Sie gehören mittlerweile zu den besten Gothic Metal-Bands, die Europa zu bieten hat und überzeugen auf jedem ihrer Alben mit kompromisslosen, einfach nur schönen Soundwänden, von denen auch ihr neuestes Werk, „Night Is The New Day“, wieder einen Haufen zu bieten hat. Grund genug, die Jungs mal mit ein paar Fragen zu löchern…
Was sagt ihr zu eurem neuen Album „Night Is The New Day“?
Als erstes sind wir natürlich glücklich über das Album. Es ist eines der Alben, bei dem wir wahrscheinlich die meisten Schwierigkeiten hatten, es zu produzieren. Mehr Schwierigkeiten, als bei jedem anderen Album, da es 3 Jahre lang dauerte, bis es fertig war.
Wir mussten oft von neuem beginnen, denn wir hatten nicht das Gefühl, dass wir das letzte Album damit toppen würden, da wir mit dem anderen auch glücklich waren, bzw. bis heute immernoch sind. Es war wie eine große Herausforderung, wir lieben Herausforderungen, denn diese helfen einem, sich weiterhin immer wieder zu verbessern und sich selbst zu übertreffen. Wir haben nicht das Gefühl, dass dieses Album besser als das letzte ist, doch es muss besser sein als das andere, andernfalls wären wir immernoch im Studio.

Welches ist euer liebster Song des neuen Albums?
Es ist schwierig zu sagen, denn das ändert sich immer. Ich mag z. B. den letzten Song („Departer“) des Albums, aber dieser Song ist nicht wirklich einer, der so oft gespielt wird.
Ich persönlich mag den Song „Forsaker“ wirklich sehr gern. Ich denke dieser Song hat alles was Katatonia repräsentiert, es gibt einem Power. Ebenso ist „New Night“ seht gut und ein Favorit. Es hat großartige Vibes, gute Rhythmen und ein schönes Orchester.
Wie ist es in Schweden zu leben?
Die Situation bzw. das alltägliche Leben? Nun, ich würde sagen es ist kein großer Unterschied zu irgendjemand anderem. Viele Leute haben eine romantische Vorstellung davon, wie es ist, in Schweden zu leben. Viele großartige Bands kommen von da, was auch stimmt, aber an sich gibt es dort nicht wirklich viele Orte, die man besuchen kann. Es ist was das angeht, nicht so gut wie man denkt und wenn man Schweden mit anderen Ländern in Europa vergleicht, ist es schon ziemlich anders. In Finnland, alias DEM „Metal Land“, ist Metal z. B. ja sehr beliebt, es wird sogar im Radio gespielt. Das würde in Schweden nie so sein, denn dort mögen viele Leute z. B. Madonna oder Michael Jackson.

Was habt ihr so geplant in den kommenden Monaten?
Auf jeden Fall sehr viele Touren. Wir touren bald durch Amerika. Auf dem Summerbreeze werden wir dieses Jahr aber nicht spielen, erst nächstes Jahr. Wo wir z. B. spielen werden, ist auf dem Rock Hard Festival, Bloodstock Festival und auf schwedischen Festivals. Es wird also ein festivalreicher Sommer, in dem wir viel beschäftigt sein werden…
Danach machen wir eine sehr, sehr teure Tour durch Skandinavien. Wir werden dort ca. 10 Gigs in jeder Stadt haben, dann noch in Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen. Nachdem gehen wir nach Südamerika, also werden wir bis zum Ende des Jahres beschäftigt sein. Aber es ist toll, es klingt großartig, wir freuen uns drauf!
Wie könnt ihr die Musik, das Touren, etc. mit euren Familien im Gleichgewicht halten?
Oh das ist ein großes Problem, da man beim touren seine Familie immer zurücklassen muss, aber eine gute Sache, die das Touren in meinen Augen auch etwas einfacher macht, ist, dass es Programme wie Skype gibt. Es ist kostenlos, man braucht nur einen Wi Fi-Anschluss und so kann man seine Familie auch per Video sehen und mit ihnen reden wenn man mal unterwegs ist, das ist sehr gut.
Wie war das Feedback zu eurem neuen Album bisher so?
Sehr gut. Unser Management sagte, dass es bis jetzt keine schlechte Rückmeldung dazu gibt. Ich möchte aber nicht so viel drüber lesen, ich meine, ich respektiere jede Meinung, jeder sollte seine eigene Meinung über das Album haben. Man kann jedoch nicht sagen, ob die Meinung nun richtig oder falsch ist, es ist ja schließlich nur eine Meinung. Wenn wir gutes Feedback dazu kriegen ist es gut, wenn wir schlechtes kriegen, ändert das noch lange nichts am Album / an den eigenen Produktionen.
Was könnt ihr zum Thema Merchandise sagen, läuft es gut/wie verkauft es sich?
Es läuft ziemlich gut, vor allem in Deutschland, dort haben wir viel verkauft! Wir bräuchten fast mehrere Wägen davon bzw. einen Bus, da wir so viel und gut verkauft haben. Es ist großartig, dass Leute immer noch Merchandise Artikel kaufen. Eventuell gehen die CD-Verkäufe etwas zurück, aber dennoch nimmt man viel bei den Konzerten ein, durch die Tickets, etc. Ich sage mal, deswegen macht es auch nichts, wenn mal weniger CDs verkauft werden, solange man das Geld durch die Touren dann wieder herausholt, ist es letztendlich ja auch in Ordnung. Es werden eher die Sachen verkauft, an die man vielleicht nicht so leicht herankommt, CDs kann man sich ja in jedem Musikladen kaufen. Wir legen auch Wert darauf, dass dort rare Sachen verkauft werden, die man so in einem Laden nicht kaufen kann.

Was denkt ihr, wie viele CDs werden durchschnittlich von einer Band mit eurem Status verkauft?
Das können wir nicht so genau sagen. Nicht so viele wie Madonna, so viel ist schon mal klar, hehe.
Wir fragen immer, wie viel wir verkauft haben, kriegen aber nie eine gute Antwort darauf. Das wird wohl auch ein Geheimnis jedes Labels sein.
Habt ihr je drüber nachgedacht, euren Musikstil zu ändern?
Dieser melancholische Stil IST Katatonia. Wenn wir den ändern würden, müssten wir alles ändern. Dieser Stil ist schließlich das, was uns repräsentiert, woran man uns erkennt. Wir haben gar keinen Grund oder gar kein Verlangen, den Stil zu ändern, denn es ist das, was wir alle mögen, da sollten wir unseren Herzen folgen. Es wäre nicht unseriös, aber es wäre dann letztendlich nicht mehr Katatonia.
2009 gaben euer Gitarrist Fredrik “North” Norrman und ebenso euer Bassist Mattias “Kryptan” Norrman ihren Ausstieg bekannt. Gab es zwischen euch Auseinandersetzungen oder welchen Grund hatte dies?
Es war ihre Entscheidung, die Band zu verlassen. Wir gingen nicht im Streit auseinander, beide verließen die Band aus familiären Gründen. Wir versuchten dennoch, mit ihnen zu reden und ihnen klarzumachen, dass das doch eine schlechte Entscheidung wäre, aber letztendlich taten sie es doch.
Man muss es eben selbst wissen und vor allen Dingen auch fühlen, ob man diesen Schritt wagen soll oder nicht. Wir akzeptieren die Entscheidung der beiden und drängten sie nicht dazu, bei uns zu bleiben, wir sind auch noch weiterhin mit ihnen befreundet und pflegen den Kontakt zu einander.
Wie siehts für die Zukunft aus? Sind neue Mitglieder bei Katatonia geplant oder bleibt das jetzt nur für die kommenden Konzerte so?
Für die kommenden Konzerte haben wir Bekannte von uns gefragt, ob sie Lust hätten, einzuspringen.
Wir kennen auch einen, von dem wir wissen, dass er ein guter Bassspieler ist und ein anderer, der fast alle unserer Songs spielen kann, von dem her war es eine leichte Entscheidung, wen wir uns dafür aussuchen.
Es macht uns glücklich zu sehen, dass jeder dieses neue Lineup sehr mag – wir ebenfalls. Es gibt der Band eine neue Handhabung und sogar das Management findet es so besser als vorher.
Markus S./V.U.
Hanzi H./V.U.



