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Nach dem tollen Interview mit Ryan Shuck und Amir Derakh (=> IV hier) machten wir uns auf Richtung Eingang Nachtleben. Um ca. 20:30 Uhr stand dort die erste Vorband „Nox interna“ auf der Bühne. Das Publikum war zu diesem Zeitpunkt, mit knapp 20 Leuten, sehr überschaubar. Die Musik und auch das Aussehen der Band war sehr vom Goth angehaucht.

Auch das Publikum passte gut dazu. Da so wenig Publikum vor der Bühne stand, kam der Sänger einfach mal runter von selbiger und besuchte das Publikum. Zwischen zwei Liedern holte er eine Leinwand auf die Bühne. Auf dieser war ein schwarzer Umriss eines (seines?) Kopfes zu erkennen. Er fing beim nächsten Lied extatisch an, mit schwarzer Farbe auf diesem Bild herum zu malen. Später spielte er mit einer Schere vor seinem Körper und Gesicht herum und stach die Schere in das Bild. Nach einiger Zeit lässt er Federn über einem Ventilator fallen, die sich über das Publikum verteilen. Beim letzten Lied spuckt der Sänger Wein über das Bild und verreibt diesen darüber. Er schlägt zum krönenden Abschluss das Bild durch die Staffelei. Alles in allem eine sehr interessante, aber auf manch einen der nicht mit so etwas gerechnet hat, leicht verstörende Show. Sie passte jedoch sehr gut zu der Gothik Musik der spanischen Band.

 

 

Die zweite Vorband „The crying spell“ aus Seattle, trat gegen 21:15 Uhr auf die Bühne. Das war ein kleiner Kulturshock zu Nox interna, denn die Jungs sahen wie Rockmusiker aus und ihre Musik geht in Richtung hard- und alternative Rock. Das Publikum nahm langsam zu. Einer der mit Leidenschaft performten Songs war „this is our time“. Der gut 1,90 m große Sänger Len Hotrumhatte fast schon Platzprobleme Richtung Decke, da diese im Nachtleben nicht gerade hoch ist. Es ging sehr viel Energie von Len aus und er suchte immer wieder den Blickkontakt zum Publikum. Die Songs waren sehr ausgewogen im Tempo. Mal eher langsame Songs, dann wieder sehr schnelle, mit harten Gitarrenriffs. Die Stimmung stieg, das Publikum fing an vor der Bühne zu tanzen. Perfekte Startbedingungen für Julien-K.

 

Julien-K kamen etwa um 22:30 Uhr auf die Bühne. Wie im Interview angekündigt, ist ihre Musik als Techno mit Rock Einflüssen zu beschreiben. Die Zahl der Zuschauer war mittlerweile auf etwa 50 gestiegen. Nicht viel, aber für einen Montagabend normal. Der Sänger Ryan hüpfte über die Bühne und strahlte dabei übers ganze Gesicht. Der Mann hat eindeutig Spaß an seinem Job! Die Band spielte einen Mix aus melodischen, langsamen Liedern und schnellen rockig-poppigen Liedern. Bei den Bewegungen die Ryan ablieferte, konnte man meinen, er sei Tänzer oder extrem gelenkig und mit viel Rhythmus im Blut zur Welt gekommen. Bei einem Song packte Amir ein Megafon aus. Die Stimmung war am kochen. Julien-K hatten ihr Publikum im Griff.

 

Alles in allem ein gelungener Abend. Man sollte sich Julien-K auf jeden Fall angesehen haben. Denn live sind sie noch besser und intensiver als auf CD.

Livereview: Letzte Instanz – Köln (10.10.2012) und Frankfurt (24.10.2012)

Veröffentlicht am 10. November 2012 von VisionsUnderground in MetalNews
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“Jeder Schuldige hat eine Zukunft. Jeder Heilige hat eine Vergangenheit  …und das wird ewig so sein! „ (Oscar Wilde)

Ein paßenderes Motto zur Abschlußtour der Schuldig – Heilig – Ewig – Trilogie, die sich aus den letzten drei Alben zusammensetzt, hätte man wohl nicht finden können. Und so nimmt die Show der LETZTEN INSTANZ bereits wortgewaltig ihren Anfang mit eben jenem Zitat von Oscar Wilde, per Projektion auf die Bühne geholt.

Über 20 Songs, der Gig scheint streckenweise wirklich ewig, im besten Sinne des Wortes. Denn während das Septett sein Publikum mit auf eine die über 15-jährige Bandgeschichte repräsentierende Reise mit eindeutigem Fokus auf dem aktuellen Album nimmt, kann man streckenweise wirklich die Zeit vergessen. Und das tut man bekanntlich nur, wenn die verbrachte Zeit als positiv belegt empfunden wird…

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Festivalbericht Open Flair, 09.-12.8.2012 Eschwege

Veröffentlicht am 6. September 2012 von VisionsUnderground in Open Flair
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Aus den 4 Tagen Festival, machten rund 100 Shows, 20.000 feierwütige Besucher und ca. 800 ehrenamtliche Helfer, das 28. Open Flair zu einem einzigartigen Spektakel. Das Wetter spielte das ganze Wochenende mit. Sonne satt! Nur die Nächte waren verdammt kalt.

 

Start für das diesjährige Open Flair war der Donnerstag. Da ging es für die Besucher des Festivals Richtung Seebühne. Um 21:15 Uhr traten da Russkaja auf. Der russische Ska von den Jungs und dem Mädel schlugen bei dem Musikhungrigem Publikum eindeutig ein, es wurde immer voller vor der Bühne. Eine gute Basis für die um 22:45 Uhr auf die Bühne tretenden Emil Bulls. Die Alternative-Metal Band aus München lieferten eine gute Show ab und bezogen das Publikum immer wieder mit in diese ein. Für manch einen Besucher der die fünf Jungs schon live gesehen hatte, war der Auftritt jedoch etwas zu abgeklärt. Zum Abschluss des ersten Festivaltages traten um 0:30 Uhr K.I.Z. auf die Seebühne. Mit Masken auf den Köpfen kommen die vier Berliner auf die Bühne und das Publikum fängt bei den ersten Hip Hop Klängen an zu toben. Nach den ersten zwei Liedern wandern die Masken zu Boden und die Jungs sind voll in ihrem Element. Für mich geht es nach den ersten paar Liedern, Richtung Campingplatz. Dort wird noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Um 2 Uhr ist für mich jedoch Schluss, da unsere Campinggruppe fast komplett in den Zelten verschwunden ist.

Am Freitagmorgen erwacht der Campingplatz gegen 9 Uhr langsam aus einem verkaterten Schlaf. Die Ersten sind schon wieder dabei die erste Dose Bier zu öffnen, andere holen sich lieber einen frischen Kaffee an einem der Stände auf oder um den Campingplatz herum. Gegen 14:00 Uhr mache ich mich auf Richtung Festivalgelände und Hr3 Bühne. Dort stehen nämlich gerade Luxuslärm auf der Bühne. Die vier Kerle und Frontfrau „Jini“ legen einen starken 40 minütigen Auftritt an den Tag, trotz des noch recht kleinen Publikums um diese Zeit. Für mich geht es erst mal Richtung Pressezelt. Dort trage ich ein paar Interviewwünsche ein und um 15:20 Uhr gehe ich wieder Richtung Hr3 Bühne um mir die super Live Band Skindred anzusehen. Die Band aus Newport (GB) weiß wie man Publikum begeistert. Sie geben eine Stunde Vollgas, was ihnen das Publikum mit fettem Applaus dankt. Die nächste Band die man sich an diesem Tag nicht entgehen lassen sollte ist Heaven Shall Burn. Sie stehen um 17:05 Uhr auf der Hr3 Bühne. Das Publikum wächst immer weiter an. Die fünf Thüringer Jungs lassen es ordentlich krachen! Als sie auf die Bühne kommen und die ersten Töne aus ihren E-Gitarren zu hören sind bebt die Erde, man meint das der Bass bis in den Nachbarort von Eschwege zu spüren sein muss. Nichts für zart Besaitete! Das Publikum kommt aus dem Headbangen nicht mehr raus. Um 18:05 Uhr mache ich mich, und wohl fast alle anderen auch, auf Richtung Freibühne, die direkt gegenüber der Hr3 Bühne liegt. Dort spielen nun Betontod.
Die Deutschpunkrocker machen ordentlich Stimmung, vor allem mit dem Lied „Saufen“. Denn der Text wird an diesen Tagen ziemlich ernst genommen. Man merkt den Musikern an, dass sie viel Spaß an ihrer Arbeit haben. Um 18:55 Uhr kommen nun die wie immer gut gelaunten Madsen auf die Hr3 Bühne und feiern mit dem Publikum zusammen ihre größten Hits und einige Coversongs. Coversongs wurden an diesem Wochenende von vielen Bands gespielt. Mal mehr, mal weniger gut. Bei Madsen merkt man, dass die Masse an Menschen vor der Bühne deutlich zunimmt. Das liegt wohl daran, dass Madsen seit langem ziemlich groß im Musikgeschäft sind und sicherlich liegt es auch an der Uhrzeit. Für mich geht es nun erst mal Richtung VIP Bereich, Pause machen und stärken, für die tollen Bands die an diesem Abend noch spielen sollen. Als Hintergrundbeschallung gibt es zu dem Zeitpunkt die Leningrad Cowboys und später Bush, beide Bands sollen ordentlich die Bühne gerockt haben. Eine Band, auf die sicherlich nicht nur ich mich riesig freue, sind ZSK. Als die Vier um 22:15 Uhr auf die Freibühne regelrecht springen, merkt man die fünf Jahre Bühnenabstinenz überhaupt nicht. Sie machen aus ihrem Auftritt eine Party mit ihren Fans. Der Sänger klettert mal eben mitten im Lied seitlich an der Bühne hoch und singt drei Meter über der Bühne munter weiter. Und ZSK wären nicht ZSK, wenn sie nicht „kein Bock auf Nazis“ unterstützen würden. So macht ZSK Mut sich gegen Nazis zu wehren und das nicht in einem politischen und abgedroschenen Ton, sondern so, dass auch die Jugendlichen im Publikum damit etwas anfangen können. Das wird begeistert entgegen genommen. Bengalisches Feuer gibt es bei dem genialen Auftritt im Publikum und nach dem Auftritt gibt es über der Bühne, als Abschluss, ein Feuerwerk. Eine weitere Band, auf die ich mich freute sie live zu sehen sind Social Distortion. Die seit 1979 auf der Bühne stehenden Punkrocker gehen um 23:15 Uhr auf die Hr3 Bühne. Tosender Applaus empfängt die Headliner dieses Abends. Sie liefern eine gute Show ab, reißen jedoch nicht so mit, wie ich es erwartet hätte. Die Interaktion mit dem Publikum lässt hält sich in Grenzen, sie bewegen sich auch kaum auf der Bühne. Trotzdem war es ein besonderes Erlebnis die Jungs aus Kalifornien auf dem Open Flair spielen zu sehen. Noch ein Highlight an diesem Abend ist Subway to Sally. Sie spielen um 0:30 Uhr auf der Freibühne. Das Publikum wandert von der Hr3 Bühne wieder hinüber. Und dort sollte keiner enttäuscht werden. Schon zu Anfang geht es mit der Pyro heiß her. Mit ihren deutschsprachigen, lyrischen Texten mit viel Herzblut wird das Publikum ins Mittelalter zurückversetzt. So wickeln die Potsdamer ihr Publikum gekonnt um den Finger. Spannung ist bei dieser Show bis zum letzten Moment garantiert, denn immer wieder schießen Flammen von der Bühne in den Himmel empor, auch Feuerspucken gehört zur Show. Ein würdiger Abschluss für den Freitag. Nach diesem heißen Auftritt geht das Publikum wieder Richtung Campingplatz, um dort weiter Party zu machen und sich auf den nächsten Festivaltag zu freuen.

Der Samstag ging in Sachen Musik für mich recht spät los. Ich ging etwa um 15:30 Uhr Richtung Pressezelt. Dort habe ich dann die Bestätigung für meinen Interviewwunsch mit Zebrahead bekommen. Um 16:00 Uhr stehen diese dann auf der Hr3 Bühne. Die Stimmung auf und vor der Bühne ist super ausgelassen. Auf der Bühne ist der typische Hawaii Stil zu sehen, eine Bar und Plastikpalmen. Die Jungs aus Orange-County performen unter anderem Songs von ihrem aktuellen Album „Get nice!“, wie zum Beispiel „Blackout“, „Ricky Bobby“ und „Nudiest Priest“. Gecovert wird unter anderem Britney Spears Song „Oops, I did it again“, was zur heiteren Stimmung nur noch positiver beiträgt. Vor dem Interview mit Zebrahead schaue ich mir noch die Show von Jennifer Rostock um 17:50 Uhr auf der Hr3 Bühne an. Das Publikum geht gut mit, jedoch sind von dem ziemlich freizügigen und teilweise etwas zu jugendunfreundlichen Auftritt der Sängerin einige Menschen etwas schockiert, vor allem ältere Leute und Kindern die im Publikum standen hätte ich diese Show auch ersparen wollen. Im Publikum ist viel nackte Haut zu sehen, die Sängerin schickt einiges an vulgären Sprüchen dem Publikum entgegen und ein männlicher Fan wird auf der Bühne von ihr auch noch befummelt. Geschmackssache der Auftritt. Um 19:00 Uhr war dann für mich das sehr lustige Interview mit Zebrahead an der Reihe. Um 20:05 Uhr traten dann Broilers auf der Hr3 Bühne auf. Der Platz vor der Bühne schien regelrecht überfüllt zu sein. Die Punkrocker aus Düsseldorf heizen das Publikum mit ihrem tollen Auftritt an und der Spaß steht den Musikern ins Gesicht geschrieben. Der Headliner von Samstag sind die Beatsteaks. Ein weiterer Höhepunkt des Open Flairs. Man hat das Gefühl kurz vor deren Auftritt seien die ganzen 20.000 Besucher vor die Hr3 Bühne gepilgert. Um 22:30 Uhr ist es dann soweit, die Beatsteaks betreten die Bühne und die Massen applaudieren wie wild und grölen den Jungs aus Berlin vor freudig entgegen. Die Stimmung ist super, die Jungs liefern wie immer eine hammer Show ab. Sie spielen viele Songs aus dem aktuellen Album „Boombox“ wie „Automatic“ und „House on Fire“. Außerdem spielen sie „Frida und die Bomben“, was das Publikum komplett ausrasten lässt. Zur Zugabe kommt der Sänger Arnim mit einem schicken glitzernden Blazer auf die Bühne, lustig anzuschauen, wenn man eine Sonnenbrille trägt. Für mich der Abschluss des Tages, auf der Freibühne spielen noch The Baseballs und auf der Seebühne Timid Tiger.

Am Sonntag wird um 10:00 Uhr erst mal das Zelt abgebaut, die Sachen im Auto verstaut und der Müll weggebracht. Um 13:30 Uhr geht es zum letzten Mal Richtung Festivalgelände. Um 14:00 Uhr spielen Yellowcard auf der Hr3 Bühne. Ein super Start in den letzten Festivaltag. Die Show ist echt klasse, es werden Songs vom aktuellen Album „When you´re through thinking, say yes“ und ältere Songs gespielt. Es ist zwar noch nicht so brechend voll wie abends, aber trotzdem ist das Gelände schon gut besucht. Um 16:15 Uhr habe ich dann ein Interview mit boysetsfire. Zur gleichen Zeit stehen die Monsters of Liedermaching auf der Hr3 Bühne, was eine sehr amüsante Hintergrundmusik ist. Bei der Autogrammstunde von Kraftklub gab es eine Schlange die fast bis raus aus dem Festivalgelände ging. Dort wurden interessante Dinge wie Pillenpackungen und o.b. Döschen unterschrieben. Gegen 18:00 Uhr gehe ich wieder vor die Hr3 Bühne. Dort sind The Wombats gerade am performen. Die Stimmung im Publikum ist gut, jedoch sind es weniger Menschen als beim Auftritt der Monsters of Liedermaching. Um 20:00 Uhr stehen nun boysetsfire auf der selben Bühne. Sie liefern eine gewohnt gute Show ab und machen ihrem Namen alle Ehre. Wie aus dem Interview zu erwarten (Nathan sagte sie springen wie wilde Affen auf der Bühne herum), springt Bassist Marc Sänger Nathan von hinten an und schmeißt ihn fast um. Als Revanche rennt Marc Nathan kurze Zeit später um und beide liegen auf dem Boden und rangeln herum. Trotzdem wird weiter gesungen und gespielt. Ein großer Spaß für Band und Fans. Für den Headliner des Open Flairs nehme ich mir nochmal etwas Zeit für eine Pause. Denn um 22:15 Uhr stehen dann endlich Korn auf der Hr3 Bühne. Es ist eine gute Lichtshow und die Band ist auch in guter Verfassung und spielt gut. Doch sie hören sich an wie von CD und die Stimme von Sänger Jonathan hört sich etwas dünn an. Wohl ein technisches Problem. Wiedererwarten gab es bei der Band aus Bakersfield, Kalifornien kaum Crowdsurfende Leute. Trotzdem ein guter Abschluss des Festivals. Während des Auftrittes ging es dann wieder Richtung Heimat.

Zu erwähnen ist noch, dass die Security dieses Jahr wieder der Hammer war, und für den ein oder anderen waren sie die wirklichen Stars. Sie tanzten und Headbangten bei jeder Band wie wild mit, hatten Spaß mit dem Publikum und untereinander. Es gab Wasserschlachten mit anschließendem Konfettiüberzug für die nassen Kollegen und die Jungs und Mädels waren wieder super nett zu Publikum und Fotografen.

Ein wieder mal sehr gelungenes Festival. Vielen Dank an die Veranstalter, dass sie dies wieder so super hinbekommen haben.

Die ersten 1.000 Frühbuchertickets für das Open Flair 2013 waren in nur 5 Minuten vergriffen, wer sparen will, sollte sich also beeilen.

Bericht und Fotos: Sarah // V.U.

Schon zum unglaublichen achten Mal öffnete der Kölner Tanzbrunnen am Wochenende des 21. und 22. Julis seine Tore, um mit über 16.000 Anhängern der Schwarzen Szene das Amphi-Festival zu zelebrieren. Wie auch in den Vorjahren war das Event bereits Wochen vor Beginn ausverkauft. Und das, obwohl die diesjährige Festivalsaison eher mit bescheidenem Wetter glänzte. Dieses jedoch konnte die Vorfreude auf das zweitägige Event nicht schmälern, da die Hauptbühne am Tanzbrunnen überdacht ist und auch die beiden weiteren Bühnen trocken gelegen sind, denn diese befinden sich in den an den Tanzbrunnen angrenzenden Gebäuden, dem Staatenhaus und dem Theater.

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Livebericht Anathema, Amplifier Frankfurt, Batschkapp 26.4.2012

Veröffentlicht am 13. Mai 2012 von VisionsUnderground in Konzerte, MetalNews
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In der Batschkapp war ein Abend mit den beiden britischen Progressive Rock Bands Anathema und Amplifier angesagt. Gleich am Eingang zur „Batsche“ standen 2 fette Tourliner, einer sogar mit Anhänger – für Technik und gut gelaunte Musiker schien gesorgt.

Ich hatte beide Bands Live noch nicht gesehen und war besonders auf Anathema gespannt, die ja in der Vergangenheit einen heftigen Wechsel vom Doom und Gothic zum Progressive und Alternative hin bekamen.

Kaum waren wir drin, begannen pünktlich um 20 Uhr Amplifier. Ich musste mir also schnellst möglich meinen Weg an die Bühne in der sehr gut gefüllten „Batsche“ bahnen, um noch Fotos machen zu dürfen. Mit Erfahrung und Durchsetzungsvermögen klappte das auch innerhalb eines Songs, jedoch hätte ich es auch relaxter angehen lassen können: es gab keinen Graben und auch keine weitere Kontrolle. So waren alle direkt an der Bühne dran, das erschwerte mir zwar das Fotografieren etwas, jedoch übertrug sich die positive Stimmung der Bands noch direkter auf das Publikum, so stellte auch dies kein Problem dar.  Zudem konnte ich die ganze Zeit über fotografieren, was einem Foto-Junkie wie mich natürlich den musikalischen Genuss etwas nimmt.

Amplifier kamen in einheitlich schwarzer Kluft auf die Bühne und begannen auch musikalisch sehr professionell mit einem perfekten und trotzdem emotionsgeladenen Set. Sie begannen mit drei älter Songs (Continuum, Panda und Motorhead) um gleich das Publikum in der „Batsche“ für sich zu gewinnen. In der Mitte packten sie mit „The Wave“, „Interglacial Spell“ und „Interstellar“ Songs vom grandiosen, 2011 erschienenen, „Octopus“ Album. Die Jungs dürfen ruhig auch mal zu einer Headlinertour vorbei kommen. Sehr positiv: sie zeigten keinerlei Berührungsängste, wie es bei Prog-Größen öfter vorkommt, und mischten sich nach ihrem Gig unter das Publikum.

Die meisten waren jedoch wegen Anathema gekommen und diese warteten jetzt ungeduldig auf ihre Helden. Nachdem die Bühne vom Amplifier-Equipment geräumt war, konnte es auch relativ schnell losgehen.

Mit Anathema kam eine bestens aufgelegte Band auf die Batschkapp-Bühne. Sie besaßen eine enorme Spielfreunde und gute Laute, was bei dieser Art Musik nicht gerade selbstverständlich ist.
Anders als Amplifier legten sie gleich mit Songs von dem brandneuen, erst vor ein paar Tagen erschienenen, Album „Weather Systems“ los. Nach dem Prinzip Sekt oder Selters gaben sie ihren Fans „Untouchable part 1“, „Untouchable part 2“ und „Lightning song“ zum Kosten und es schmeckte nach Champus – Chapeau! Besonders der zweistimmige Gesang von Vin Cavanagh und Lee Douglas begeisterte mich, eine weibliche Stimme, wie die von Lee, bereichert die Musik ungemein. Die 3 Cavanagh Brüder Dan, Vin und Jamie explodierten auf der Bühne und besonders Dan hatte trotzdem meist ein breites Grinsen im Gesicht. Herrlich anzusehen wenn die 3 ihre „Äxte“ schwangen und mit ihren Locken bangten. Perfekt und cool war der Multi-Instrumentalist Daniel Cardoso an den Keys, John Douglas an den Drums konnte man kaum sehen, er war jedoch ebenfalls in musikalischer Sicht makellos und grundsolide. Die Songs wurden weitestgehend in Blöcken nach den Alben präsentiert. Nach dem „Weather Systems“ Songs gab’s mit „Thin Air“ und „Dreaming Light“ 2 Songs vom 2010 erschienenen „We’re Here Because We’re Here“. Passenderweise gings danach mit „Deep“ sowie „Emotional Winter“/ „Wings Of God“ tiefer in die Bandvergangenheit (Judgement 1999). Vom aktuellen Album kamen noch „The Storm Before The Calm“, „The Beginning And The End“, „The Lost Child“ und „Internal Landscapes“  und  womit dieses fast komplett präsentiert wurde. „The Beginning And The End“ war für mich der Höhepunkt des Abends, ein echter Gänsehautsong! Im Zugabeblock wurden auch die „Empty“ schreienden Fans mehr als zufrieden gestellt, aus deren Begeisterung ergab sich sogar eine Art von kleiner Pogo.

Fazit: Alle waren begeistert, wir haben einen fantastischen Abend mit brillanter Musik erlebt.

 

Papa-Mike

Das Konzerthighlight der Müncher Band Eisbrecher im einzigartigen Ambiente.

Normalerweise kann man auf der Zugspitze (2962 Meter) eine atemberaubende Aussicht und die Ruhe der Berge genießen. Nur nicht am Samstag, 5.November 2011. Hier gab sich Eisbrecher die Ehre und spielte in der Panorama Lounge 2962 ein einzigartiges Konzert. Auf dieser Location spielten bis dato nur die Toten Hosen, und das  nur unplugged.

Beim Check-In um 10:30 Uhr den man nur mit einem personalisiertem Ticket machen konnte, bekam man sein Zugspitzticket, ein spezielles T-Shirt sowie ein Schlüsselband. Alles war auf dieses einzigartige Konzert abgestimmt.

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Am 13.10. war es dann für uns endlich soweit. Wir brachen auf zur “Out of the Dark-Tour” nach Neu Isenburg in die Hugenottenhalle. Einer der letzten Auftritte dieser Tour stand vor uns mit einer Reihe toller Bands: Van Canto, Tristania, Serenity, Amberian Dawn und Xandria sollten heute die Halle zum Beben bringen.

Unsere erste Band des Abends waren Xandria um 18.45h gewesen. Leider war es uns nicht möglich, schon bei Amberian Dawn dort zu sein.

Xandria aus Bielefeld kennt man nunmehr auch schon lange. Gegründet 1994 hat die Band sich nunmehr in der Metalszene behaupten können und bringt Anfang kommenden Jahres ihr fünftes Studioalbum auf den Markt, Titel des Albums wurde Stand heute noch nicht bekannt gegeben. Wir gehen stark davon aus, dass dieses Album auch mit einer kleinen Tour gekoppelt sein wird. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.
Jedenfalls kann man sagen, dass die Band an diesem Abend einen souveränen Auftritt hingelegt hat und wir gerne mehr davon hören würden.

Serenity, die Symphonic Metalband aus Österreich waren die nächsten, die die Bühne eroberten. Serenity gründeten sich 2004 in Tirol und waren bisher unter anderem als Support für Ronnie James DIO unterwegs.
Größere Europatouren der Band waren im Jahr 2007 mit MORGANA LEFAY und SACRED STEEL (März), THRESHOLD, MACHINE MEN und COMMUNIC (September) und KAMELOT und ADAGIO (September/Oktober).
Am 25.02.2011 erschien ihr neues Album “Death & Legacy”.

21.00h und die norwegische Gothic-Metal-Band Tristania kamen auf die Bühne. Gleich der zweite Song schon war “Beyond the Veil” vom gleichnamigem Album, welches 1999 erschienen ist. Gänsehaut pur wenn man die Band aus früheren Zeiten noch kennt. Gegründet 1996 von Einar Moen, Kenneth Olsson und dem früheren und jetzigen Sänger von Sirenia, Morten Veland.
Am 25. August 2010 erschien das sechste Studioalbum Rubicon, auf dem erstmals die neue italienische Sängerin Mariangela Demurtas zu hören ist. Trotz vieler Umstellungen innerhalb der Band und zunehmenden Unmuts der Fans, war das Album ein Erfolg. Zu dem erreichte es gute Bewertungen auf führenden Metal-Magazinen. Wir freuen uns darauf, Tristania bald mal wieder live sehen zu können.

22.00h und die Headliner des Abends betraten die Bühne. Van Canto, DIE deutsche a capella Metalband coverten an diesem Abend unter Anderem Songs von Blind Guardian ( The Bard Song). Aber auch Songs wie Primo Victoria von Sabaton, Master of Puppets von Metallica wurden in feinster musikalischer Manier dem Publikum dargeboten. Definitiv kann man sagen, dass bei allen Songs im wahrsten Sinne des Wortes die Erde gebebt hat.
Hüpfende Menschenmengen lösten ein Erdbeden der gefühlten Stärke von 6.0 in der Halle aus.

Der grönende Abschluß der Show war Fear of the Dark von Iron Maiden.

Fazit: eine gelungene Tour mit einer super Bandbesetzung.
Für Van Canto geht es ja schon bald weiter. Es stehen Termine im Rahmen der “No Silence to the End”-Tour an.
Mehr Informationen zu Tour findet ihr => HIER

 

Die vollständige Fotogalerie finden ihr => HIER

DGM, Pagan’s Mind, Symphony X

5. Oktober 2011, München, Backstage

Das Backstage rief zur Progressive Metal Nacht mit hochkarätiger Besetzung in Form von DGM, Pagan’s Mind und Symphony X. Es mag wohl an dem Termin mitten in der Woche gelegen haben, dass die Italiener von DGM die Show vor einer sehr überschaubaren Anzahl von Besuchern eröffneten. Leider spielte die Technik nicht so recht mit, aus dem gebotenen Soundbrei stach einzig und allein die Gitarre als klar erkennbar heraus, was den Hörgenuss der schönen Melodien ziemlich verdarb, auch der Gesang ging regelrecht unter.

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Wenn der Sommer sich dem Ende entgegen neigt, wird dies häufig von heftigen Unwettern begleitet. So leider auch in diesem Jahr. Fast als wollte die dahinschwindende Jahreszeit mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln darauf hinweisen, dass es an der Zeit ist, sich zum alljährlich stattfindenden Summer’s End Open Air im Andernacher JUZ zu versammeln, um dort ihr Ableben nochmals richtig zu feiern, fegte am Tage zuvor ein heftiges Unwetter über das Gelände. Dieses richtete allerdings so heftige Verwüstungen an, dass das traditionell unter freiem Himmel stattfindende Event kurzerhand in die sich an das Open Air-Gelände anschließende Halle verlegt werden musste. Dies ging leider mit einigen Einschränkungen einher, fasst der Saal doch nicht mal annähernd so viele Besucher, wie das Areal im Freien. Somit wurde es nicht nur zeitweise recht eng in den Räumlichkeiten des JUZ Live Clubs, auch das noch vorhandene Kartenkontingent an der Tageskasse musste eingeschränkt werden. Allen Widrigkeiten zum Trotz konnte aber dennoch ein Teil des Geländes vor der Halle mitgenutzt werden, und somit befanden sich dort immerhin eine Ess- sowie Getränkebuden. Auch ein Zelt mit Merchandising-Artikeln sowie einige Sitzgelegenheiten wurden im Freien belassen, auch wenn sie dort dem einen oder anderen Regenschauer ausgesetzt blieben. Aber richtigen Metalheads ist schon lange bekannt, dass ein Festival ohne Regen kein Festival ist und somit ließen sich diese auch nicht davon abhalten, das Festival angemessen zu zelebrieren.

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Festivalbilanz Open Flair 2011 (Nachbericht und Fotogalerie)

Veröffentlicht am 31. August 2011 von VisionsUnderground in Festivals, Open Flair
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Festivalbilanz Open Flair 2011

-          6 Tage Open Flair in Eschwege
-          5 Nächte mit Party bis in den Morgengrauen
-          4 Festivaltage mit unzähligen Bands
-          3 Interviews mit Donots, Schandmaul, Boppin‘ B
-          2 Tausend Fotos geschossen (mindestens!)
-          1 mal Baden im See (und das bei Regen und gefühlten 2cm Wassertemperatur!)

und natürlich unzählige verschiedenster Highlights und besondere Ereignisse auf dem Festivalgelände, Campingplatz und dem gesamten Eschwege.

Ich war dieses Jahr mit einer riesigen Truppe am Start, wobei ich die meisten noch nicht kannte. Da die Anreise sich zwischen Mittwochmittags und Freitagsabends erstreckte, wuchs unser Camp nach und nach derart zu, dass wir zum Schluss wir kaum mehr raus kamen.  Ist halt blöd, wenn auch noch Bands sehen will.  ;-)

Gleich meine erste Dose Bier brachte mich ins Krankenhaus, da eine Dreckswespe von meinem Bier was abhaben wollte, sie sich im Mund wehrte und mir dabei in die Unterlippe stach, die deshalb riesig anschwoll. Der uralte Arzt rammte mir irgendwie sehr komisch eine Spritze in den Arm.  Als aber der Schmerz nachließ, war auch die Lippe etwas besser. Auf dem Rückweg lernte ich Zwangsweise Eschwege etwas kennen. Echt sehenswert und generell gab’s überall moderate Preise.

Der Organisator des Campingplatzes hatte den Ground prima im Griff:
- es gab genug Ausweichflächen für die jedes Jahr anwachsende Zahl an Campern,
- das Erdwespennest, welches ca. 5 Meter von meinem Zelt entfernt in der Wiese war, wurde fachmännisch ausgehoben,
- lediglich die in den letzten Jahren recht sauberen Dixies stanken in diesem Jahr erbärmlich, da man diese Jahr ein biologisch abbaubares Mittel zur Geruchsbindung einsetzte. Hoffentlich bleibt dies bei dem einmaligen Versuch.

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Live Review – Tuska Open Air Metal Festival 2011 (22. – 24.07.2011)

Veröffentlicht am 10. August 2011 von VisionsUnderground in Festivals, Tuska-Festival
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Zum ersten Mal fand das Tuska Festival nicht im Kaisaniemi Park statt. Aufgrund einiger Beschwerden der Anwohner, unter anderem wegen Lärmbelästigung, haben sich die Organisatoren nach einer anderen Location umgesehen und wurden in Suvilahti fündig. Das Areal liegt in einem Industriegebiet und bietet etwas mehr Platz für headbangende Metalfans. Außerdem ist es mit der Metro, Straßenbahnen und Bussen noch immer recht gut zu erreichen.


Natürlich war Visions Underground wieder mit dabei, um das nun mit insgesamt vier Bühnen und zahlreichen weiteren Angeboten, wie Merch-Ständen und mehreren Futter-Anlaufstellen, ausgestattete Gelände unter die Lupe zu nehmen und über das recht ansehnliche Billing zu berichten.

Freitag, 22.07.2011:
Praktisch neben der Metro-Station gelegen befand sich der Haupteingang für die Metalheads, die sich schon vor dem Einlass in Mengen vor den Toren tummelten und in Stimmung brachten. Obwohl der „kalte“ Norden an diesem Tag sämtliche Vorurteile bezüglich der dort herrschenden Temperaturen vernichtend beseitigte, waren die Fans in bester Partylaune. Kein Wunder, denn bereits zum Auftakt des 14. Tuska Festivals wurden zwei erstklassige Metal-Combos auf die Fans losgelassen – gleichzeitig!

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In diesem Jahr war das Amphi-Festival am Kölner Tanzbrunnen, das 2011 in seine siebte Auflage ging, bereits zum dritten Mal schon etliche Wochen vor seinem Beginn ausverkauft. Das bedeutete, dass bereits einen Monat vor Auftakt der schwarzen Party bei den Kölnischen Rheinterrassen 16.000 Anhänger dieses idyllischen Events ihren Entschluss gefasst hatten, das dritte Wochenende im Juli in unmittelbarer Sichtweite des Kölner Doms zu verbringen. Dass ein so junges Festival bereits so erfolgreich ist, spricht natürlich für sich. Aber zu verwundern mag diese Erfolgsgeschichte wohl kaum jemanden, der jemals seinen Fuß zur Amphi-Zeit über die Schwelle des Tanzbrunnen-Geländes gesetzt hat. Die Location könnte traumhafter kaum sein. Direkt gegenüber des Tanzbrunnens, auf dem sich wie in jedem Jahr wieder ein Stand des szenebekannten X-tra-X-Geschäftes befand, stand die große Hauptbühne des Festivals. Um den Brunnen herum tummelten sich viele Händler mit ihren Ständen, die alle Waren verkauften, die ein schwarzes Herz begehrt. Auch wieder mit dabei war das Staatenhaus, in dem sich, wie in den letzten beiden Jahren, die zweite Bühne befand. Dies war aber nicht das Einzige, was diese Halle zu bieten hatte. Erstmalig wartete diese Location mit einem Festival-Café auf, das Sitzplätze für über 700 Besucher bot, die dort die Gelegenheit fanden, ein wenig auszuruhen und sich dabei mit Kaffee und Kuchen für eine neue Festival-Runde zu stärken. Auch eine weitere kleine Händlermeile befand sich erstmalig im Staatenhaus. Und noch eine Neuerung gab es zu entdecken: Die Autogrammstunden, die vormals in dem Eingangsbereich des Festivalgeländes stattfanden, wurden ebenfalls in die große Halle verlegt.
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Alle Jahre wieder verwandelt sich Leipzig über das Pfingstwochenende in eine Hochburg der Schwarzen Szene, denn seit 1992 strömen jedes Jahr Gothics aus der ganzen Welt in diese Stadt, um vier Tage lang eines der größten Szene-Events, das Wave Gotik Treffen, zu zelebrieren. In diesem Jahr nun feierte das WGT sein 20-jähriges Jubiläum und zur Feier dieses runden Geburtstages wurde das Event sogar noch um einen Tag verlängert und begann somit bereits am Donnerstag. Die Idee hinter diesem zusätzlichen Tag bestand darin, Bands auftreten zu lassen, die bereits beim allerersten WGT aufgespielt hatten. Somit gaben sich an diesem Tag sechs der damaligen acht Bands die Ehre, ein großes Jubiläum mit einem nostalgischen Rückblick in die alten Zeiten zu eröffnen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang Das Ich, Sweet William, Henke (bzw. Goethes Erben), Age Of Heaven, The Eternal Afflict sowie Love Like Blood.

Wenn man sich das WGT heute anschaut, fällt es schwer, zu glauben, dass dieses große Event wirklich einmal so klein angefangen haben mag – als Ein-Tages-Festival mit lediglich acht Bands. Inzwischen ist aus diesem kleinen Treffen ein Ereignis geworden, das sich über mehrere Tage und über das gesamte Leipzig erstreckt sowie eine Besucherzahl von ca. 20.000 Anhängern der Schwarzen Szene umfasst. Das Festival bietet den von weit her Angereisten selbstverständlich die Möglichkeit, ein eigenes Zelt aufzuschlagen. Der sicherlich bald größte Teil der Besucher jedoch bevorzugt die Unterkunft in einem der zahlreichen Leipziger Hotel, weshalb um Pfingsten rum sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten in und um Leipzig an Schwarzes Volk vermietet sind.

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Nachbericht und Fotos zum Rock in Concert Festival 2011

Veröffentlicht am 4. Juli 2011 von VisionsUnderground in Festivals, ROCK IN CONCERT
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Lichtenfels/Weismain…..  Ein Ort, der gerade mal knappe 5000 Einwohner zählt. In diese, idyllischem Ort in Oberfranken fand am Wochenende des 17.  und 18.06.2011 das erste große Metalfestival statt. Das Rock in Concert Festival öffnete schon früh seine Tore. Ein Festival, welches den vergleichbar großen Festivals in Nichts nachstand. Ausreichend Parkplätze nahe dem Festivalgelände sowie ein Campingground unmittelbar am Gelände waren riesige Pluspunkte für die Veranstaltung gewesen.

Ebenfalls großartig war auch das durchaus grandiose Lineup des Festivals. Musikalisch war für jedes Metallerohr etwas dabei. Insgesamt waren verteilt über die zwei Tage circa 10.000 Besucher vor Ort. Vorteilhaft war es ebenfalls, dass es Tagestickets gab. Die Ticketpreise waren durchaus tragbar. Ebenfalls auch die Getränke- und Essenspreise.

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Das Rock Hard Open Air ist eines der begehrtesten Festivals in Deutschland und zum wiederholten Male haben Götz Kühnemund & Kollegen auch im Jahr 2011 ein sagenhaftes Billing zusammengestellt. Die logische Konsequenz davon war, dass sich tausende Metalheads in Gelsenkirchen einfanden um in gemütlicher Atmosphäre eine Stimmungsgeladene Party zu feiern – mit geiler Musik, Bier und allem was sonst so zu einem Festivalwochenende dazugehört……

Da war es für das Visions Underground Team unumgänglich, das Wochenende anders zu verplanen und so machten wir uns auf nach Gelsenkirchen und waren sehr gespannt auf den Verlauf des Festivals…..

Freitag 10.06.11:

 

Das Gelände rund um das Amphitheater wurde zur Campingarea umfunktioniert und die meisten Fans nutzen diese Möglichkeit natürlich um direkt am Geschehen zu sein. Die erste Band am Freitag waren Contradiction aus Wuppertal, die das Rock Hard Festival 2011 eröffneten und die doch recht bekannten Thrasher wussten auf ganzer Linie zu überzeugen – wenngleich sie leider nur 35 Minuten Spielzeit zur Verfügung hatten ….

Diese nutzten sie jedoch mit Bravur und konnten mit „Hate Patrol“ und dem Kultsong „TheVoice Of Hatred“ hier auf dem Festival ziemlich viele Fans überzeugen und sorgten gleich zu Beginn für mächtig Bewegung vor der Bühne..

Danach wurde es zum ersten Mal richtig düster auf dem Rock Hard 2011 denn Procession aus Chile warteten mit wuchtigem, melodiösem Doom Metal auf, der von den Fans dankbar angenommen wurde. Pünktlich zu diesen düsteren Darbietungen zogen schwarze Wolken über dem Amphitheater Gelsenkirchen auf und ab Mitte des Sets regnete es wie aus Eimern…..was vor allem die Stimmung der Songs vom neuen Album „Destroyers Of The Faith“ noch mehr untermalte und weitaus bedrohlicher wirken ließ.

Andererseits aber leider viele Fans dazu veranlasste sich ein trockenes Plätzchen zu suchen… Es kübelte weiter wie aus Eimern und obwohl sich kurz vor Ende des Gigs wieder die Sonne zeigte, beendeten Procession einen guten Auftritt dann leider doch vor viel zu wenigen Fans. Der Auftritt der Chilenen hätte wesentlich mehr Publikum verdient gehabt, welches bei Trockenheit auch mit Sicherheit anwesend gewesen wäre !! Sehr geile Doom Kapelle von der anderen Seite der Halbkugel – unbedingt anchecken!!

Postmortem hingegen können mit ihrem, zwar solide dargebotenem Death – Trash Metal nicht so vom Leder ziehen. Bedingt durch die kaum vorhandene Abwechslung des Songmaterials, lassen sich die Fans vor der Bühne nur zu gelegentlichen Beifallsbekundungen hinreißen. Keine schlechte Leistung – aber eben auch nichts was einen vom Hocker gerissen hat….

Weiter ging es mit den Iren Primordial bei denen vor allem Vocalist Alan Averill Nemtheanga auf sich aufmerksam machte. In erster Linie natürlich durch seine gewohnt gute und durchdringende Gesangsleistung – zum anderen jedoch durch sein Corpsepaint, welches er besser Zuhause gelassen hätte, denn es sah einfach nur Panne aus und passte irgendwie nicht 100% zu den Klängen der irischen Band.

Dennoch waren Primoridial sehr überzeugend und reihten einen Klassiker an den nächsten. „”No Grave Is Deep Enough”, “Lain With The Wolf” oder “Bloodied Yet Unbowed”.konnten die mittlerweile zahlreich vor der Bühne mitgehenden Fans überzeugen und das abschließende “Gods To The Godless” setzte einen markanten Schlusspunkt unter einen Gig der Iren, wie er besser nicht hätte sein können und so spielte auch dann das Corpsepaint keine wesentliche Rolle mehr..

Die Norweger Enslaved waren die nächsten, die die Rock Hard Fans mit ihrem Viking – Black Metal lastigen Sound beglücken durften und wie man es von ihnen gewohnt war, zogen  Ice Dale und seine Mitstreiter mit ihrer hochanspruchsvollen Musik richtig fett vom Leder. Der Sound war sehr ansprechend, wenn auch an einigen Stellen verbesserungswürdig, aber bei der musikalischen Bandbreite von Enslaved ist es auch sehr schwer live selbst noch die Feinheiten zu 100% hörbar zu machen.

Die Alben „Ruun“ und „Isa“ bildeten die Hauptgrundlage für den teils progressiven Stil der Norweger – nur leider waren die Soundverhältnisse vor allem gegen Ende des Sets nicht die besten, so dass vieles im Soundbrei unterging. Dennoch ein guter ‚Auftritt von Enslaved, der frenetisch bejubelt wurde !!

Trypticon wurde die Ehre zuteil den Freitag als Headliner ausklingen zu lassen und ich war sehr gespannt auf die Band, die ich bereits auf der Finnish Metal Expo zum Beginn diesen Jahres sehen durfte !!

Und es war wie gehabt, die düsteren Songs der Band um Tom G. Warrior kamen mit einer Wucht und Präzision aus der PA. wie es besser hätte nicht sein können und die Songs des Trypticon Debuts sowie selbst die alten Celtic Frost Hymnen versetzten die Fans in Ekstase. So spielten sich Trypticon durch einen nahezu perfekten Gig und beendeten den 1. Tag als verdienter Headliner – was man dem großen Zuspruch, den die Band erntete, deutlich entnehmen konnte.

Samstag 11.06.11:

 

Heute ging es schon sehr früh los und Dreamshade waren die ersten, die auf das Publikum losgelassen wurden. Die Schweizer spielten einen sehr engagierten Auftritt und ungefähr eine  handvoll Fans, die wohl aus dem Freundeskreis stammen,  feierten die Band ziemlich heftig ab. Der Rest des Publikums war da doch eher zurückhaltender denn es war beileibe nicht einfach, sich mit dem Power Metal Sound der Schweizer anzufreunden und vor allem die Vocals waren eindeutig Körperverletzung und ein Angriff auf die Hörmuscheln aller Anwesenden.

In Solitude waren da schon etwas eingängiger und konnten mit ihren Darbietungen überzeugen.

Vor allem Sänger Pelle Ahman war stets darum bemüht, den Kontakt zum Publikum zu halten und er war eindeutig derjenige, auf den sich die Blicke konzentrierten. Der Sound der Jungs aus Schweden ist sehr stark in den 80´n anzusiedeln und das man sich zu seinen Roots bekennt, zeigt das Songmaterial doch mehr als deutlich: Die typischen Iron Maiden Einflüsse aber mit genügend Eigenständigkeit versehen bestimmen die Struktur des Songmaterials und

In Solitude zelebrierten eine fette Performance mit starken Songs von den bisherigen 2 Alben der Band und sorgten erstmals für richtig Stimmung & Bewegung im Publikum.

Danach wurde es nun richtig hart – denn Disbelief aus Hessen standen nun auf der Bühne und hauten ihre fetten Death Metal Riffs mit voller Wucht aus der PA.

Vor der Bühne war nun richtig was los und Fronter „Jagger“ hatte alles im Griff, er agierte wie der Rest der Band hochprofessionell und sorgte dafür, das Disbelief mächtig unterstützt und abgefeiert wurden. Von aktuellen Album „Protected“ wurden ebenso Songs dargeboten wie auch von älteren Scheiben und so zeigten Disbelief wieder mal die ganze Bandbreite ihres Könnens auf beeindruckende Art & Weise. Ganz starker Auftritt der sympathischen Band aus dem Hessenland.

Viele Festivalbesucher standen der nachfolgenden Band Epica skeptisch gegenüber – die einen lieben sie, andere wiederum weniger. Doch Epica konnten sich an diesem Tag nur Freunde machen, spielten sie doch einen sehr professionellen Gig und den Musikern ist allesamt anzumerken, dass sie Spaß an der Sache haben. Frontdame Simone überzeugt mit ihrer beeindruckenden Stimme, die in Abwechslung mit den Growls von Gitarrist Mark Jansen einen guten Kontrast innerhalb der Songs bildet.

Dem Publikum gefällt es was Epica darbieten – nur der Himmel über dem Amphitheater verdunkelt sich immer mehr. Epica lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen – sie liefern eine gute  Show ab und bangen was das Zeug hält und konnten so die Fans überzeugen.

Nun waren Bullet an der Reihe, deren Musik mich persönlich überhaupt nicht angesprochen hat. Ein billiger Abklatsch einer AC/DC Kopie von Gesangesseite her und rein musikalisch bewegt man sich in traditionellen Metal Gefilden, agiert technisch versiert und melodiös. Den meisten hat es wirklich gefallen und zu guter letzt möchte ich ebenfalls Bullet attestieren, dass sie für prächtig Stimmung sorgten und viele Fans auf ihre Seite bringen konnten. Da ich ja meine Objektivität in den Vordergrund stellen möchte und es ja an den Reaktionen des Publikums zu sehen war, dass die Jungs zu begeistern wussten, muss man ganz klar sagen das Bullet neben Disbelief die stärkste Band waren zum bisherigen Zeitpunkt.

Das sollte sich aber ganz schnell ändern, denn nun nahte, woran wahrscheinlich kein Death Metal Fan Fan aus den frühen 90érn mehr geglaubt hatte…. Morgoth is back !!

Das 20 jährige Jubiläum des Meisterwerkes „Cursed“ veranlasste die Moorgötter sich aus diesem Grunde für einige Festivals in diesem Sommer zurückzumelden und es sind beileibe nicht wenige Fans, die sich von der Reunion noch etwas mehr erhoffen – sprich ein neues Album etc. – wie wir erfuhren, als wir im Vorfeld des Morgoth Gigs auf Stimmenfang gingen…..

Nur aber zur Musik: Mit Harald Busse, Mark Grewe und Sebastian Swart standen 3 Original Member aus „Cursed“ Zeiten auf den Bühnenbrettern, die alte Klassiker wie „Body Count“ oder das obergeile „Exit To Temptation“ durch die PA jagten als wäre das Release erst gestern gewesen…. Zugegebenermaßen war der Sound leider nicht der Beste – aber die Hauptmerkmale im Sound von Morgoth, nämlich Mark Grewe´s unverkennbares Organ und die fetten Gitarrenwände waren bestens zu hören und sorgten für mächtig Stimmung im Publikum !! Selbst uraltes, geiles Material wie „Pits Of Utumno“ wurde gespielt und versetzte viele Fans wieder back to the Roots !!

Ein Hammer Auftritt von Morgoth mit einer Top Songauswahl und einer guten Performance, welche Lust auf mehr macht !! Hoffentlich bleiben uns die Moorgötter noch ein paar Jahre erhalten – drauf haben es die Jungs allemal, noch die ein oder andere Killer Scheibe auf den Markt zu schmeißen……

Das nächste Highlight folgte unmittelbar denn nun standen Amorphis in den Startlöchern und betraten die Bühne im Amphitheater Gelsenkirchen. Die Finnen starteten furios in ihren Set mit „Battle For Light“, dem Opener des neuen Albums „The Beginning Of Times“ und sie hatten auch im Laufe der nächsten Stunde immer ein goldenes Händchen, was die Songauswahl anging.

Mit „Smoke“, „Sky is Mine“ oder „Silver Bride“ trafen Amorphis stets den Geschmack des Publikums und vor allem der sehr agile Frontman Tomi Joutsen stand im Mittelpunkt des Geschehens – er bangte was das Zeug hielt und er überzeugte mit seiner Stimme auf ganzer Linie. Die Finnen haben sich im Laufe der Zeit nach Tomi´s Einstieg zu einer regelrechten Live Kapelle gemausert. Alle ‚Achtung. Etwas Lustiges gab es noch: Abgesehen von der geilen Performance der Nordmänner hatten viele im Publikum auch richtigen Spaß mit dem Mikro von Tomi Joutsen – das teil sieht aus wie ein Föhn und hat gleich 3 (!!) Griffe…. Ein echter Hingucker….

Die Finnen waren bisher mit Abstand die beste Band am heutigen Tage und hatten sogar den starken Auftritt von Morgoth getoppt, was gewiss nicht einfach war – Respekt !!! Mit „House Of Sleep“ beendeten Amorphis einen viel umjubelten Auftritt und hoffentlich sehen wir die Finnen nächstes Jahr hier an gleicher Stätte wieder…..

Als Headliner fungierten heute Iced Earth, die nach einer kurzen Umbaupause die Bühnenbretter enterten und gleich mit ultrapräzisen Riffs und extrem tighten Spiel loslegten. So brachte man das Publikum schnell auf seine Seite – vor allem Matt Barlow zelebrierte seiner Gesangeskunst in nahezu vollendeter Form und der Rest der Truppe war neben dem sauberen Spiel noch sehr bewegungsfreudig, was von Fans lautstark honoriert wurde.

Mittlerweile fing es wieder an zu regnen doch nun war das Amphitheater trotzdem fast bis auf den letzten Platz besetzt – den Fans war es egal !!

Iced Earth hatten eine Setlist vom Allerfeinsten und so war wirklich jeder Song ein Kracher….

Einen bitteren Beigeschmack gab es dennoch, denn die Tatsache, dass Matt Barlow nur noch einige wenige Auftritte mit Iced Earth spielen wird, um sich nach seinem Reunion Einstieg 2008 nun wieder zurückzuziehen, stieß so manchem Fan schon sauer auf wenn man sah, welch begnadeter Sänger hier den Amerikanern verloren geht. Trotzdem genossen alle den 1,5 Std. langen Auftritt und verabschiedeten die Band lauthals und auch Iced Earth konnten gegenüber den Vorgängern am heutigen Tage noch mal einen obendrauf legen und waren somit ein verdienter Headliner.

Sonntag 12. Juni:

Im Vorfeld des Sonntages müssen wir mit Schrecken feststellen, dass neben einer vollen Speicherkarte, sich der Akku unserer Kamera verabschiedete, der wohl bei den Regengüssen am Vortag etwas abbekommen hatte.

Somit gibt’s leider vom Sonntag keine Pics, was wir zu entschuldigen bitten. Wenigstens war das Wetter heute perfekt – es war kein Regen gemeldet und es sollte bis zum Ende dieses Tages auch trocken bleiben.

Die erste Band waren Vanderbuyst, die mir bisher völlig unbekannt waren und von denen ich, wie viele andere auch, wirklich positiv überrascht wurde. Vanderbuyst zelebrierten ihre Ureigene Form aus dem Metal / Hardrock der 80er Jahre und rockten ohne Ende. Die Besucherzahl war für diese frühe Uhrzeit sehr hoch und die Fans sprangen auf den Zug auf, denen die Mannen um Sänger Jochem Jonkman ins Rollen brachten und zusammen feierte man eine tierische Party. Zur Unterstützung gab es zur Mitte des Sets noch 2 hübsch im 80er Jahre Stil gekleideten Blondinen, die richtig coole Tanzeinlagen boten und so für noch mehr Stimmung auf der Bühne sorgten.

Ein Hammer Auftakt des 3. Festivaltages mit dem so nicht unbedingt zu rechen war.

Die gute Stimmung, die Vanderbuyst entfachten, machten daraufhin Enforcer in beeindruckender Art & Weise innerhalb kürzester Zeit wieder zunichte. Die Schweden klingen ja auf Konserve wie aus einem Guss, jedoch sind sie live dazu nicht in der Lage dies umzusetzen und ihre Spielfreude auf das Publikum zu übertragen. Vor allem Frontnase Olof Wikstrand konnte in keiner Weise überzeugen und setzte mit seiner Stimme nur wenige Akzente. Alles in Allem gab die Band sich Mühe, aber das alleine reicht eben nicht aus um die Fans live zu überzeugen.

Die Stimmung war also wieder bei Null angelangt, als Atlantean Kodex die Bühne betraten.

Und die Jungs hatten es auch wirklich nicht einfach mit ihrem düsteren Sound die Menge zu begeistern, schafften es jedoch innerhalb kürzester Zeit Emotionen zu wecken und die Fans auf ihre Seite zu ziehen. Natürlich merkte man der Band ihre Nervosität etwas an – immerhin stand man hier auf dem Rock Hard Open Air erstmals auf einer großen Bühne und vor einem Hammer Publikum und das da die Abläufe für die Musiker doch etwas ungewohnt sind, ist vollkommen normal.

Atlentean Kodex zeigten sich davon aber weitestgehend unbeeindruckt und spielten bis auf einige wenige Unsicherheiten einen guten Gig, was auch von den Fans honoriert und die Band mit entsprechendem Applaus bedacht wurde. Man darf auf die Entwicklung von Atlantean Kodex gespannt sein…..

Metal Inquisitor waren nun an der Reihe und die sympathische Kapelle aus Koblenz polarisiert mit ihrem klassischen typischen Metal auf ganzer Linie. Fronter El Rojo hat das Publikum fest im Griff und ist sehr beweglich und agil auf den Bühnenbrettern unterwegs. Die Mucke der jungen Koblenzer band lädt förmlich zum Abgehen ein und so beenden Metal Inquisitor einen guten Gig bei dem sie das spielerische Element und die Stimmung bis zum letzten gespielten Ton auf einem hohen Niveau halten konnten.

Anacrusis waren die nächsten, die sich dem Publikum auf dem Rock Hard Open Air präsentierten und das auf ihre ganz eigenwillige Art & Weise. Die progressiven Soundelemente der amerikanischen Band sind Bestandteil eines absolut eigenständigen Sounds und fernab von irgendwelchen Klischees innerhalb der Metal Szene. Vom letzten

Output der Band „Screams And Whispers“ gab es einen Großteil der Songauswahl zu hören und Anacrusis sind auf jeden Fall mit zu den Highlights zu zählen. Sehr geiler Auftritt !!   

Nun war es an der Zeit für Vicious Rumors loszulegen und die Band ließ sich das nicht zweimal sagen und nutze die kurze Umbaupause sogar dazu etwas früher die Stage zu betreten und den Fans so einen Song mehr bieten zu können. Eine sehr aufmerksame Geste der US Powermetaller, die sich durch Klassiker wie Digital Dictator” und  “Soldiers Of The Night” spielten und natürlich vom neuen Album “Razorback Killers” einige Songs auf der Setliste stehen hatten.

Rein musikalisch gesehen gab es also das volle Programm und die Performance war ebenfalls vom Besten. Was gab es also zu meckern ? Gar nichts – Vicious Rumors spielten einen guten Gig und wurden dafür von den Fans mit viel Applaus belohnt.

Auf Overkill waren viele Fans gespannt und die boten eine wahrlich große Show: Von der ersten Sekunde an hatte Frontman Blitz die Meute im Griff und vor der Bühne entstand ein fetter Moshpit, der bis zum letzten gespielten Ton anhalten sollte. Neben den Songs vom aktuellen Album “Ironbound” gab es für die Maniacs natürlich das volle Brett und immer wieder streute man alte Klassiker ein und brachte so die Fans zum Abkacken. Völlig untypisch für Overkill Verhältnisse, wurde sogar die Midtempo Nummer “Skullcrusher” ausgegraben und in famoser Art & Weise dargeboten.

Overkill – ganz klar das bisherige Highlight  am Sonntag und es war nur schwer darüber zu philosophieren, wer diesen Auftritt noch toppen sollte – sehr guter Gig von Blitz & Co.

Nachdem der Karaoke – Wettbewerb ein Griff ins Klo war und kaum jemand dem Ganzen ein Fünkchen Aufmerksamkeit schenkte, war es nun Down vorbehalten das Rock Hard Open Air 2011 als Headliner ausklingen zu lassen.

Die Band erschien mir persönlich nicht gerade die richtige Wahl zu sein um hier als Headliner zu fungieren und viele im weiten rund sahen das wohl genauso und waren schon auf dem Heimweg als Phil Anselmo mit seinen Gefährten die Bühnenbretter betrat.

Die Songs kommen äußerst druckvoll aus der PA und vorwiegend konzentriert man sich auf die ersten beiden Alben, was ein wenig schade ist denn Down haben sicherlich fettere Songs im Gepäck die sie hier hätten präsentieren können.

Phil Anselmo labert ziemlich viel Müll in den  Songpausen und so spielen Down ihren Set dann zwar professionell aber doch lustlos herunter, was natürlich die Stimmung trübt denn von einem Headliner erwartet man sich dann doch etwas mehr.

Fazit: Ein rundum gelungenes Festival bei dem eigentlich nur das Wetter nicht so ganz mitspielte. Bands wie die Doomster Procession und das Comeback der Deather Morgoth haben überrascht und richtig gut getan. Amorphis haben ihre Klasse ebenfalls unter Beweis gestellt und eine solide Show abgeliefert.

Enttäuschungen andererseits waren die im Vorfeld hoch gelobten Enforcer, die den Ansprüchen überhaupt nicht gerecht wurden und leider zum Abschluss Down, die zwar solide waren, aber doch mit einer anderen Setlist hätten aufwarten können und so ihr Können deutlich mehr unter Beweis gestellt hätten.

Trotzdem war es richtig geil und wir freuen uns auf das rock Hard Festival 2012 !!!

Bericht: Hanzi Herrmann / V.U.
Fotos: Markus Horne/ V.U.