Papa Mike im Interview mit Oli (Oliver Schmidt) von Letzte Instanz. Backstage vor dem Konzert der Band in der Batschkapp in Frankfurt am 24.10.2012.
Videoaufnahme von Daniela Désirée.
Papa Mike im Interview mit Oli (Oliver Schmidt) von Letzte Instanz. Backstage vor dem Konzert der Band in der Batschkapp in Frankfurt am 24.10.2012.
Videoaufnahme von Daniela Désirée.
Wie waren eure letzten Shows?
Sonntag hatten wir erst noch ein Festival gespielt, das Visions Indoor Westend Festival, welches auch für Rockpalast aufgezeichnet wurde, das läuft vom 18. auf den 19. Dezember. Gestern hatten wir dann das erste Konzert innerhalb der 5-tägigen Kurz-Tour. Das ist die 3. Tour in diesem Jahr zu dem Album. Es war ein schöner Auftakt gestern in Bremen.
Habt ihr schon öfter Headliner-Touren gemacht?
Wir hatten schon zu der letzten Platte Headliner-Touren und zu dieser jetzt wieder. Das ist jetzt schon die 6. oder 7. Headliner-Tour.
Was macht mehr Spaß: vor großem Publikum oder selber der Headliner zu sein?
Am meisten macht es natürlich Spaß, wenn man Headliner ist und trotzdem viele Leute kommen. Z.B. die Release Shows waren sehr, sehr gut! Da hatten wir in Münster, unserer Heimatstadt, über 600 Leute. Das war wirklich super. Es macht natürlich mehr Spaß den Leuten etwas mehr präsentieren, länger spielen zu können. Gerade bei den Support-Sachen ist es oftmals einfach zeitlich sehr begrenzt. Wenn wir bei einem Support eine halbe Stunde Spielzeit haben, können wir gerade mal 3 Songs spielen, dann ist das ein bisschen wenig. Aber das macht auch Spaß, es ist halt was anderes.
Variiert ihr eure Setlist und können wir heute Abend etwas Besonderes erwarten?
Wir variieren eigentlich immer etwas und versuchen auch immer die Songs etwas zu verlängern und etwas Anderes rein zu bringen. Klar es gibt auch Songs, die sind wie auf Platte, aber es gibt auch immer Songs wo wir ein bisschen improvisieren.
Alle guten Dinge sind drei, hier nun das Interview mit den Donots
Teil 1:
Teil 2:
Auch Boppin B. haben uns Rede und Antwort gestanden…..
Viel Spaß damit:
Auf dem diesjährigemOpenFlair Festival hatten wir auch ein Interview mit Schandmaul.
Viel Spaß damit:
Die Death Metal Legenden von MORGOTH are back – ein Statement was viele Fans wieder wachgerüttelt hat denn MORGOTH waren es die in den 90er´n für gehörig Aufsehen sorgten und ein fester Bestandteil der Szene waren. Grund genug also für Visions Underground nachzufragen, welche Gründe zu diesem Schritt beigetragen haben und was die Zukunft bringen soll im Hause der Moorgötter. Gitarrist & Gründungsmitglied Sebastian Swart stellte sich bereitwillig unseren Fragen und hat bereits eine Vorahnung vom Sound der jetzt in Berlin ansässigen Band…….
Ihr seid zurück auf den europäischen Bühnenbrettern und habt damit für mächtig Aufsehen gesorgt, denn mit einer Rückkehr von Morgoth war ja nicht unbedingt zu rechnen. Hauptgrund hierfür war das 20 jährige Jubiläum Eurer Kultscheibe „Cursed“ oder gab es noch weitere Gründe, die Euch dazu bewogen haben, diesen mutigen Schritt zu wagen ?
Alljährlich veranstaltet Volker Hirsch, 35, das Taubertal-Festival in Rothenburg ob der Tauber. Im folgenden Interview spricht er über gute wie weniger gute Erfahrungen mit Festivals und welche Ansprüche er daraus als Veranstalter ableitet.
Wie lange bist Du schon als Veranstalter tätig?
Von 1988 bis 1996 war ich in Windelsbach bei Rothenburg ehrenamtlich in einer Gruppe der Evangelischen Landjugend aktiv, mit der wir Sommerfeste und einzelne Konzerte etwa von den Hooters oder der Spider Murphy Gang organisiert haben. Seit 1996 verdiene ich als eigenständiger Veranstalter meine Brötchen.
Welche war Deine erste eigene Veranstaltung und was war die wichtigste Erfahrung, die Du darüber gesammelt hast?
1996 habe ich gemeinsam mit meinen beiden Brüdern das erste Taubertal Festival veranstaltet, auf eigene Rechnung und ohne Jugendgruppe im Hintergrund. Die wichtigste Erfahrung war in diesem Jahr der Unterschied zwischen Vision und betriebswirtschaftlicher Realität. Wir haben uns damals über den Kopf verschuldet und konnten diese schwierige Phase nur durch bedingungslosen Zusammenhalt innerhalb der Familie meistern.
Wann und wie kam Dir die Idee für das Taubertal Festival?
Das erste Taubertal Festival entstand 1996 durch das Zusammenspiel verschiedener Entwicklungen. Zum einen hatte ich schon länger die Idee, das schöne Ambiente der nahe gelegenen Stadt Rothenburg ob der Tauber als Rahmen für Musikveranstaltungen zu nutzen. Zum anderen machte eine starke Verjüngung und Umstrukturierung unserer Jugendgruppe die Fortführung des bewährten Veranstaltungskonzeptes unmöglich. Ich stand also da und überlegte, was ich mit meinen gewonnenen Kontakten und Erfahrungen anstellen könnte. Zur der Zeit kam ein Gastronom aus Rothenburg auf mich zu und stellte mir ein kleinstadttypisches Veranstaltungskonzept vor. Es sollte ein zweitägiges Open Air Konzert im städtischen Freibad durchgeführt werden. Weil die Stadtverwaltung aber große Bedenken im Hinblick auf Sicherheit und Lärmbelästigung von Anwohnern hatte, machte sie uns einen anderen Vorschlag. Sie bot uns eine Wiese unterhalb der Altstadtmauern mitten im romantischen Taubertal an, die so genannte Eiswiese. Bei der ersten Ortsbesichtigung war mir sofort klar, dass sich hier meine Idee ideal umsetzen lässt.
Wie hat sich das Taubertal Open Air seitdem aus Deiner Sicht entwickelt?
Das Festival hat sich trotz anfänglicher Schwierigkeiten etabliert und ist ein fester Bestandteil des deutschen Festivalkalenders. Taubertal wird trotz der vergleichbar geringen Besucherzahl in einem Atemzug mit Southside, Highfield oder Rock am See genannt. Die Vorverkaufssituation ist für ein deutsches Festival einzigartig, so ist das Festival lange ausverkauft, bevor das Programm bekannt gegeben wird. Hier spiegeln sich die Beliebtheit des Events an sich und das Vertrauen der Fans in ein ausgewogenes und qualitativ hochwertiges Band-Booking wieder.
Was erwartest Du vom Taubertal 2011?
Dass es den Erwartungen der Besucher gerecht und für viele ein weiteres unvergessliches Wochenende wird, an dem sie den tristen Alltag für ein paar Tage vergessen können.
Was ist für Dich als Veranstalter das Wichtigste an einem Festival?
Bei aller Professionalität und Wirtschaftlichkeit, die ein Event in dieser Größenordnung fordert, dürfen die Wünsche und Bedürfnisse des Publikums nicht auf der Strecke bleiben. Wichtig sind eine schöne Location, ein überschaubares Gelände, ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis und Programmqualität
Was ist für Dich als Besucher das Wichtigste an einem Festival?
Dass eine gewisse Überschaubarkeit und Intimität gewahrt bleibt, die das absolute Live-Feeling zulässt. Es ist sicherlich auch ein besonderes Gefühl, gemeinsam mit 40.000 anderen Besuchern über Videoscreen eine gigantische Lightshow zu verfolgen und die neuesten technischen Errungenschaften der Veranstaltungstechnik demonstriert zu bekommen. Persönlich finde ich es jedoch wichtiger, dass es dem Künstler gelingt, durch seine Musik ein persönliches Verhältnis zum Publikum aufzubauen. Und dies ist eben bei kleineren und überschaubareren Events viel häufiger der Fall.
Wann und wo warst Du zum ersten Mal auf einem Festival? Wie war’s?
Monsters of Rock auf dem Messegelände Nürnberg, 1987 – das war kein Kindergeburtstag. Wir haben hautnah miterlebt, wie das Gelände gestürmt wurde und die Polizei den niedergedrückten Zaun dann mit Tränengas verteidigte. Direkt neben uns wurde ein Haribo-Stand zerlegt, es gab reichlich kleinere Schlägereien und verschiedene private Stripshows auf den Dächern von Imbiss- und Dönerbuden. Einfach ein unvergesslicher Tag.
Welches war das beste Festival, das Du je erlebt hast?
Das war das erste ausverkaufte Taubertal Festival im Jahr 1998, mit allen positiven, aber auch negativen Ereignissen, die der explosionsartige Publikumsanstieg mit sich brachte. Es war also zugleich auch das schlimmste Festival, das ich je erlebt habe.
Was war Dein schönstes Festivalerlebnis?
Der Auftritt von Pearl Jam bei Rock im Park vor acht Jahren hat mir privat bewiesen, dass es auch bei Megafestivals möglich ist, ein Publikum ohne Materialschlacht zu fesseln. Die haben als Headliner einen Bühnenaufbau wie bei einer Schülerband gehabt. Es ging tatsächlich nur um Musik. Aus meiner Sicht als Veranstalter war das Gefühl besonders schön, als sich nach der Publikumsexplosion 1998 die Wogen geglättet hatten und ich den Auftritt von The Cure genießen konnte. Nachdem sich alle organisatorische Last von mir gelöst hatte, kam bei mir das echte Taubertal-Feeling auf. Da wusste ich, dass die Vision, die wir mit einem Musikevent an diesem Ort verfolgten, Wirklichkeit geworden war.
Was war Dein schlimmstes Festivalerlebnis?
Als Veranstalter wie gesagt das Taubertal Open Air 1998, und zwar bis zum eben beschriebenen Zeitpunkt. Ich hatte bis dahin ständig das Gefühl, dem Besucheransturm organisatorisch nicht gewachsen zu sein. Privat war es besonders schlimm, als ich auf dem Hurricane-Festival 2002 meinen Autoschlüssel verloren hatte. Weil uns somit ein Schlafplatz fehlte, haben wir uns einfach in das Übernachtungszelt der Security geschmuggelt. Am nächsten Tag musste mein Kumpel durch ganz Deutschland fahren und mir den Ersatzschlüssel bringen. Bis er angekommen ist, war mein Auto abgeschleppt.
Gehst du immer noch zu Festivals? Wenn ja, zu welchen?
Ja. Ich finde vor allem Festivals interessant, auf denen ich noch nicht war. Von den bereits besuchten fand ich Highfield, Haldern und Hurricane recht schön.
Was sollte man auf einem Festival unbedingt tun?
Den Alltag vergessen, campen und den Zeitrahmen für einen Toilettengang so großzügig gestalten, dass man sich das Dixi-Klo in aller Ruhe aussuchen kann.
Was sollte man auf einem Festival unbedingt NICHT tun?
Man sollte nicht zwanghaft versuchen, alle Bands zu sehen. Man sollte auch nicht darauf vertrauen, dass es bei einer solch großen Veranstaltung ständig und überall genügend Toilettenpapier gibt und sich in abgelegenen Ecken nicht auf die Wiese setzen…
Wie seid ihr mit dem diesjährigen Line Up zufrieden?
Wir sind sehr glücklich mit dem diesjährigen Line-Up. Neben der lebenden Legende Iggy Pop, der mit seinen Stooges vorbeischaut, dürfen wir in diesem Jahr Rise Against, Die Fantastischen Vier, NOFX, Dropkick Murphys, Bullet For My Valentine und viele andere begrüßen. Insgesamt spielen über 40 Bands auf vier Bühnen.
Gibt es im Vergleich zu den letzten Jahren Neuerungen oder Änderungen?
Im großen und ganzen bleibt es bei dem altbewährten Konzept welches wir über die Jahre entwickelt haben.
Allerdings steht eine Überarbeitung des Besucherflusses bei der Anreise an. Hier gab es in den letzten Jahren immer wieder Probleme bei schlechtem Wetter. Dem beugen wir 2011 entsprechend vor.
Worauf freut ihr euch als Veranstalter in diesem Jahr ganz besonders?
Auf Iggy Pop! Und gutes Wetter natürlich
Und Hier nun noch die diesjährige Running Order zum download: Programm_Taubertal_Festival
Die im Metal Underground bisher doch recht erfolgreichen Aspersing Hosea, konnten in den letzten Monaten besonders durch eine beeindruckende Live – Präsenz auf sich aufmerksam machen und haben zwischendrin noch eine EP aufgenommen sowie einen Plattenvertrag eingeheimst….
Eine sehr erfreuliche Tendenz, die sich da abzeichnet und somit eine gute Gesprächsgrundlage für Visions Underground, um noch mehr aus dem Lager der jungen hessischen Metalcore Band zu erfahren…..
Aspersing Hosea offenbarten sich als sehr sympathische Band und im Gespräch mit Visions Underground waren mit Debbie (Bass), Johann (Vox) und Anne (Gitarre) gleich 3 Bandmitglieder präsent, die sich unseren Fragen stellten…..
Erzählt mal was über die Entstehung der Band und stellt Euch bitte kurz vor …..
Anne: „Oh, das ist schon sehr lange her…..das war 2008. Wir hatten vorher schon eine andere Band, Subscription of Pain mit der wir einige Monate aktiv waren. Leider kam es damals dann zum Split und da wir unbedingt weitermachen wollten, suchten wir uns neue Leute und gründeten dann Aspersing Hosea. Debbie hat dann von den Drums an den Bass gewechselt und im Laufe der Jahre haben wir nach einigen Besetzungswechseln nun das Line up was heute aktuell ist. Jedoch haben wir gerade was das Schlagzeug betrifft vor kurzem eine Veränderung vorgenommen und mit Laurin einen neuen Drummer in der Band. Wir verstehen uns sehr gut und haben so auch eine super Grundlage um zusammen Musik zu machen..“
Wie definiert Ihr euren Stil ?
Anne: „ Ja, progressive Metalcore ist eigentlich genau die richtige Beschreibung für unseren Sound….obwohl ja momentan gerade im Underground Bereich sich viele Bands die Definition Metalcore zu Eigen machen.
Aber in irgendeine Schublade wird man früher oder später sowieso gesteckt – von daher ist Progressive Metalcore der Sound von Aspersing Hosea.“ Eigentlich mögen wir dieses Schubladendenken überhaupt nicht aber wir akzeptieren es und kommen schon damit klar. Den Zusatz „Progressive“ verwenden wir deshalb, da wir sehr melodiös sind und mittlerweile auch Elemente von Mathcore in unseren Songs enthalten sind, speziell was die Breakdowns betrifft. Unsere Musik ist einfach sehr variabel und wir sind jetzt nicht unbedingt so Metalcorelastig wie z.B. Caliban oder Heaven Shall Burn…..“
Ihr habt vor kurzem auch Euren alten Gitarristen Florian ersetzt, kurioserweise heißt der neue Gitarrist ebenfalls Florian….
Johann: „Es lief alles sehr problemlos ab Florian einzuarbeiten. Er hat zuvor schon in einigen anderen Bands gespielt und brachte somit auch genügend Erfahrung mit, was den Prozess der Integration natürlich um ein Vielfaches leichter gemacht hat.
Und weiterhin bringt er für die neuen Songs viele Ideen und Elemente mit ein, die wir vorher nicht kannten und er ist eine totale Bereicherung für uns. Er passt auch menschlich super zu dem Rest und macht irre Spaß mit ihm zusammen zu spielen.“
Anne: „Mit unserem alten Schlagzeuger und dem ersten Gitarristen hat es leider nicht mehr geklappt um weiter zusammen arbeiten zu können und so haben wir uns voneinander getrennt. Trotzdem verstehen wir uns noch gut und helfen uns gegenseitig wenn es nötig ist und so waren wir, obwohl wir eigentlich schon bereits getrennt waren, noch zusammen im Studio und haben die EP fertig aufgenommen. Das war für uns sehr wichtig, dass wir ohne Streitigkeiten auseinander gehen.“
Seht ihr Euch als christliche Band ?
Johann: „Wir sehen uns nicht unbedingt als christliche Band aber wir haben einen christlichen Einfluss. Das mit Sicherheit. Es geht aber nicht ausschließlich um christliche Elemente, auch sozialkritische oder einfach unsere persönlichen neutralen Ansichten.
Anne: „Wir haben uns anfangs als christliche Band definiert, sind aber nach und nach davon weggekommen denn wir wollen den Fans die Möglichkeit lassen, unsere Texte selbst interpretieren zu können und niemandem etwas aufzwingen.“
Ihr zeigt viel Livepräsenz – ist Aspersing Hosea mittlerweile das wichtigste in Eurem Leben geworden und was sind Eure Träume und Wünsche mit der Band ?
Anne: “Debbie und ich machen ja schon seit 8 Jahren zusammen Musik und Johann kam vielleicht ein halbes Jahr später dazu. Diese lange Zeit hat uns doch arg zusammengeschweißt und es wäre für uns undenkbar, wenn es Aspersing Hosea auf einmal nicht mehr geben würde. Gerade die Trennung von den anderen beiden kürzlich war schon nicht einfach.“
Johann: “Wir alle wollen auf jeden Fall etwas erreichen und es wäre ein Traum, wenn sich das realisieren ließe. Dennoch gehen wir völlig locker mit der Situation um und jeder von uns konzentriert sich neben der Band noch auf seine Ausbildung, Studium etc.“
In Kürze kommt Eure neue EP „Bis zum Ende“ auf dem Markt– erzähl mal was darüber……..
Anne: „Wir haben 3 Songs auf die EP gepackt und mit „Quelle des Mehres“ nochmals eines unserer älteren Stücke neu aufgenommen.
Ich würde auch behaupten, dass sich unser Sound und Songwriting Prozess in eine neue Richtung verändert hat und somit können wir sagen, dass die musikalische Zukunft von Aspersing Hosea auf der neuen EP „Bis zum Ende“ aufbauen wird.“
Debbie: „Die Neuerungen fallen sofort auf, denn während wir auf der alten EP doch eher Breakdown – lastige Songs hatten, sind wir jetzt auf der neuen EP „Bis zum Ende“ noch viel variabler geworden und vor allem melodiöser. Das ist genau das, was wir machen wollten und das spiegelt uns exakt wieder, so wie wir nun mal sind.“
Johann: „Auf unserer vorherigen EP steckte alles noch so ein bisschen in den Kinderschuhen und man merkt doch deutlich, das wir gereift sind und auch das Songwriting ganz anderes angehen wie noch vor einem Jahr. Das ist eine gute Weiterentwicklung und eine runde Sache und wir sind sehr stolz auf diese Leistung.“
Anne: „ Dennoch muss ich ganz klar sagen, dass unsere neue EP genau das ist, was wir zukünftig machen wollen und davon wollen wir auch keinen Schritt weg, im Gegenteil, wir werden uns voll und ganz darauf konzentrieren in diesem Stil weiter zu machen. Was in 5 Jahren ist wissen wir natürlich nicht – bestimmt machen wir irgendwann auch mal was anderes, bedingt durch die Erfahrungen die man im Laufe der Zeit sammelt. Aber zur Zeit ist die neue EP das Spiegelbild von Aspersing Hosea.“
Habt ihr schon ein Album in Planung ?
Anne:“ Es ist auf jeden Fall unser Ziel bald mit den Arbeiten für ein Album zu beginnen. Wir haben genügend Ideen und Material und jetzt, nachdem wir ja wieder komplett sind, werden wir das Ganze mit voller Motivation und Konzentration angehen.“
Habt ihr jemals daran gedacht, den Stil von Aspersing Hosea mit anderen Musikstilen unterstützend zu unterlegen ?
Johann: „das ist schwer zu sagen aber auf unseren neuen EP zum Beispiel haben wir doch ziemlich viele Einflüsse aus dem Jazz mit in unseren Songstrukturen integriert. Die Breakdowns sind zum Teil sehr verschoben und man kann dies nicht mehr als klassischen Metal bezeichnen. Alles in allem denke ich aber, dass es ein ganz guter Mix aus vielen Elementen ist und das ist auch für den Zuhörer wirklich nachzuvollziehen. Teilweise haben wir sehr ungewöhnliche, aber eingängige Melodien und ich kann dir jetzt gar nicht sagen wie ich diese genau definieren sollte.“
Ihr verwendet ausschließlich deutsche Texte….was hat Euch dazu bewogen ?
Johann: „Die Wortspiele, die innerhalb der deutschen Sprache vorkommen, die kann man niemals ins Englische übersetzen mit all ihren Konsonanten und mit all ihrer Strenge und Wortgewalt ist viel größer als die englische Sprache. So etwas wird oft unterschätzt, denn die deutsche Sprache ist die Sprache der Dichter und Denker……was natürlich auch im englischen der Fall gewesen ist aber letztendlich sind wir eine deutsche Band und wir haben uns dazu entschlossen eben auch deutsch zu singen. Wobei ich es aber auch interessant fände, unsere Texte auch mal in Englisch aufzusetzen….Aber ob wir das tatsächlich machen ist eine andere Sache.“
Was haltet ihr von der Death / Gothic / Black Metal Szene ?
Debbie: „Es kommt drauf an, wie man das betrachtet. Wir würden so was niemals selber machen, das steht fest. Wir sind eher so für das rohe und mögen den Einsatz von Keyboards nicht so sehr. Und Anhören würde ich mir das auch nicht unbedingt – aber wir respektieren diese Stile natürlich, das ist klar.“
Johann: „ Ich höre mir gerne auch mal Death Metal an. Carnifex finde ich z.B. ziemlich geil und auch ansonsten haben wir doch eher ein ziemlich breites musikalisches Spektrum und schweifen auch gerne mal in fremde Genres ab.“
Habt ihr gleich das erste Angebot eines Labels angenommen oder wie ist das Ganze abgelaufen ?
Anne: “Wir hatten 2 Angebote und das andere war von einem christlichen Label, was wir aufgrund der Gesinnung abgelehnt haben. Mit unserem jetzigen Label Ling Chi Records (USA) gab es schon vorher sehr angenehmen Kontakt und deren Angebot hat uns zugesagt. Also wir haben uns zusammengesetzt und einen Kontrakt aushandeln können, mit dem wir alle zufrieden sind.“
Johann: „Der Labelboss ist wirklich sehr entgegenkommend und hilft uns eigentlich in jeder Hinsicht und wir haben einen super Kontakt. Wir fühlen uns sehr wohl und sind sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“
Ihr habt frühzeitig mit der Band Erfolg verbuchen können….welche Form von Erfahrung war es für Euch einen Deal zu bekommen und Endorsements etc. zu haben ?
Debbie: „Wir fühlen uns natürlich super, denn wir hätten niemals daran gedacht so gut anzukommen und gleich so einen Erfolg zu haben. Die gesamte Situation ist sehr schön für uns und es motiviert natürlich zusätzlich wenn man in einer solchen Lage ist.. Unsere Musik ist vor allem eine Herzensangelegenheit – von daher ist es eine super Sache.“
Johann: „ Viele Bands haben eine große Erwartungshaltung an sich selbst und glauben sie werden groß weil sie etwas Neues machen…Wir haben uns selbst nie als so besonders Ernst dargestellt und genau das hat uns dabei geholfen gut bei den Fans anzukommen und sie haben unsere Ehrlichkeit gespürt und letztendlich war es ausschlaggebend dafür all dies zu erreichen.
Wir haben immer versucht uns darauf zu konzentrieren unser ganzes Herzblut in die Musik zu stecken, denn genau dann braucht man sich nicht selbst laufend neu zu erfinden und vieles geht wie von selbst. Und es passieren Dinge mit denen man vorher absolut nicht gerechnet hat.“
Zum Abschluss noch einige Worte an die V.U. Leser….
Anne: Also wir wollen uns natürlich für das Interview und die Unterstützung bedanken
Und jedem , der sich ein Bild von uns machen möchte, dazu einladen unsere Myspace Seite zu besuchen, zu unseren Konzerten zu kommen uns mit uns über die Musik zu reden.
Darüber würden wir uns freuen denn so fällt es uns leichter zu reflektieren und die Meinung der Fans ist uns sehr wichtig.“
Bei all diesem Talent und den weiteren Planungen bleibt nur zu sagen, dass Aspesing Hosea mit Sicherheit ihren Weg gehen werden und Visions Underground wird diese talentierte Band mit Sicherheit nicht aus den Augen verlieren.
Also alle die in Richtung Metalcore tendieren , sollten der sympathischen Band aus Hessen eine Chance geben, denn Aspersing Hosea geben richtig Gas – don´t miss them !!
Hanzi / V.U.
CD Review Aspersing Hosea „Bis zum Ende“ EP
Ein wahrer Hammer liegt mir hier zum reviewen vor. Die 2. EP der überaus talentierten deutschen Metalcore Band Aspersing Hosea ist mit normalem Metalcore in keiner Weise vergleichbar denn die junge Band integriert dermaßen viele melodische Arrangements mit in ihre Songstrukturen, dass selbst der schärfste Schubladendenker nicht darum kommt Aspersing Hosea weit von den Stil üblichen Kategorien entfernt zu bewerten.
Schon der erste Song „Quelle des Meeres“ zeigt das hohe spielerische Potential der Band und offenbart eine Vielfalt an Melodien und Harmonien wie sie ansonsten nur im Powermetal anzutreffen sind, um hier kurzerhand mal ein Beispiel anführen zu können.
Der Nachfolgesong „U(h)rwerk“ beginnt wiederum sehr melodisch, die Gitarren erinnern mich in ihrem Zusammenspiel an die älteren In Flames Scheiben, die Vocals von Frontman Johann harmonieren hervorragend mit dem Rest der Band und setzen gekonnt eine Duftmarke, die sich wie ein roter Faden durch die EP zieht.
Der 3, und letzte Song „Genesis“ weicht keinen Millimeter vom bereits eingeschlagenen Weg ab und auch hier bestimmen neben den melodischen Riffs die Vocals im Einklang mit gut getimten Breakdowns das Bild des Songs…
Alles in allem ist „Bis zum Ende“ leider eine viel zu kurze Darbietung musikalischer Vielfalt aber es bleibt festzustellen, dass Aspersing Hosea ihren Weg gefunden haben denn im Gegensatz zur schon sehr guten Vorgänger EP, klingen sie hier doch um ein großes Stück gereifter und man bringt die Kompositionen schneller auf der Punkt.
Mit Aspersing Hosea wird in Zukunft zu rechnen sein – hier werden verschiedenste Einflüsse zu einem Paket geschnürt und es entstehen daraus Hammersongs, die trotz aller Einflüsse und Experimente genügend Eigenständigkeit aufweisen.
Unbedingt anchecken – hier lohnt sich jeder Cent – Prost !!
9,5/10 Punkte
Hanzi / V.U.
Der Sänger und Frontman der Frankfurter Thrash-Metal Legende Tankard gab Papa-Mike und Markus Horne (Fotos) in seiner Stammkneipe dem „Backstage“ in Frankfurt ein Interview.
Papa-Mike: Du bist ja durch euern Manager Buffo mit dem „Rock Hard“ verbandelt oder?
Gerre: Was heißt verbandelt, ich bin durch die Rock Guerilla TV Geschichte(Videos in DVD Beilage der Rock Hard) mit dem Rock-Hard verbandelt. Aber ansonsten muss das ja auch nicht immer von Vorteil sein, da heißt es „die sind überrepräsentiert“ und so, das würde ich jetzt nicht unbedingt immer als Vorteil sehen.
Sind wir ja gar nicht (überrepräsentiert), die könnten ruhig mal mehr machen (Gerre lacht herzhaft).
Du bist in letzter Zeit häufig in die Medien gekommen, nicht grad nur wegen der Musik ….
Wegen meiner Schauspielerischen Fähigkeiten, die hundert Jahre geschlummert haben (Gerre lacht wieder).
… sondern auch wegen deiner Liebe zu „Sturm der Liebe“ (ARD Telenovela)….
Superwitzige Geschichte halt: der Bobby (Ex-Sodom) und ich moderieren ja dieses Rock Guerilla TV und da hatten wir zusammen auch mal einen Steckbrief und ich mich darin als erster Metaller geoutet:“ ich guck gar nicht Filme sondern jeden Morgen gnadenlos Sturm der Liebe“. Daraufhin hat dann ein Leser des Rock Hard’s ein superlieben lustigen Brief an das Rock Hard geschrieben, mit so einem Stoss Autogrammkarten für mich. Seine Freundin arbeitet da in der Maske. „Und es wäre doch mal Hammer, wenn ihr da mal als Statisten auftreten könntet“, wie auch immer. So ging die ganze Story los. Das hat alles ein bisschen gedauert und mit etwas Vitamin B über eine gute Freundin bei der DPA wurden wir dann eingeladen. Wir haben ja echt gedacht wir sitzen da nur ‘rum im Bild. Schon eine Woche vorher kam dann „wir haben eine Überraschung für euch“ und wir wurden dann so etwas eingebaut. Wir hatten 3 kleine Sprechrollen. Es ist halt superwitzig, 2 Metaller bei Sturm der Liebe. Heavy Metal unterwandert alles! Am gleichen Abend noch kam eine Fotografin von DPA und sofort gingen die Funkbilder ‘rum. Da haben dann Einige einiges berichtet. In der Bild Frankfurt war es auch ganz groß drin: „5 Jahre weinte er über Sturm der Liebe und nun spielt er selber mit“. Von der Bedienung hier wurde ich gleich angesprochen „wenn des im Fernsehen kommt, machen wir hier ‘ne riesen Party und du musst bedienen“. Ich sagte „ich mach alles mit“. Mit der Chefin hier, der Silke, hab ich mich dann zusammengesetzt und wir haben etwas ausgearbeitet. Wir haben dann die 3 Stücke gezeigt, den offiziellen Trailer und Clips aus der neuen Rock Hard DVD, die ist dann irgendwann mitten drin abgekackt, aber da waren dann eh alle schon so besoffen. Dann haben wir noch gedanced und noch ne Verlosung gemacht mit einem Sturm der Liebe Quiz. Es ging bis um 5 Uhr Morgen oder so …. oooch.
… eine andere Liebe ist ja die Eintracht, da habe ich letztens einen Artikel in der Frankfurter Rundschau mit einem Interview mit dir zur Lage der Frankfurter Eintracht gelesen.
Das war recht zynisch, aber es war lange überfällig, dass da mal was passiert, so hätten wir jetzt gar nichts mehr gerissen. Christoph Daum war natürlich für alle total überraschend, weil auf den ersten Blick passt der ja jetzt gar nicht zu den Bruchhagen (Eintracht Vorstandsvorsitzender). Aber vielleicht ergänzt sich das ja ganz gut, einer der seriös im Hintergrund die Finanzen im Griff hat und vorne einer der die Show macht. Jetzt hoffen wir mal, dass noch mal ein Ruck durch die Mannschaft geht, denn Abstieg wäre ja extrem fatal.
Und du bist auch schon seit ewigen Zeiten beinharter Eintracht Fan und bei jedem Heimspiel dabei?
Ich geh seit 75 hin. Heimspiel, Auswärtsspiel – wenn ich nicht mit Tankard unterwegs bin – Dauerkarte, Mitglied, Alles! „Schwarz Weiß wie Schnee“ (Tankard Song) wird ja auch immer noch gespielt im Stadion, wenn die Mannschaften einlaufen. Der Songtext hat ja jetzt eine ganz neue Bedeutung bekommen (Gerre lacht).
Erwartet uns demnächst noch mehr in den Medien nach Sturm Der Liebe und dem Interview zu Eintracht Frankfurt?
Jetzt langt‘s ja erst mal. … Guck mer mal, für die Rock Hard DVD’s müssen wir uns ja was einfallen lassen. Was soll nach Sturm der Liebe noch kommen? Dschungelcamp vielleicht, keine Ahnung. Das wär vielleicht lustig, 10 Tage im Camp, Bobby und ich und wir machen nur Witze.
Ich nenne dir jetzt ein paar kurze Begriffe und du sagst mir was dir dazu einfällt:
Frankfurt: geilste Stadt der Welt
Familie: die Heavy-Metal Gemeinde ist einer der größten und geilsten Familien die es gibt
Glaube: Eintracht Frankfurt
Politik: sehr interessant, aber auch zum Teil sehr falsch und korrupt. Ich interessiere mich schon für Politik, aber auch bei mir hat eine gewisse Verdrossenheit eingesetzt. Ich geh aber nach wie vor zu jeder Wahl. Ich war auch am letzten Sonntag bei der Kommunalwahl und habe meine 93 Kreuze gemacht, wenn die des so haben wollen, dann kriegen die es auch so. Ich hoff ich hab mich net verzählt und es waren 3 zuviel, dann ist mein Zettel ungültig gewesen.
Kommen wir jetzt mal zu eurem neuem Album, ihr habt 1982 angefangen, eigentlich gab’s da ja noch gar kein Thrash-Metal,…
Ja die erste Tankard (1986 erschienen) war ja auch ein bisschen Punk beeinflusst, die Songs die da drauf sind, waren ja zum Teil schon 3-4 Jahre alt.
…wie fühlt man sich bei all der Routine die ihr über die vielen Jahre habt, wenn man ein neues Album (Vol(l)ume 14 ) rausbekommt?
Wir haben ja die letzten Platten vor allen mit dem Andy Classen gemacht und waren ja auch sehr zufrieden. Nur wenn man älter wird und so, kommt man in den gleichen Trott, da haben wir halt gesagt wir müssen wieder mal was Neues ausprobieren. Das war der einzige Grund. Das ist dann auch immer eine andere Arbeitsweise mit ’nem neuen Produzenten (Michael Mainx)und von daher war es auch ganz spannend. Es war sehr anstrengend, sehr zeitintensiv. Mit den Vocals haben wir auch echt super lange ’rumgemacht. Aber ich war nie genervt oder so, es war immer positiv. Er hat auch viele neuen Ideen ’reingebracht.
Aber es hört sich noch immer genau nach Tankard an!?
Da gehen die Meinungen zur neuen Platte ja sehr auseinander. Aber das ist ja meistens so, die einen schreiben: „das ist das Selbe wie immer“ und die anderen schreiben: „totale Revolution“.
Der letzte Song ist ja schon ne Herausforderung irgendwie.
Das sind ein paar Clean-Vocals drauf, das haben wir dann auch mal ausprobiert, es war meine Idee.
Ja, das fand ich gut!
Ansonsten geht der Song ja auch sehr gut ab, Weekend Warriors ist einer meiner 3 Lieblingssongs auf der Platte auf jeden Fall. Wir wollten halt auch am Sound mal was verändern, mehr so Richtung Basic, back to the Roots, ohne jetzt ein Rumpelsound zu haben wie in den 80ern. Aber weg von diesen Bombasto. Die letzten Platten finde ich zwar alle gut vom Sound her, wir wollten halt einfach mal was anderes machen. Wenn man es so selber hört, ist es schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig, weil man noch immer in so einen alten Trott verfällt und es so wie früher gewohnt ist. …Endlich hört man mal die Vocals, voll der geile Sound! (Gerre lacht).
Ich bin eigentlich ganz zufrieden so. Insgesamt war es halt viel Arbeit. Man steckt immer viel Arbeit in so’ner Platte, dann ist die halt ein paar Wochen auf dem Markt und dann interessiert sie schon keinen mehr. Das ist dann halt die Schnelllebigkeit unserer Zeit.
Wann ist denn für euch ne Platte erfolgreich? Wie messt ihr das oder ist es euch egal?
Naja, da wir alle nicht von der Musik leben müssen, sind wir da auch sehr autonom, sind auf nichts angewiesen und können tun und lassen was wir wollen. Und das ist auch gut so. Es hat immer alles seine Vor- und Nachteile. Wir könnten auf der anderen Seite natürlich viel mehr Shows spielen. Es ist halt ein bisschen begrenzt, wenn alle arbeiten und die Anderen alle Family haben. Aber auf 30, 35 Shows kommen wir schon im Jahr, das ist ok! Das ist schon fast ne Tour irgendwie.
Markus (unser VU Fotograf): aber doch verstreut oder?
Ja, genau weit verstreut. Am meisten am Wochenende, deshalb auch Weekend Warriors. Was heißt erfolgreich? Wenn du in dem Business bist und in der Größenordnung von Tankard bist? Ich weis gar nicht wie viel Platten wir verkaufen europaweit, 10.000 vielleicht, ich hab wirklich keine Ahnung. Du verdienst damit kein Pfennig Geld.
Die letzte Band hat gesagt, für uns ist ein Album erfolgreich, wenn wir die Produktionskosten wieder drin haben…
Ich glaub wir haben noch ein Minus bei der Plattenfirma.
Ja?
Ja! Aber im Endeffekt verdienst du, im Gegensatz zu früher, mit Tonträgern kein Pfennig Geld mehr. Das hat allein damit was zu tun, dass die Verkaufszahlen absolut eingebrochen sind. Einerseits natürlich durch das Downloading im Internet. Das hat ja auch alles seine Vor- und Nachteile. Andererseits, ich persönlich kauf mir nach wie vor CDs, sind die Preise natürlich unverschämt.
Teilweise ja, das stimmt.
Teilweise zahlst du 17, 18, 19 € für ne neue Scheibe. Da musst du nur 3, 4 Monate abwarten, dann kriegst du sie schon für 10 oder 12 €. Da verstehe ich auch die Politik der allermeisten Labels nicht, die im Monat einen Wahnsinn an Veröffentlichungen haben. Wer blickt da überhaupt noch durch?
Ich hab da mal vor 1 ½ Jahren einen Soundcheck im Metal-Hammer mitgemacht, ich mach das nie wieder! Das ist ein Irrsinn: 40 Platten dir durchhören. A, kannste dir die nicht komplett durchhören und b, kannste überhaupt nichts objektiv dazu sagen.
Früher als wir bei AFM unterschrieben haben, da hat der Henner (Andy ‘Henner’ Allendörfer) noch gelebt, der Gründer des Labels, der ehemalige Sänger von Squealer, 2005 ist der verstorben, der hatte so ’ne ganz gute Philosophie: ich bring ein Release raus pro Monat und kümmer mich auch richtig drum. Es hat natürlich auch nicht alles geklappt. Aber heute als Band, wenn du bei ’nem Label bist, musst du auch schon sehr viel Input bringen: eigene Ideen, eigenen Kram. Da ist ein Label, da sind 80 Bands unter Vertrag, da kannste zu Hause sitzen und lange warten bis was passiert, da muss schon bisschen von dir kommen.
Da gibt’s so und soviel Budget für die Werbung, da haben wir gesagt: „lieber ein Video-Clip machen“.
- Kellnerin kommt und bringt Getränke-Nachschub –
Aaach, das schmeckt so geil, ich bin schon wieder im Cola-Rausch!
Kellnerin: jetzt geht des widder los.
Wie ich’s mach, isses dir auch net recht!
Kellnerin: du weist es gibt Leut, den kann’mer es net recht mache.
Genau!
Dann haben wir gesagt, wir verzichten lieber auf große Anzeigen oder machen weniger Anzeigen, dafür lieber ein Video-Clip, natürlich Low-Budget billig produziert.
Das ist natürlich auch schwer messbar, wir hatten gleich in der ersten Woche irgendwie keine Ahnung 50.000 Clicks oder so gehabt (der Counter steht derzeit auf über 97.400 !) Das finde ich halt schon ne gute Werbung. Und der Clip ist halt auch sehr witzig gemacht (in einer Schulklasse und einem Schulturnhalle mit einer Domina) und wir haben auch sehr viel Spaß gehabt den Tag. Die Dame die da die Domina gespielt hat, ich glaub die war am Schluss etwas genervt von mir. (alle lachen) Ich hatte frei am nächsten Tag, die Anderen mussten alle arbeiten, ich war der einzige der ein bisschen was getrunken hat. Ich dann: „zieh mir fester an den Haaren, los jetzt schlag mich!“ Irgendwann glaub ich, fand sie das jetzt nicht mehr so lustig, aber da muss sie durch, wenn sie so’nen Job annimmt.
Wie siehst du die Metalszene im Moment, da ändert sich ja einiges und wir werden immer älter?
Man blickt ja schon gar nicht mehr so richtig durch, auch gerade in Bezug auf den ganzen Veröffentlichungswahn. Ich versuche mich auch noch halbwegs zu Recht zu finden.
Ein Teil der Fans wird halt alt mit uns. Es gibt ja immer noch viele alte Bands die auch in den 80ern angefangen haben und immer noch dabei sind und es gibt echt ’nen guten Nachwuchs.
Es ist durchmischt bei uns bei den Konzerten: Kiddies 17, 18 – die die Liebe zum Thrash gefunden haben und ja, es ist ganz spannend.
Wir werden ja auch nächstes Jahr 30, 30 Jahre Tankard! Das ist schon ein halbes Leben, so ungefähr.
Aber ansonsten gibt’s es ja noch eine riesige Metal-Community in Deutschland. Das siehste ja auch an den ganzen Festivals und den kleineren Geschichten. Du kannst ja von Ende Mai bis Anfang September jedes Wochenende auf 2 verschiedene Festivals fahren, in ganz Deutschland verstreut. Dann gibt’s ja auch so viele kleinere Sachen, da spielen wir auch gerne.
Da nimmst du mir auch gleich meine nächste Frage vorweg
Ja ich weis doch schon alle deine Fragen (Gerre lacht, bekommen hatte er die Fragen natürlich nicht!)
Und die Großen?
Ich bin ja eh so ein Festival-Fan, ich find das geil. Gerade auf so ganz Großen, wenn du da schon mittags spielst und fertig bist, du triffst 1000 Bands und 1000 Leute und es ist immer eine gute Atmosphäre.
Heavy-Metal wird auf der ganzen Welt gehört. Wir waren jetzt im Dezember in Venezuela und Kolumbien, im Juni fliegen wir nach Thailand, ich glaub bis auf Nord-Korea kannste fast überall spielen, mittlerweile. Aber auch da wird es eines Tages ein Heavy-Metal Konzert geben. Aber ich glaube gerade in Asien, so die nächsten 10, 15 Jahre, gerade China, wenn sich des noch etwas öffnet, da ist ein Riesenpotential von Leuten die Metal hören oder hören werden.
Wie siehst du eure Entwicklung? Ihr seid ne Thrash-Metal Band, keine Frage, aber wollt ihr euch wie bei dem Song Weekend Warrior noch weiter öffnen für andere Stile oder bleibt’s dabei?
Ja so ein paar Rap und Jazz-Einflüsse wäre ja ganz lustig. Ne, dazu kann ich gar nichts sagen, da wir nie ’ne Band sind, die sich hinsetzt und sagt: „ die nächste Platte muss aber in die oder in die Richtung gehen. Wir machen des, was aus dem Bauch heraus kommt, was uns Spaß macht und dann schreiben wir die Stücke. Und nehmen dann bei Andy im Studio den Gesang dazu auf. Es ist viel Arbeit, aber es ist nie so, dass wir uns vor so’ner Platte hinsetzten und sagen. „das ist jetzt gerade so trendig, vielleicht müssen wir in die Richtung gehen“. Wir sind unabhängig, wir können tun und lassen was wir wollen.
Gibt’s vielleicht auch mal wieder ne Tankwart-CD (Anm.: fun side project mit Coversongs deutscher Schlager)?
Ne das ist nichts geplant. 1996 ist die letzte Tankwart rausgekommen und danach wurde das eigentlich so ein bisschen beerdigt, weil die anderen Bandmitglieder auch keinen Bock mehr hatten andauernd Cover zu spielen. Aber man sollte ja niemals nie sagen, wenn ich mal eines Morgens aufwache und ’ne kranke Idee habe, so was wie Sturm der Liebe, wer weis, vielleicht können wir da noch mal was machen.
Ich weis nicht wie die nächste Tankard Platte klingen wird, vielleicht ein Stück härter. Es lag jetzt auch so ein bisschen daran, dass Andy diesmal die Musik für die Platte geschrieben hat, die Vocals kamen von mir. Die Anderen waren familiär und arbeitstechnisch sehr gebunden. Bei Frank und beim Olaf geht’s dann schon eher in die härtere Richtung. Das war immer so ein guter Mischmasch. Diesmal hat der Andy alle Songs geschrieben, Chapeau! Der war dann auf einmal so drin im Songwriting, vielleicht ist deswegen die Platte einen kleinen Tick melodiöser ausgefallen als die Letzte. Es ist aber nach wie vor Tankard und nach wie vor Thrash.
Gab‘s irgendwann was in der Vergangenheit was dir besonders in Erinnerung geblieben ist. Sowas mit Gänsehaut-Feeling und so?
Südamerika ist Wahnsinn, die Fans sind vollkommen wahnsinnig. Da steigste aus den Bus aus, da stürmen 400 Leute den Bus, Polizei muss alles absperren. Da denkst du, du wärst John Lennon oder irgendwie, echt Wahnsinn! Und der Enthusiasmus von den Leuten ist hammerhart. Und natürlich auch alles sehr chaotisch, da muss man sehr viel improvisieren. Von Venezuela zum nächsten Gig in Kolumbien waren wir 30 Stunden unterwegs ohne Schlaf und dann kommste am Flughafen an: alle Instrumente weg! Ja, das ist da so! Dann landest du um halb 9 und da sagt dir irgend ein Veranstalter, das Konzert muss um 10 zu Ende sein, wegen der Polizei. Du kommst dann irgendwo hin, „wann spielen wir denn?“, „ja, ihr spielt um 10“ und dann gehste um halb 2 auf die Bühne. „Wie viel Vorbands gibt’s denn noch“, „ja 5“ und dann spielen 8! Es ist halt alles anders als hier. Man muss sich halt den Gegebenheiten etwas anpassen.
Jetzt am Wochenende, waren wir gerade in Frankreich für 2 Shows, das war eigentlich auch ganz geil. Kleine Clubs, so 300 Leute immer, das hat super Spaß gemacht. 1700 km gefahren in 3 Tagen für 3 Stunden Krach, aber das isses halt und es macht Spaß.
Was hörst du denn selbst privat noch? Abseits vielleicht sogar von Metal?
Ich höre fast ausschließlich Metal. Mit Black und Death hab ich eigentlich gar nicht so größer am Hut. Wenn, dann so traditionellen Metal, Thrash oder Speed. Und sonst, keine Ahnung. Ich mein, wenn ich 10 Äppler getrunken habe und hier drin läuft Daddy Cool von Boney M, dann wird auch mal das Tanzbein geschwungen. Eine der wenigen Bands, die ich abseits von Metal gut finde, ist Depeche Mode. Ich bin schon Metal infiziert seit meinem 11. Lebensjahr und das wird auch bis zum Ende des Lebens so bleiben.
Wann steht wieder so was wie ’ne Hallen-Tour für euch an?
Jetzt haben wir eine Anfrage zwischen den Jahren was zu machen, gucken wir mal ob des klappt. Nächstes Jahr vielleicht so’ne kleine Tour zum 30 jährigen, vielleicht so anlog zu den Städten unseren ersten Tour 88.
Dieses Jahr tretet ihr gar nicht in Frankfurt oder Umgebung auf?
Wir haben im Oktober in Aschaffenburg gespielt, im Colos-Saal, das war ganz gut. Wir spielen in Marburg wieder, Ende des Jahres. Wir finden, da muss man ein bisschen aufpassen, man kann sich sehr schnell Tod spielen.
Gibt es hier kein Heimvorteil für euch?
Ja doch, da kommen schon viele Freunde und Kumpels, wir machen auf jeden Fall was zum Jubiläum hier in der Batschkapp. Nächstes Jahr steht dann auf jeden Fall wieder auch ein Release an, du kannst ja nicht 30 werden und irgendwie passiert nichts! Da könnten wir fast schon wieder mit dem Songwriting anfangen, aber ich hab noch viele Sachen nebenbei zu tun. Da ist dann immer totale Hektik zum Schluss. Aber den Druck brauchen wir glaube ich auch.
Nachdem du 60, 70 kg abgespeckt hast, wie stehst du jetzt zum Bier? Weil Bier ist ja immer noch für euch das Thema.
Ich hab am Wochenende auch wieder Bier getrunken. Aber wenn ich in der Heimat bin, versuche ich halt auf Äppler (Apfelwein) umzusteigen.
Ist klar, weniger Kalorien!
Ne, hat er gar nicht einmal. Er setzt auf jeden Fall nicht so an, ich hab die zumindest die Erfahrung gemacht.
Markus: Soll auch sehr gesund sein!
Äppler ist sehr gesund, das gesündeste was es gibt!
Natürlich trinke ich auch nach wie vor mal ein paar Bier, muss aber ein bisschen aufpassen, wegen dem Jo-Jo-Effekt.
Es ist auch Live ein bisschen angenehmer, früher habe ich auch immer alles gegeben, aber jetzt: „more Energy“!
Anmerkung: dies MUSS ich mir möglichst bald mal ansehen, wenn der Gerre „more Energy“ hat, müssen die Tankard Gigs einfach super werden. Verpasst dies nicht!
Papa Mike
Auch wenn das neue Ohrenfeindt-Album „Schwarz auf Weiss“ erst am 14.4. erscheint, sind Jungs aus St. Pauli eifrig auf Tour. Natürlich wurden während des Konzertes bereits einige neue Titel gespielt. Und diese Songs waren richtig, richtig gut! Natürlich immer typisch Ohrenfeindt-Style – harter Vollgas-Blues-Rock mit tollen Riffs, rauen deutschen Texten und straighter Rhythmus.
Der Colos-Saal war für ein Headliner-Gig von Ohrenfeindt sehr gut gefüllt, es hätten wohl noch einige reingepasst, für die tolle Stimmung war es so wohl sogar besser.
Nachdem auf der letzten Tour mit Torfrock ihnen der Drumer zu eben dieser Band abhanden gekommen ist, ging man nun mit Flash Ostrock auf Tour, der seine Sache bestens erledigte.
Der Chef im Ring ist ganz klar Chris Laut und der beweist wie man einen tollen Auftritt mit viel Spass verbindet. Auch dem Lead-Gitarristen Dennis Henning konnte man den Spass anmerken, seine kurzen Solos gehören zu der Kategorie Extraklasse.
Eine bemerkenswerte Sache am Rande: ein total begeisterter, aber ratzevoller Fan versuchte bereits während der Show ständig der Band ne Runde Bier zu spendieren, was diese nicht mitbekamen oder mitbekommen wollten. Im Anschluss am Merch, bei dem natürlich persönlich anwesend war, versuchte er es noch mal! Chris bedankte sich artig, musste dem Fan jedoch mitteilen, dass er keinen Alkohol trinkt. Der Fan bekam sein Mund nicht mehr zu und kein Ton mehr raus, sein Weltbild geriet ins wanken: Rockmusik aus St. Pauli ohne Alkohol war wohl weit jenseits seines Vorstellungsvermögen. Tja, weshalb muss denn auch immer unbedingt jedes Klischee bedient werden? Gegen den Strom – hat was!
Danach ging’s mit Chris, Dennis und Flash in den Backstagebereich zum Interview.
Mike: Wie waren die bisherigen Shows?
Flash: eigentlich gut. Chris: immer sehr gut.
Flash: Die (Zuschauer) sind ja alle dageblieben zum größten Teil. Dennis: Also kanns nicht so beschissen gewesen sein. Chris: Ich hab ja extra die Türen zuschweissen lassen, das hab ich von den Stones gelernt.
Ihr bringt ja jetzt demnächst ne neue Scheibe raus, „Schwarz auf Weiß“, ihr habt ja während der Show einige gespielt. Welche Songs kommen denn am besten an?
Chris: Das können wir noch gar nicht sagen. Dennis: Wir haben auch noch gar nicht alle gespielt. Wir rotieren dann immer ein bischen, um die live rauszukriegen. Das ist ja immer so ein Prozess: erst schreibst du einen Song, dann probst du ihn ein, dann gehste ins Studio und spielst ihn. Dann sitzt du sehr, sehr lange im Studio und hörst ihn und hörst ihn und hörst ihn und hörst ihn und danach hörst ihn und hörst ihn und hörst ihn und hörst ihn und danach hörst du ihn sehr oft.
Du bisst damit befasst ihn nicht sehr oft zu spielen, sondern aus den verschiedensten Blickwickeln zu hören, zu achten ob die Läutstärke stimmt, ob der Sound der Snaredrum cool ist, ob der Bass richtig liegt und und und, aber um ihm eben nicht zu spielen. Und dann gehst du irgendwann auf die Bühne und stellst fest, das letzte mal hab ich ihn vor nem halben Jahr gespielt., d.h. er ist nicht mehr automatisch drin und d.h. du musst dir den Song erarbeiten. Es ist ganz schwer zu sagen welche Songs am besten ankommen, es ist so, dass wir bei den neuen Songs noch sehr mit uns beschäftigt sind.
Ich habe ja jetzt live einiges vom neue Album gehört und ich muss sagen: es klingt halt nach Ohrenfeindt. Gibt es aber trotzdem etwas Außergewöhnliches auf dem neuen Album, etwas was man nicht von Ohrenfeindt erwartet?
Chris: Ja gibt es, zum einen gibt es ein/zwei Songs die etwas anders klingen als man es sonst gewöhnt ist. Aber das haben wir ja auf jeder Platte eigentlich. Das ist immer so, dass ein paar Songs textlich, als auch vom Klangbild oder Tempo etwas anders unterwegs sind. Das ist uns wichtig, dass man so’n Album links und rechts abrundet. Und es gibt einen prominenten Gastsänger auf dem Album, der uns einen riesigen Gefallen damit getan hat. Wer es ist erfahrt ihr erst, wenn das Ding draussen ist
Habt Ihr bei dem neuen Album einen inhaltlichen Schwerpunkt gelegt?
Chris: Der thematische Schwerpunkt ist für uns ungewöhnlich: Motorräder und Frauen
Zum Textwriting: ihr habt ja eher sehr deutliche Texte, aber gibt es für euch dennoch Grenzen? Habt ihr Angst auf den Index zu landen? Was sagt die Familie zu den Texten?
Chris: Wir versuchen ja verzweifelt auf den Index zu kommen, (lacht) wir müssen vielleicht noch etwas schmutziger werden. Ne, wenn ich nen Text schreibe denke ich doch nicht drüber nach. Ich schreib was in mir ist, was raus will und was mit dem Song funktioniert und was als Geschichte funktioniert. Ein großer Teil ist ja auch authentisch oder halbauthentisch.
Was den Index angeht, haben wir eine Email von einem öffentlich rechtlichen Sender bekommen, dass sie keinen einzigen unser veröffentlichten Songs spielen können, weil in einem Satz das Wort „Scheiss“ vorkommt. Flash: das wusste ich gar nicht! Pfui Deibel! Chris: das lustige ist, in diesem Zweizeiler waren 17 Rechtschreibfehler! Ok, vielleicht wollen wir da auch gar nicht spielen.
Spielt Ihr lieber in kleineren Clubs oder eher die richtig großen Festivals?
Dennis: das hat beides seinen Reiz! Kleine Clubs sind toll, weil man nahe dran ist an den Leuten. Und große Festivals, wo viele tausend Menschen sind, ist auch klasse. Ist beides cool
Was war euer tollster Gänsehaut-Moment als Musiker?
Flash: letztes Jahr in Erfurt mit In Extremo spielen! Das war geil auf 10.000 Leute zu blicken. Dennis: das stimmt! (Ohrenfeindt-Zensur: Geschichte mit Groupies und Tieren!)
Chris: normal kommen zwischen 300 und 800 Leute und dann stehst du da auf ner 40 Meter Bühne in Erfurt und da stehen dann 10000 und rocken und feiern dich. Wenn eine Band wie wir vor In Extremo spielt, dann überlegt man sich „passt das eigentlich?“ Das ist ja eine ganz andere Spielart der Rockmusik, sowohl optisch, die Menge auf der Bühne, als auch den Sound den du fährst. Sie haben uns auch eingeladen auf Tour zu gehen, was wir auch machen, weil mit der Zeit eine schöne Freundschaft entstanden ist. Da fragst du dich was wird passieren, du gehst da raus, da stehen 10000 Leute, die eigentlich da sind, da sie Schalmeien, Dudelsäcke und Drehleiern hören wollen und eine Pyroshow sehen wollen und weil sie ne ganz andere Band sehen wollen. Und du gehörst halt so zur Deko auf dem Teller, aber du bist nicht das Stück Fleisch! Aber wir sind da rausgegangen und 10000 Leute haben uns gefeiert, vom ersten Augenblick an. Da stehste dann und wow, ja, geil!
Was nervt euch neben meinen dummen Fragen am meisten? Dauernd mit AC/DC verglichen zu werden?
Chris & Dennis gemeinsam: das nervt ja nicht, das ist ein Kompliment!
Chris: wenn man dich mit deinen größten Helden vergleicht, ein größeres Kompliment gibt’s ja gar nicht. Vielleicht fehlt es einem, dass die Leute irgendwann einmal merken, dass man nicht nur bei AC/DC geklaut hat. Wir klauen auch woanders!
Solange die Leute uns rocken und feiern wie heute, gibt’s eigentlich nichts zu meckern. Natürlich da fährst unglaublich viele Kilometer in ner Blechdose, du schläfst nicht zu Hause sondern in irgend nem Hotel, das ist mal besser mal schlechter, das Catering ist nicht immer so gut wie im Colos-Saal und manchmal haste es auch mit Leuten zu tun, die dir auf den Wecken gehen, weil sie dich blockieren in dem was du tust. Auf der anderen Seite haben die auch ihre Gründe, ihren Job machen müssen usw., dann kann man damit gut umgehen.
Wir leben unseren Traum, wir haben nicht wirklich was zu meckern!
Wie wichtig ist euch eure Beziehung zu St. Pauli, was macht sie aus?
Chris: Wir leben da, wir arbeiten da. St. Pauli ist wie ein kleines Dorf in einer großen Stadt, man kennt sich. Die Leute die auf St. Pauli leben sind sehr speziell, da ist halt alles geraderaus, da ist nicht viel Geschleime. Dazu gibt es den Fußballverein den wir lieben. Ich finde es auch gut wenn Altona 93 gewinnt, wenn der HSV gewinnt, nur nicht gegen St. Pauli.
Ab wann ist ein Album für euch ein Erfolg… was erhofft ihr euch für die Zukunft?
Chris: Der Stellenwert ist heute ein ganz anderer als früher, heute machst du ein Album um die Grundlage zu haben auf Tour zu gehen, du lebst aber vom Tourgeschäft. Ein Tonträger braucht in unserer Liga 2,3, 5 Jahre bis er sich amortisiert hat. D.h. die erste Erfolgsschwelle ist: die Knete ist wieder drin! Die zweite ist wenn deine Fans mehrheitlich sagen „goil“!
Papa-Mike