Live Review Tuska-Festival 16./18.07.2004, Helsinki, Finland

Tuska Festival in Helsinki. Auch heute war vor den Toren des Tuska Festival wieder ein enormer Betrieb zu verzeichnen. Das Publikum feierte und war so begeisternd wie nie zuvor am Tuska Festival 2004. Alles in allem war das Tuska Festival 2004 genau das, was es von Anfang an versprach. Auf geht´s zum Tuska 2005.

FREITAG, 16.07.04:
Nachdem wir im mittelfinnischen Tampere das Tammerfest besucht hatten und durch den Genuss von Unmengen von Alkohol schon erheblich beeinträchtigt waren, begaben wir uns nun auf den Weg nach Helsinki.
Das eigentliche Event lag ja noch vor uns: das Tuska Festival !! In Helsinki angekommen wurden wir von Ex Sentenced Frontman Taneli Jarva freundlich begrüßt und dann ging es auch schon zum Festivalgelände, das unmittelbar an den Bahnhof grenzt, zum Glück für uns, da wir ja unter erheblichem Alkoholeinfluss standen. Man passt sich eben an…..

Auf dem Gelände herrschte bereits reger Betrieb, immerhin waren schon heute am ersten Tag einige Highlights angesagt: Impaled Nazarene , Sonata Arctica und Ensiferum waren die Bands auf die sich der Großteil der Zuschauer im Laufe des Nachmittages konzentrierte und die allesamt eine geniale Live Performance boten. Um 19:45 enterten Dark Funeral die \“Hellsinki Stage\“. Auch sie verstanden es perfekt, das finnische Publikum auf Ihre Seite zu ziehen und spielten einen nahezu fehlerfreien Set – absolut genial!!!
Den Abschluss des Tages lieferten um 20:45 auf der \“Radio City Stage\“ In Flames, die den Hauptteil ihrer Songs vom erst kürzlich erschienenen Album \“Soundtrack to your Escape\“ bestens zu zelebrieren wussten. Aber auch die Fans der früheren Releases kamen nicht zu kurz, von \“The Jester Race\“ über \“Colony\“ und \“Whoracle\“ wurden auch die älteren Stücke bestens dargeboten. Frontman Anders Frieden bangte was das Zeug hielt und die beiden Gitarristen Jesper Strömblad und Björn Gelotte konnten durch ein wahnsinnig tightes Zusammenspiel überzeugen.
Für uns war nun der Weg ins Hotel unumgänglich, den der nächste Tag hatte es in sich, standen da doch die Auftritte von Soilwork, Dark Tranquillity und Swallow The Sun auf dem Programm. Also ging es nach einigen weiteren Beers ins Hotel.


SAMSTAG, 17.07.04:
Auch heute war vor den Toren des Tuska Festival wieder ein enormer Betrieb zu verzeichnen, obwohl wir erheblich früher als am Vortag ankamen. Im inneren der Festival Area angekommen, begannen soeben Dark Tranquility ihren Set. Ihr Sound der ja sehr stark an In Flames erinnert, war heute ( zumindest am Anfang des Sets ) nicht so gewohnt klar und sauber wie sonst. Das änderte sich aber innerhalb kurzer Zeit und obwohl es noch sehr früh war, ernteten Dark Tranquility von den Finnen beträchtlichen Applaus und überzeugten auf ganzer Länge da sie nahezu von allen Alben Songmaterial präsentierten. Eine beeindruckende Show!!!
Im Anschluss betraten Soilwork nach kurzer Umbaupause die \“Radio City Stage\“ und knallten einen Kracher nach dem anderen aus der P.A. ,dieser Auftritt war mit Abstand der stärkste, den die Jungs in den letzten Jahren boten, absoluter Hammer!!!
Ein Heimspiel erster Klasse bot sich den Anwesenden um 18:00 auf der \“Sue Stage\“, als Sinergy die Bühne betraten. Wie gewohnt gaben die beiden Gitarristen Alexi Laiho und Roope Latvala technisches Gefrickel zum besten und die immer um Kontakt zum Publikum bemühte Frontdame Kimberly Goss, bot eine gesanglich einwandfreie Leistung. Leider war die Spielzeit von 45 Min. etwas zu kurz für diese wirklich geniale Band, sehr guter Gig!!!
Bis zum Gig von Swallow The Sun verstrich etwas mehr Zeit als vorgesehen, da die Band mit Verspätung auf dem Festival-Gelände eintraf. Am Vortag wurde eine Show in Lettland gespielt, von der die Band incl. der Reise noch etwas müde war. Als Swallow The Sun ihren Gig eröffneten, waren Ihnen die Strapazen vom Auftritt am Vortag nicht mehr anzumerken. Im Gegenteil – Ihr Set wurde von den monströsen Songs vom Hammeralbum \“ The Morning never came\“ dominiert und das Publikum feierte sie ab und war so begeisternd wie bei keiner Band zuvor am Tuska 2004.
Ein wirklich immer in guter Erinnerung währender Auftritt, klasse!!!

\"Festival
live eine Macht: Swallow The Sun auf dem Tuska 2004

Und so waren schnell einige Stunden vergangen und der Tag neigte sich langsam dem Ende zu.
Der würdige Headliner am zweiten Tag waren Nightwish, die einen begeisternden Auftritt hinlegten und viele positive Reaktionen des Publikums einheimsen konnten und somit die Fans zufrieden nach Hause d.h. in die Kneipen zu den Aftershow Partys schickten.


SONNTAG, 18.07.04:
Heute am letzten Tag des Festival standen endlich die Bands auf dem Programm, auf die wir schon vor Beginn des Festival ein besonderes Auge geworfen hatten: Chaosbreed interessierten uns besonders, denn wir waren sehr darauf gespannt wie sich Ex-Sentenced Frontman Taneli Jarva präsentieren würde. Schließlich frönt er ja in Reihen von Chaosbreed gemeinsam mit Amorphis Gitarrist Esa Holopainen dem Death Metal zu dem sich beide ja bekanntermaßen besonders hingezogen fühlen. Und sie enttäuschten uns nicht:
Chaosbreed präsentierten dem Publikum fast jeden Song vom genialen Output \“ Brutal\“ und wirkten auch ohne ihren Bassisten \“Oppu\“ Laine so frisch wie wir uns das erhofft hatten.

kompromisslos & brutal: Taneli Jarva & Chaosbreed

Der uns leider nicht namentlich bekannte Eratzmann passte sich ohne Probleme in das Bandgefüge ein und auch Schlagwerker Nalle, der schon vor dem Auftritt ziemlich angetrunken durch den Backstagebereich wankte, überzeugte mit kraftvollem und präzisem Drumming. Chaosbreed wussten auch bei Tageslicht zu überzeugen und stimmten die Menge auf das nun folgende Event auf der \“Radio City Stage\“ mehr als ein. Sehr guter Act, den wir hoffentlich 2005 auch auf deutschen Bühnen begrüßen dürfen. Direkt im Anschluss gab es für das finnische Volk heftige Doublebass Attacken der Ami Deather von Fear Factory. Wahrscheinlich das beste Beispiel für eine Band, die es schon mehrmals versucht hat ihren Stil zu wechseln, trotzdem aber immer wieder zu ihren Wurzeln zurück fand und aufs neue zu überzeugen weiß! Sogar ein kurzweiliger Split konnte diese Band nicht stoppen. Allein diese Tatsache spricht für sich, würde Ich behaupten. Die Band wusste, wie man durch heftiges Stageacting selbst so kühle Nordmänner wie es die Finnen nun einmal sind, in Ekstase zu versetzen. Der bereits angesprochene Doublebass dröhnte vernichtend aus den Boxen und überhaupt konnte man keinen großen Unterschied zur Soundqualität auf CD ausmachen. An diesem Tag lief für Fear Factory einfach alles perfekt, ein Wahnsinns Gig – einfach nur geil.
Nach einer kurzen Verschnaufpause war die Zeit gekommen für die Helden Finnlands:
Timo Rautiainen & Trio Niskalaukaus betraten um 17:00 die \“Radio City Stage\“ und untermauerten ihren Status als House Band auf dem Tuska.

finstere Miene & ergreifende Melancholie: Timo Rautiainen & Trio Niskalaukaus

Hierzulande ist diese geniale Band, obwohl sie schon einige Releases teilweise sogar in deutscher Sprache zutage gebracht haben, leider fast gar nicht bekannt. Ihre im Herbst erscheinende neue CD \“Hartes Land\“ wird diese Situation hoffentlich ändern können.
Heute bietet sich, wie bei jedem Auftritt der Band, dasselbe Bild: Schwere Gitarrenwände dominieren die Struktur der sehr ergreifenden und teilweise wirklich unter die Haut gehenden Songs und die sich bereits verdoppelte Anzahl der Zuschauer feiert Ihre Helden lautstark. Die Bandinterne Stimmung war vor dem Auftritt keineswegs gut, da ein kurz zuvor geschehener Trauerfall die Stimmung doch verständlicherweise erheblich drückte. Umso beeindruckender, wie die Band es zu verstehen wusste, die Zuschauer in Ihren Bann zu ziehen und einen mehr als perfekten Auftritt auf die Bretter zu legen.
Den Namen Timo Rautiainen & Trio Niskalaukaus sollte man sich auf jeden Fall merken und in das anstehende neue Album unbedingt reinhören. Sehr empfehlenswerte gute Truppe ! Charon waren die nächsten, die wie sich herausstellte, nicht nur für uns interessant zu sein schienen….
Der überaus charismatische Sänger J.P. Leppäluoto sorgte mit seinem ausdrucksstarkem Gesang vor allem in den ersten 3. Reihen, wo sich die überwiegend weiblichen Zuhörerinnen Platz verschafft hatten, für Unruhe und Ohnmachtsanfälle.
Der vor kurzem gefeuerte Gitarrist Jasse von Hast wurde durch seinen uns nicht bekannten Nachfolger gut ersetzt und vor allem die Songs vom \“downhearted\“ Album sorgten beim zahlreich erschienenen Publikum für grandiosen Beifall. Nach dem herausragenden \“ Bitter Joy\“ und dem melodisch angehauchten \“Little Angel\“ war dann der Siedepunkt erreicht und die Zuschauer schlenderten nach einem sehr guten Charon Auftritt gemütlich zur \“Radio City Stage\“ auf der sich der erwürdige Headliner des Tuska Festival 2004, DIO in gewohnter Manier präsentierte und den Zuschauern noch einmal alles abverlangte. Ein wirklich gelungener Auftritt der sympathischen Mannen aus dem Amiland !! Alles in allem war das Tuska Festival 2004 genau das, was es von Anfang an versprach: DAS Summer Event im hohen Norden mit den an jeden Festival Tag angrenzenden Aftershow Partys, die den Fans einen Einblick in den, vor talentierten Bands nur so aufwartenden finnischen Underground gewähren. Wir freuen uns jetzt schon auf 2005, denn dieses Festival ist wirklich einzigartig und ein jeder der noch nicht die Möglichkeit hatte hier zu sein, sollte jetzt schon mal anfangen zu sparen. Auf geht´s zum Tuska 2005 !!!

Weitere von uns gesammelte Eindrücke vom Tuska 2004 findet Ihr in der Visions Underground Gallery ( On Stage/Off Stage )

Hanzi & Nicole / V.U.

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