrocker typische „Excuse me while I kill myself“ folgt. Mittlerweile hat das Publikum einen recht beachtlichen Pegel, was es nicht schwierig macht, Stimmung zu erzeugen. Die Band aus Oulu stellt eine schöne Setlist aus ihren veröffentlichten Alben zusammen und überrascht mich vor allem mit „The rain comes falling down“ vom Album „Amok“, dass ich live nicht erwartet hätte. SENTENCED lassen wohl niemanden am Ende nicht wenigstens ein bisschen schwermütig zurück. Nachdem die Band ihren Rachegelüsten und ihrer Verachtung mit „Vengeance is mine“ aggressiv nachhaltigen Ausdruck verliehen haben, verlässt sie, sehr zum Bedauern vieler Fans, überraschend nach nur einer Stunde die Bühne mit der Gewissheit, viel Emotionalität und eine tolle Show rübergebracht zu haben. RIP Sentenced!

Setlist:
Where Waters Fall Frozen
Excuse Me While I Kill Myself
May Today Become The Day
Nepenthe
Cross my heart and hope to die
Noose
Ever-Frost
The Rain Come Falling Down
Despair-Ridden Hearts
Bleed
No One There
Vengeance Is Mine

\"Accept\"Nach dieser Überdosis an Melancholie habe ich wenig Lust auf die Headliner des dritten Tages Accept, jedoch werde ich unerwartet eines Besseren belehrt. Die zweite ReUnion der deutschen Urgesteine ist neben Testament’s Auftritt ein weiterer Versuch, mit einem (beinahe) klassischen LineUp das metal heart der Fans zu erreichen, die allerdings im Vergleich zu anderen Bands nicht mehr ganz so zahlreich sind. In der Tat ist die Band in sehr guter Form und scheint eine gute und intensive Zeit auf der Bühne zu haben. Jedenfalls kommt sie sehr überzeugend und geradeaus rüber und als Udo quer über die Bühne rennt und seine Fans dazu auffordert, mit ihm mitzusingen, bekommt er auch wonach er verlangt. Ein Highlight ist sicherlich das endlose Gitarrensolo von Wolf, das ein Medley aus Klassikern darstellt, darunter „Bolero“ und „Hall of the mountain king“, und das wohl auch dem Zweck der Selbstdarstellung Wolf’s und seiner playing skills dient und die Fans belehren soll, was für ein begnadeter Gitarrist er ist. Doch damit nicht genug, denn ein Basssolo bekommen wir auch noch zu hören. Die Zugaben nach dem main set scheinen endlos, und das ständige Mitsingen wird auch irgendwann langweilig. Trotzdem scheinen die Fans zufrieden, und als eine meiner Freundinnen dann noch lauthals beim letzten Song des Abends, „Balls to the wall“ mitsingt, verbuche ich diese insgesamt 75minütige Show als geglückt. Und das TUSKA 2005 sowieso. Auf ein baldiges Wiedersehen!!!!

Setlist:
Starlight
Living for Tonight
London Leatherboys
Metal Heart
Flash Rocking Man
Breaker
Head Over Heels
Neon Nights
Wolf Hoffman’s solo (Bolero, Hall of the Mountain King etc.)
Restless & Wild
Son of a Bitch
TV War
Turn Me on
Monster Man
Love Child
Fast As a Shark
————————-
Princess of a Dawn
I’m a Rebel
Balls to the Wall

Daniela S. / V.U.

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